05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 15. Tag: Heimreise

Heute mussten wir dann Goodbye sagen. Der Bus holte uns um 6 Uhr ab, also war frühes Aufstehen angesagt. Das Hotel hatte uns für heute Lunchpakete zur Verfügung gestellt. Darum mussten wir uns aber auch selbst kümmern, seitens der Reiseleitung wurde nichts organisiert.

Zum Flughafen dauerte es dann auch nur ca. 20 Minuten. Hier wurde als erstes das Gepäck durchleuchtet.

Anschließend aßen die meisten ihre Lunchboxen. Ich bekam so früh morgens noch nichts runter. Unser Wasser schmissen wir weg, was wir hinterher bereuten, weil wir es erstaunlicherweise hätten mitnehmen dürfen.

Und dann nahm das Drama seinen Lauf. Wir gingen zu den Automaten für die Passkomtrolle…..und keiner unserer Reisepässe konnte gelesen werden. Stimmt nicht, die beiden Mitreisenden, die noch einen alten Reisepass besaßen kamen durch und alle mit neuem Reisepass schauten in die Röhre.

Ein Beamter schickte uns dann zu den Schaltern, wo eigentlich die Abwicklung der usbekischen Einwohner erfolgt. Diese wollten uns dann ständig zurück zu den Automaten schicken. Und aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse konnten wir ihnen die Situation natürlich nicht erklären.

Hier tummelten sich dann eine Menge Menschen und es ging überhaupt nicht vorwärts. Immer mehr Menschen standen in der Traube. Immer wieder kamen Flugcrews, die vorgelassen werden mussten. Dann kam die Putzkolonne, die sich mit ihren Wägen durch die Menschenmassen zwängen mussten etc.

Pro Person die dran kam, dauerte es gefühlt 10 Minuten für die Abfertigung und man fragte sich, was dort genau gemacht wird. Normalerweise ist ja eher die Einreise vielleicht etwas zeitaufwendiger. Bei der Ausreise haben wir üblicherweise immer schnell das Stempelchen bekommen und gut war es. Es waren bestimmt noch 15 Leute vor uns und die Zeit schritt voran. Teilweise kam es zu tumultartigen Aufständen, weil jeder in dem Pulk die Befürchtung hatte, seinen Flieger zu verpassen. Ständig versuchte jemand sich vorzudrängeln. Dann kam ein Beamter, der die Meute wieder zurück hinter die rote Linie drängte. Auf einmal waren dann 3 Leute zwischen Björn und mir. Das reinste Chaos.Auf die Nachfrage einer Mitreisenden, was das Problem ist, war die Antwort nur: „No Problem“. Die innere Unruhe wurde immer größer. Ich muss dazu sagen, dass hier nur ein Schalter geöffnet war, obwohl es noch zwei weitere gegeben hätte. Und es kam niemand auf die Idee, diese zu öffnen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam die erste Person aus unserer Reisegruppe an die Reihe. Der Pass wurde kontrolliert. Ein Foto wurde gemacht. Und dann wurde auf einmal nach einer Registrierung gefragt. Welche Registrierung? So etwas hatten wir nicht bekommen. Diese hätte uns wohl das Hotel ausstellen müssen. Haben sie aber nicht. Und vom Reiseleiter hatten wir natürlich auch keinen Hinweis bekommen. Also rief die Dame am Schalter dann auch erst noch im Hotel an und ließ sich die Richtigkeit bestätigen. Dann konnte es weiter gehen. Schließlich kam ich an die Reihe. Was nach der Passkontrolle noch eine Ewigkeit lang gecheckt wurde, weiß ich nicht. Schließlich war ich durch. Da war dann ja aber nur Schritt eins geschafft. Die Sicherheitskontrolle hatten wir ja noch vor uns. Ich konnte hier auch nicht auf Björn warten, weil ich in die Schlange für die Sicherheitskontrolle verwiesen wurde.

Inzwischen war es 8:20 und unser Boarding startete. schließlich passierte ich einen weiteren Beamten, der nochmal einen Stempel auf dem Flugticket verewigte. Dann durch die Sicherheitskontrolle, diese lief problemlos. Danach wartete ich auf Björn. Es dauerte weitere 10 Minuten bis er auch da war und dann hetzten wir zum Gate, wo das Boarding schon voll im Gange war. Der Flieger war schon halbvoll. Just in time.

Gestresst und mit den Nerven am Ende nahmen wir dann unsere Plätze am Notausgang ein.

Ein wenig schöner Abschluss des Urlaubes. So eine chaotische Ausreise haben wir noch nie erlebt.

Pünktlich um 9 Uhr startete der Flieger nach Istanbul. Tschüß Samarkand.

In Istanbul hatten wir dann nochmal durch die Sicherheitskontrolle, was beim Hinflug komischerweise nicht der Fall war.

Hier verloren wir dann auch die Mitreisende aus den Augen, die als einzige nach Düsseldorf weiterflog und somit konnten wir uns dann auch leider nicht mehr verabschieden. Schade.

Wir hatten dann noch etwas Aufenthalt. Ich bummelte zwar noch etwas in dem riesigen Einkaufstempel, aber wirklich Freude bereitete das nicht.

Im Anschlussflieger hatten wir dann auch noch die Mittelplätze in der Viererreihe in der Mitte. Jackpot. Bei diesem Flug waren beim Buchen leider keine Plätze am Notausgang mehr zu bekommen.

Schließlich kamen wir gegen 17 Uhr in Frankfurt an.

Hier gab es das große Abschied nehmen. Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder. Es war eine großartige Gruppe.

Eine Mitreisende hatte die Musik von Björns Band im Urlaub so gut gefallen, dass sie sich entschieden hatte, am WE noch mit auf das anstehende Konzert zu kommen. Unsere Einladung, bei uns zu übernachten hat sie gerne angenommen und ihren Urlaub noch zwei Tage bei uns verlängert.

Somit hatten wir dann auch eine Mitfahrgelegenheit nach Hause und mussten uns kein Taxi nehmen.

Am Samstag habe ich mit ihr dann bei herrlichem Wetter noch Mainz unsicher gemacht, bevor es abends zum Bandauftritt von Cherry-Tree in der Denkbar in Frankfurt ging.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 14. Tag: Fahrt zum Dorf Ohalik mit Wanderungen

Heute war dann auch schon der letzte Tag angebrochen. Mit dem Bus fuhren wir ins Dorf Ohalik, das vor den Toren von Samarkand liegt. Unser Wanderguide für heute holte uns im Hotel ab. Ein junger Mann aus der Gegend um Ohalik. Die Fahrtzeit war dann auch nur ca. 30 Minuten. Dort angekommen kehrten wir bei einer einheimischen Familie ein, die wir aber leider nicht so richtig zu Gesicht bekommen haben. Hier wurden wir erst mal zum Tee eingeladen. Dazu gab es wieder leckere Knabbereien.

Eine Kuh besitzt die Familie auch.

Die Toiletten hier waren weniger entzückend. Es stank zum Himmel und es war wirklich kaum zum Aushalten. Aber die Toilettenschüssel war mit Samt abgedeckt 😂.

Schließlich starteten wir unserer Wanderung. Zuerst überquerten wir einen Bach.

Danach ging es dann relativ schnell bergauf. Damit hatte ich heute gar nicht gerechnet. Von oben blickten wir auf das Dorf hinab.

Die Landschaft ist auch hier sehr karg.

In der Ferne konnte man Samarkand sehen.

Eine Mitreisende blieb irgendwann zurück, da ihr die Anstiege zu steil wurden und wir auf dem gleichen Weg zurückkommen würden.

Der junge Mann führte die Tour hervorragend. Er konnte Englisch, er kannte die Gegend und die Wanderung und schaute immer, dass auch alle mitkommen und die Gruppe einigermaßen zusammen blieb. Genau so hätten wir uns das die ganze Reise über gewünscht.

Auf dem Gipfel packten wir dann nochmal die Fahne aus 😉.

Wir hatten tolle Ausblicke, die wie gemalt aussahen.

Unterwegs zeigte uns der Guide dann noch ein Spiel, dass häufig von den Kindern in Usbekistan gespielt wird. Den Namen habe ich leider vergessen. Es war irgendwie eine Mischung aus Boule, Wikingerschach Geschicklichkeit. Mit einem Stock musste unter anderem versucht werden, einen angespitzten Holzklotz nach oben zu schleudern und diesen dann mehrfach mit dem Stock zu treffen. Mehr als ein Treffer ist mir nicht gelungen. Dann musste der Stock weggeschleudert werden und von dort, wo er landete, musste man versuchen, den Holzklotz zu treffen. Der Verlierer musste letztlich den erneut weggeschleuderten Stock zwischen die Zähne nehmen und schreiend zum Holzklotz zurücklaufen. Das war ne ganz spaßige Angelegenheit. Beim Duell mit Björn hatte übrigens er den Stock zwischen den Zähnen 😉.

Dann ging es weiter, entlang an bizarren Steinformationen.

Wir kamen wieder hinab ins Tal zu einer kleinen Wasserstelle.

Danach ging es erst mal wieder zu der Familie zum Mittagessen. Eigentlich sollten wir hier gemeinsam mit der Familie Teigtaschen herstellen. Nun bekamen wir diese aber einfach nur als Mittagessen serviert. Sehr schade, dass das Programm schon wieder nicht eingehalten wurde. Das Essen schmeckte allerdings sehr lecker und das waren die besten Manti, die wir auf der ganzen Reise gegessen haben.

Nach der Mittagspause ging es dann nochmal auf Wanderschaft. Dieses Mal bestiegen wir den Berg auf der anderen Seite des Dorfes.

Wir passierten eine Kuhherde.

Schließlich ging es wieder hinunter.

Im Dorf angekommen bestiegen wir wieder den Bus und der junge Mann bekam ein gutes Trinkgeld von uns allen, was er sich redlich verdient hat.

Im Anschluss an die Wanderung, fuhr uns der Bus dann direkt zum Abschluss-Abendessen, dass die Agentur organisiert hatte. Wir hatten gefragt, ob wir auch nochmal ins Restaurant Emirhan gehen könnten, aber die Agrentur hatte schon ein anderes Restaurant gebucht. Dieses befand sich unweit des Emirhan ebenfalls auf der Rückseite des Registan. Das Restaurant sah eher etwas nobler aus und ich kam mir in unseren verstaubten Wanderklamotten eher etwas fehl am Platz vor. Aber zum Glück sahen wir ja alle so aus.

Zuerst gab es Salat. Am Anfang der Reise hatten wir da ja immer einen Bogen drumrum gemacht, am Ende der Reise hat sich eher niemand mehr darum geschert.

Zum Trinken wurde uns eine Art Likör hingestellt, Wein gab es leider keinen. Deshalb fragten dann alle nach Bier, außer ich und eine Mitreisende. Dann fragte unser Guide, ob wir stattdessen Wodka wollen. Naja, warum nicht. Und dann war er auf einmal verschwunden und ist das ganze Essen über nicht mehr aufgetaucht.

Als Nächstes bekamen wir eine Graupensuppe.

Und als Hauptgang dann Kebab.

Nachdem wir alle fast fertig waren mit Essen, tauchte dann unser Guide wieder auf, mit einer Flasche Wodka in der Hand, die er außerhalb des Restaurants gekauft hatte. Wir waren etwas verwirrt und als es die Kellner dann auch noch nach Gläsern fragte und diese auch noch bekam waren wir doch sehr verstutzt. Andere Länder, andere Sitten. So saßen wir dann im Restaurant und tranken den Wodka aus dem Supermarkt. Und die Flasche wurde leer 😉.

Zum Abschluss gab es noch etwas Obst. Die Honigmelonen hier im Lanf sind übrigens äußerst lecker.

Auf dem Rückweg kamen wir nochmal am Registan vorbei. Die meisten anderen gingen auf einen Absacker weiter. Ich sah mit zusammen mit einer Mitreisenden nochmal einen Teil der Lasershow nochmal aus einem anderen Blickwinkel an.

Dann gingen wir auch und ließen uns nochmal kurz bei den anderen nieder. Björn war schon ins Hotel gegangen. Das taten wir dann bald auch und dann war ja leider noch Packen angesagt. Nun war der letzte Tag auch vorüber.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 13. Tag: Freier Tag in Samarkand und Ulugh Beg Observatorium

Heute hatten wir mehr oder weniger einen freien Tag. Nur das Observatorium stand auf dem Programm. Am Vorabend wurde die Abfahrtzeit diskutiert. Die Gruppe wollte um 16 Uhr starten, Alisher beharrte auf 15 Uhr. Das sorgte für ein bisschen Unmut. Aber so war es dann halt.

Heute gingen wir dann etwas später zum Frühstück, gegen 8:45 Uhr. Die anderen waren aber auch noch alle da.

Wir hatten heute unseren 11. Jahrestag und konnten diesen nun nach eigenem Belieben gestalten.

Wir liefen dann erst mal Richtung Registan und wollten dann aber mal schauen, was dahinter so los ist. Wir liefen dort durch die Gassen, das war aber eher unspektakulär.

Siyob Basar

Schließlich erreichten wir den Siyob Basar. Davor gab es einen Laden, in dem wir ein bisschen stöberten und ich kaufte mir eine bestickte Jacke oder Überwurf. Angeblich soll diese aus Kashmir sein, was ich mir beim Preis von 12 Euro nicht vorstellen kann. Im Anschluss bummelten wir dann ein bisschen über den Basar. Wieder gab es verschiedene Abschnitte, einer für Nüsse, einer für Obst und Gemüse, einer für Töpferware und Seidenschals etc. Ich erstand hier noch einen Seidenschal und ein typisches usbekisches Käppi, das ich mir aber eher für die Fastnacht zugelegt habe. Kostete nur 2 Euro.

Schließlich probierte ich noch diese Süßspeise, die wir in den letzten Tagen ja schon am Straßenrand gesehen hatten. Was es ist, weiß ich immer noch nicht, ist aber arg süß.

Am Ende des Marktes standen wir wieder vor der Moschee. Vorgestern hatten wir gar nicht bemerkt, dass sich der Basar direkt nebenan befindet.

Hasrat Hisir Moschee

Wir bestiegen dann den Afrosiab-Hügel zur Hasrat Hisir Moschee. In dieser befindet sich das Grab von Islom Karimov, dem ersten Präsidenten Usbekistans. Von hier aus hat man einen schönen Blick zurück auf die Bibi-Chanum-Moschee und das Bibi-Chanum-Mausoleum.

Wir schauten dann nochmal kurz auf dem Friedhof vorbei.

Teahouse Oriental Sweets

Anschließend wollten Ruf ein bisschen die Seele baumeln lassen und ich googelte nach einem Teehaus und wurde schnell fündig. Das Teahouse Oriental Sweets befindet sich im Innenhof einer alten Karawanserei zwischen Registan und Bibi-Chanum-Moschee. Die Taptschans waren leider schon alle belegt, so dass wir uns an einen normalen Tisch setzen mussten. Wir bestellten einen Tee und Baklava. Björn hatte einen grünen Tee und ich bestellte Ziziphora Tee, weil ich diesen noch nicht kannte.

Hier verbrachten wir einige Zeit. Trotz der relativ vielen Menschen war das Stimmengewirr hier eher gedämpft und es war eine ruhige, angenehme Atmosphäre. Schließlich war es 14:15 Uhr und um 15 Uhr war ja leider Treffpunkt mit der Gruppe. Eigentlich wollten wir noch zur jüdischen Synagoge. Wir riskierten es trotzdem

Jüdisches Viertel

Das ehemalige jüdische Viertel liegt im östlichen Teil des historischen Zentrums von Samarkand. Um das jüdische Viertel zu betreten, mussten wir einen kleinen Durchgang in einem Tor passieren. Irgendwo hatte ich gelesen, dass dieses Viertel durch diese Tore vor den Augen der Touristen verborgen bleiben soll, da dieses als nicht allzu schön angesehen wird. Hier herrschte aber eher das wahre Leben, nicht an den von Touristen überströmten Prunkplätzen.

Gumbaz Synagoge

Wir erreichten dann die Gumbaz Synagoge, die von außen fast gar nicht ersichtlich war. Ein einfaches unscheinbares Eingangstor, wo wir uns gar nicht getraut hätten einzutreten, wenn ein Mitreisender uns nicht informiert hätte, dass man dort aber richtig ist.

Der Rabbi führte uns dann in die Synagoge, die extra für uns aufgeschlossen wurde.

Die Gumbaz-Synagoge ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein kulturelles Zentrum für die kleine, aber engagierte jüdische Gemeinde in Samarkand. Sie steht symbolisch für die jahrhundertelange Präsenz jüdischen Lebens entlang der Seidenstraße.

Björn bekam noch eine Kippa, aber nur, weil er danach gefragt hatte.

Dann mussten wir aber hurtigst zurück. Zum Hotel war es doch weiter als gedacht und das Navi sagte, dass wir um 15:05 Uhr da wären. Wir legten einen Gang zu und holten Minute um Minute auf und waren schließlich um 14:58 Uhr am Hotel. Dann ging es auch schon gleich mit dem Bus los zum Observatorium.

Ulugh Beg Observatorium

Das Observatorium wurde zwischen 1424 und 1429 vom timuridischen Herrscher und Astronomen Ulugh Beg, einem Enkel von Timur, erbaut. Das Herzstück war ein gigantischer Sextant mit einem Radius von über 36 m, präzise ausgerichtet in Nord-Süd-Richtung. Weitere Geräte waren eine Armillarsphäre und ein Goniometer. Heutzutage ist nur der unterirdische Teil des Sextanten und das Fundament erhalten. Ein Modell des ursprünglichen Gebäudes wurde rekonstruiert. Ulugh Beg wird heute als einer der größten Astronomen der islamischen Welt verehrt – auf einer Stufe mit Kopernikus und Galilei.

Hier waren ganze Schulklassen und riesige Reisegruppen unterwegs, was mich gleich schon abschreckte.

In diesem Gebäude befindet sich der Sextant bzw. das, was davon noch erhalten ist.

Anschließend gingen wir ins gegenüberliegende Museum. unglaublich, dass ich es geschafft habe, ein Foto ohne Menschen zu machen 😉.

Unser Guide wollte uns hier etwas erzählen, aber vor lauter Menschenmassen verstand ich eh nichts und die Leute trampelten sich hier fast zu Tode. Ich hielt es hier nicht lange aus und war nach gefühlt 2 Minuten auch schon wieder draußen. Dort setzte ich mich auf eine Bank und Björn und ein weiterer Mitreisender folgten auf dem Fuße. Furchtbar da drinnen. Grade es es leerer wurde und ich nochmal reingehen wollte, kamen die anderen aber auch wieder raus, so dass ich hier dann nicht allzu viel gesehen habe. Das wars dann auch schon mit dem Programm hier. Es war 16:30 Uhr und alle fragten sich, warum wir uns schon um 15:00 Uhr treffen mussten und unsere gewünschte Zeit von 16 Uhr nicht möglich war. Ich hätte ehrlich gesagt auch ganz auf diesen Programmpunkt verzichten können und wäre lieber noch in der Stadt geblieben.

Eigentlich stand heute auch noch ein Abendessen auf dem Programn, was dem Guide nicht bekannt war. Nach Rücksprache hieß es, dass dies ein Tippfehler sei. Mal wieder fand das Programm nicht wie angegeben statt.

Wir ließen uns dann vom Busfahrer am Basar absetzen. Unser Guide stieg ebenfalls mit aus und lief voran und wir hinterher. Bis wir irgendwann fragten, wo wir überhaupt hinlaufen. Eigentlich hatten wir jetzt nämlich wieder freie Zeit. Die Antwort war dann, dass er nach Hause läuft. Das hat dann von uns nur noch Kopfschütteln geerntet. Kein Tschüss und schönen Abend und wir schön hinterher gedackelt. Aber wir verstehen hier auf der Reise ja so einiges nicht.

Inzwischen hatten wir Plätze in einem Restaurant mit schöner Dachterrasse und Blick auf die Rückseite des Registans reserviert. Bis dahin war aber noch etwas Zeit und wir gingen als Gruppe nochmal auf den Basar.

Siyob Basar

Ich wollte dann noch schnell die Nüsschen kaufen, die wir immer zum Tee bekommen hatten. Morgens hatten wir die noch überall abgepackt gesehen, jetzt wo ich sie kaufen wollte, fanden wir sie nicht mehr. Am anderen Ende des Basars fanden wir sie dann doch noch und ich und zwei andere schlugen zu. Drei Packungen für 5 Euro. Auf den Märkten und Basaren hier konnten wir wirklich oft mit Euro bezahlen.

Restaurant Emirhan

Dann war es aber auch Zeit fürs Restaurant Emirhan. Das war wirklich eine gute Wahl. Am Eingang erwarteten uns schöne Wunderlampen.

Wir liefen mehrere Stockwerke zur schönen Dachterrasse hinauf. Hier hatte man einen schönen Blick auf den Komplex am Registan.

Als ich die Weinpreise gesehen habe, fragte ich erstmal, ob man mit Kreditkarte bezahlen kann. Konnte man.

Wir bestellten erst mal Essen. Ich nahm eine Linsensuppe als Vorspeise und Fried Laghman als Hauptgericht. Nach und nach kamen dann alle Vorspeisen, nur meine nicht. Und die Suppe war immer noch nicht da, als die anderen ihr Hauptgericht bekamen. Und da fehlte dann auch ein Fried Laghman, so dass ich erst mal ohne Vorspeise und Hauptgericht war. Auf Nachfrage erhielt ich beides noch, aber da waren die anderen schon fast fertig mit dem Essen. Es war aber beides sehr lecker, die Nudeln hätten aber etwas wärmer sein können.

Danach luden wir dann die Gruppe zu unserem Jahrestag auf eine Flasche Wein ein. Es gab Weine aus Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland, Südafrika, etc. Wir entschieden uns zuerst für einen Primitivo. Nach kurzer Zeit hieß es aber dann, dass dieser aus ist und das sollte wohl so sein. Alternativ wählten wir dann den Riesling aus Rheinhessen, unserer Heimatregion. Dieser kostete ca. 600.000 Som, also ca. 40 Euro. Der Riesling wurde dann gereicht und dann kam dieser doch auch tatsächlich noch aus meiner Heimatstadt Mainz und das hier in Usbekistan. Ob das dem Weingut bekannt ist? Was für ein lustiger Zufall.

Also stießen wir an unserem Jahrestag mit einem Riesling aus Mainz in Usbekistan an. Prost nach Rheinhessen.

Die Rechnung bekamen wir wieder auf Kyrillisch und wie immer warfen wir wieder mit Geldbündeln um uns 😂. Und wieder musste gefühlt fünf Mal nachgerechnet werden. Aber 2.000.000 hat man ja auch nicht jeden Tag in der Hand 😉.

Das war ein sehr schöner Abend und wir waren begeistert von Restaurant.

Danach nahmen wir nochmal einen Absacker im Old City zu uns. Dann liefen wir zurück ins Hotel und wie immer ist es spät geworden.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 12. Tag: Wanderung im Tal des Teufels und Besuch von Shahrisabz

Heute ging es nach dem Frühstück wieder um 9 Uhr los. Aus irgendeinem Grund wurden für heute zwei Taxis bestellt. Wahrscheinlich, weil die Straße so schlecht war. Ein Kleinbus und ein normaler Personenwagen holten uns ab. Wir fuhren noch ein ganzes Stück durch Samarkand, bevor wir auf die sehr holprigen Straßen außerhalb der Stadt kamen. Hier wurden wir dann richtig durchgeschüttelt.

Unterwegs machten wir einen Halt, wie immer wussten wir nicht warum. Ist das eine Toilettenpause? Gibt es hier was zu sehen? Es gibt ja keine Ankündigungen vom Guide. Auf Nachfrage erfuhren wir dann, dass hier der Film „Apache“ gedreht wurde und „alle Touristen hier hin wollen.“ Aha. Wir kannten den Film alle gar nicht. Trotzdem war die Landschaft drumrum ganz nett und wir machten bisschen Fotosession.

Ansonsten hüpfte ein verkleideter Indianer lustig über die Steine, es gab ein Kinderkarussell und ein paar weitere Belustigungen.

Noch ein Kitsch-Foto gefällig? 😉

Nach rund 20 Minuten ging es weiter. Irgendwann hielt der Bus wieder an, am Straßenrand gab es Verkaufsstände. Wieder wussten wir nicht, wofür der Stopp jetzt angedacht war. Dann kam raus, dass hier jetzt unsere Wanderung durch das „Tal des Teufels“ stattfindet. Das ist die Wanderung, die gestern noch gestrichen werden sollte. Hier oben auf 1200 m war es doch recht frisch.

Die Strassenstände hatten irgendwie alle das Gleiche. Gewürze und die Kugeln aus Kamelmilch.

Hier fiel uns dann ein altes Mütterlein ins Auge, die trotz ihres hohen Alters noch die Toiletten reinigen musste. Björn steckte ihr ein bisschen Geld zu. Ich fragte sie, ob ich ein Foto machen darf. Das verstand sie irgendwie und stimmte zu. Danach meinte sie, dass ich mit aufs Foto kommen soll. Sie war einfach so goldig.

Wir mussten dann aber los. Wir wanderten durch das „Tal des Teufels“, welches seinen Namen aufgrund der ausgefallenen Steinformationen hat. Laut der Legende haben Zauberer und Hexen hier ihre Opferzeremonien abgehalten. Die Einwohner der Gegend glauben, dass es hier eine Bodenenergie gibt, die die Milch aller Kühe, die hier vorbeigehen, noch besser macht.

Oder sind es doch die Strommasten unter denen die Kühe größtenteils standen 😉.

Ich fand die Gegend sehr schön. Die Wanderung war einfach, aber das war auch so angekündigt gewesen. Man hatte einen schönen Blick ins Tal nach Shahrisabz.

Als wir zu den erwähnten Strommasten kamen, hörte man es richtig bizzeln und so ganz wohl war uns nicht dabei, darunter durchzulaufen.

An unserem Endpunkt machten wir nochmal eine kleine Fotosession.

Dann ging es wieder zurück. Insgesamt waren wir rund 3 h unterwegs.

Auf dem Rückweg ging ich nochmal auf Toilette, um dem Mütterlein auch nochmal bisschen zusätzliches Geld zustecken zu können. Sie freute sich riesig, tätschelte und küsste meine Hand mehrfach und wollte unbedingt nochmal ein Foto machen 😂.

Dann ging es weiter nach Shahrisabz. Das ist der Geburtstort von Amir Temur. Hier hatte er einen Palast errichtet, von dem nur noch das Eingangsportal erhalten ist.

Hier gibt es ebenso wieder ein Denkmal für den Staatshelden.

Die Anlage war grundsätzlich schön, aber ziemlich verlassen und alle Springbrunnen waren leider abgeschaltet.

Am anderen Ende der Anlage besuchten wir noch den Dorus-Saodat-Komplex. Timur ließ den Komplex als dynastische Grabstätte für sich und seine Familie bauen. Trotzdem wurde er selbst später in Samarkand beigesetzt und nicht hier in seinem Mausoleum.

Hier wimmelte es von einer italienischen Reisegruppe, die sich über einen Söuvenirstand hermachte. Wir besichtigten das leere Grab (die Sinnhaftigkeit erschloss sich uns nicht so ganz 😉) und auf die Mausoleen hatten wir auch gar nicht mehr so richtig Lust, nach den vielen Eindrücken des letzten Tages. Trotzdem warf ich mal einen Blick hinein.

Dann ging es in rund 2 h wieder zurück nach Samarkand, mit Toilettenstop bei dem alten Mütterlein 😉.

Und natürlich war es letztendlich zeitlich überhaupt kein Problem gewesen, die Wanderung durchzuführen. Die Diskussionen waren also völlig unnütz gewesen.

In Samarkand gingen wir dann nochmal ins selbe Restaurant wie vorgestern.

Als Vorspeise bestellte sich jeder eine gefüllte Teigtasche (Samsa). Diese gab es mit Kürbis oder mit Fleisch.

Ich aß einen warmen Salat mit Rind. Sehr lecker.

Björn hatte Rinderfilet. Das war auch sehr gut.

Auf dem Weg zurück sahen wir diese Süßigkeiten zum Verkauf am Straßenrand. Wir wussten aber nicht, was das genau ist und probierten es vorerst nicht.

Zum Abschluss gingen wir noch auf einen Absacket ins Old City. Ich trank aber nur noch ein bisschen Tee. Dann ging es zurück ins Hotel und ins Bett.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 11. Tag: Samarkand

Heute stand nun die Stadtbesichtigung von Samarkand auf dem Programm. Um 8 Uhr waren wir beim Frühstücken und um 9 Uhr ging es los. Natürlich starteten wir am berühmten Registan-Platz mit den riesigen Medresen, das Wahrzeichen Samarkands . Unser Guide bezahlte den Eintritt und dann konnte es losgehen.

Registan-Platz

Links, die älteste der drei Medreseen, die Uleg-Beg-Medrese (1417-1420), rechts die Schirdor-Medrese (1611-1636) und in der Mitte die Tillya-Kori-Medrese (1646-1660).

So sahen die Gebäude vor der Sanierung aus.

Ulugh-Beg-Medrese

Der zentrale Innenhof ist umgeben von symmetrischen Fassaden mit kunstvollen Mosaiken. Die Räume rundherum dienten einst als Unterrichtszellen für Studenten. Heute befinden sich dort kleine Handwerksläden. Alle mit tollen Holzeingangstüren. Die Atmosphäre ist ruhig und historisch – ein Ort, an dem einst Astronomie und Mathematik gelehrt wurden unter der Leitung von Ulugh Beg selbst.

Hier gab es viele Souvenirshops und in einem davon konnte man sehen, wie die Fliesen restauriert werden bzw. neu erstellt werden. Was für eine Arbeit.

Hier in dem Laden gab es auch schöne Teekannen zu kaufen, aber leider kann man diese ja so schlecht heimtransportieren.

Diverse Fliesen konnte man auch erwerben, hier schlugen wir zu und kauften ein paar für zuhause.

Beim nächsten Laden gab es Seidenschals für nur 5 Euro, dort schlug ich ebenfalls nochmal zu.

Tillya-Kori-Medrese

Innen sieht man die prachtvoll vergoldete Moscheehalle mit blauen und goldenen Ornamenten. Die Decken sind reich verziert mit floralen Mustern und geometrischen Formen.

Die Gewänder der Männer nach der Hochzeit.

Zurück auf dem Registan Platz

Wie Ihr seht, ist das rechte eigentlich ein Fabrikschlot 😂.

Bibi-Chanum-Moschee

Über einen Boulevard liefen wir weiter zur Bibi-Chanum-Moschee. Eine der grandiosesten Moscheen der muslimischen Welt, die größte Moschee Zentralasiens,

In der Moschee benutzte ich dieses Mal meinen neuen Seidenschal als Kopfbedeckung, was viel angenehmer war als mein Sonnenhut.

Am Straßenrand gab es immer wieder Verkaufsstände.

Mittagessen

Anschließend gab es erst mal eine kurze Pause und unser Guide hatte zielstrebig das kitschigste und hässlichste Restaurant angesteuert. Das Essen war aber ganz lecker muss ich gestehen.

Suppe mit gefüllten Mantis.

Hier kam es schon wieder zu Unstimmigkeiten mit dem Guide. Zum einen hatte er für heute Abend noch nicht die Weinprobe organisiert, obwohl wir ihm schon vor zwei Tagen Bescheid gegeben hatten und zum anderen passte auch der ganze Zeitplan nicht richtig.

Austausch mit Deutsch-Studenten

Auf jeden Fall holte uns der Bus ab und brachte uns nun zu einem Campus, wo Deutsch-Studenten auf uns warteten und wir einen kleinen Austausch mit diesen hatten. Diese sollten motiviert werden, mehr Deutsch zu lernen. Das machte richtig Spaß und ich unterhielt mit einem Mädel namens Mashhura, die mich gleich mal auf 30 Jahre schätzte 😂. Das war alles sehr nett und am Ende tauschte ich Nummern mit ihr aus, damit sie evtl über Textnachrichten etwas Deutsch üben kann.

Shakhi Zinda Ensemble

Anschließend fuhren wir wieder zurück zum Shakhi Zinda Ensemble. Dieses Ensemble besteht aus einer Reihe prachtvoll verzierter Mausoleen, die zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert erbaut wurden und mit türkisfarbenen Kuppeln und kunstvollen Majolika-Fliesen glänzen. Der Name „Shakhi Zinda“ bedeutet „Der lebende König“ und bezieht sich auf die Legende um Kusam ibn Abbas, einen Cousin des Propheten Mohammed, dessen Grab sich dort befinden soll.

Anschließend fuhren wir dann zur Weinprobr, die zwischenzeitlich doch noch organisiert worden war. Dabei kamen wir am Fußballstadion von Sanarkand vorbei.

Weinprobe im Hotel Bagizagan

Die Weinprobe fand im Hotel Bagizagan statt.

Im Untergeschoss befindet sich die Weinkellerei mit sehr schönem Ambiente.

Zur Verkostung gab es diverse Häppchen wie Käse, Nüsse und Obst.

Wir bekamen verschiedene Weine zu verkosten, u. a. einen Cabernet Sauvignon aus 2020 und einen Rosé. Gefolgt von einem Cognac, dann ein Tambur und am Ende ein Chacha mit 40 %.

Danach war ich glaube ich etwas angetrunken 😉. Zurück im Hotel ist es mit unserem Guide dann fast eskaliert, nachdem er die Wanderung am morgigen Tag auf dem Weg nach Shahrisabz schon wieder ausfallen lassen wollte, weil das angeblich zeitlich nicht möglich wäre. Da gingen wir auf die Barrikaden und wurden vom Hotelpersonal angehalten bitte nicht so laut zu sein. Es kann doch nicht sein, dass wir eine Wanderreise buchen und dann fast alle Wanderungen nicht oder nur abgeändert stattfinden. Und wenn es zeitlich nicht passt, müssen wir halt früher losfahren. Nach irgendwelchen Telefonaten und hitzigen Debatten hieß es dann, dass er doch die Wanderung mit uns machen wird. Geht doch.

Lichtershow und Lasershow am Registan-Platz

Danach war ich dann doch wieder bei klarem Kopf, so dass ich doch noch mit zur Lichter- und Lasershow am Registan-Platz mitging. Und das hat sich gelohnt. Die Lichtershow findet jeden Abend um 20 Uhr statt und die Lasershow um 21 Uhr.

Zurück zum Hotel waren es dann ca. 10 Minuten zu Fuß, wo wir dann ins Bett fielen.

Ein Tag mit vielen neuen Eindrücken war zu Ende und wir fielen müde ins Bett.

05.09.2025 – 19.09.2025 Usbekistan – 10. Tag: Wanderung zu den Petroglyphen und Fahrt nach Samarkand

Eigentlich stand in unserem Programm, dass wir zum Dorf Uhum fahren und dort eine Wanderung machen. Aber wie immer, wenn Wandern auf dem Programm steht, machen wir ja nicht die angekündigten Wanderungen. Wir hatten uns am Vorabend darauf geeinigt, dann heute die Wanderung zu den Petroglyphen zu machen.

Aber erst mal bekamen wir wieder ein tolles Frühstück. Die Familie hier gibt sich sehr viel Mühe und hat ein schönes Plätzchen aufgebaut. Wir sind froh, dass dies im Programm ist und wir diesen Ort kennenlernen dürfen. Einfach, aber schön. Inzwischen sind wir auch bei Rohkost nicht mehr so zurückhaltend wie noch am Anfang der Reise. Und die Honigmelonen schmeckten köstlich.

Um 9 Ihr startete dann die Wanderung, die etwa zwei Stunden dauern sollte. Wir lieden wieder über das riesige Gelände der Familie.

Kurz später trafen wir dann Bauarbeiter, die unbedingt Fotos mit uns machen wollten 😂. Da lief es mal umgekehrt als sonst.

Wir liefen dann weiter das Tal entlang. Bis weit hinein standen noch Häuser von Einheimischen, eingebettet wie eine grüne Oase in die kahle Wüstenlandschaft. Hier begegneten wir winkenden Kindern, Einheimischen auf Eseln und das dortige Leben. So hatten wir uns eigentlich die gestrige Wanderung vorgestellt.

Der Weg verlief auf steinigen, aber relativ ebenen Wegen.

Wir kamen an solch kuriosen Strommasten aus Holz vorbei.

Schließlich stießen wir auf dieses kuriose Konstrukt.

Alisher erklärte uns, dass dies eine kleine Station ist, um ggf. ausbrechende kleine Brände bekämpfen zu können. Gefüllte Wasserflaschen, eine Schaufel etc. Die meisten Flaschen waren allerdings leer und er meinte, dass die Kinder diese beim Spielen oft ausschütten würden.

Auf dem Weg gab es Beeren, die wohl essbar sind, wir wollten aber nichts riskieren.

Wallnussbäume säumten den Weg.

Schließlich kamen wir zu einer Wassersammelstelle. Der Bach nebenan war aber leer. Hier war alles von Wildschweinen umgegraben.

Schließlich kamen wir dann zu den uralten Petroglyphen, unser Wanderziel.

Zurück an der Wasserstelle trafen wir dann auf eine Art Parkranger auf seinem Pferd.

Eine Markierung an der Grenze des Naturschutzgebiets.

Kurz vor der Unterkunft wuchsen Paprika, Auberginen und Blümchen am Wegesrand.

In der Unterkunft bekamen wir dann noch ein dreigänguges Mittagessen. Hui, so viel Hunger hatten wir gar nicht. Die Familie ist wirklich der Wahnsinn.

Anschließend ging es wieder in den Bus. Nochmal ein Blick zurück.

Nun fuhren wir mehrere Stunden durch die karge Wüstenlandschaft.

Unterwegs sahen wir eine große Solaranlage. Riesig. Bestimmt 4 km lang. Und wer baut sie? Natürlich die Chinesen.

Die Straße war ziemlich holperig und wir wurden durchgerüttelt. An Blog schreiben wer nicht zu denken, was eigentlich mein Plan war. Schließlich machten wir Halt an einer Baumwollplantage.

So sehen übrigens meistens unsere Toiletten unterwegs aus.

Solch lustige Autos sind uns begegnet.

Nach rund 4 h Fahrt kamen wir in Sanarkand an. Und da waren wir nun, in der Stadt, die in den Vorstellungen der Inbegriff von 1001 Nacht darstellt. Und was sahen wir im ersten Moment? Eine typische Großstadt. Wir fuhren zu unserem Hotel Registon Saroy. Hier ist Alkohol trinken auf dem Zimmer verboten. Es liegt unweit des berühmten Registan Platzes.

Gegen 17 Uhr waren wir dort und verabredeten uns als Gruppe wieder um 19 Uhr. Ziel war der beleuchtete Registan-Platz, den wir in nicht mal 10 Minuten zu Fuß erreichten. Hier waren ziemlich viele Menschen.

Dieser liegt übrigens direkt an einer vielbefahrenen mehrspurigen Straße und nicht, wie ich dachte, eingebettet in eine schöne Altstadt wie in Buchara.

Wir liefen dann erst mal die Straße weiter und ließen uns dort in einem Restaurant nieder. Was für ein Trubel hier, nach der ländlichen Idylle die Tage vorher. Nach dem reichhaltigen Mittagessen bestellte ich nur noch Gebratenes Gemüse. Björn hatte Hähnchennuggets als Vorspeise und als Hauptgang nochmal Hähnchen 😂.

Am Ende kam die Rechnung auf Kyrillisch 😂. Das war ein Spaß diese für 7 Leute auseinanderzudividieren, zumal man hier ja eh öfters mal mit den Millionen um sich schmeißt 😉.

Die Lichtershow und Lasershow am Registan-Platz haben wir verpasst, aber die findet ja morgen wieder statt. Einen Stopp machten wir trotzdem nochmal.

Danach ging es ab ins Bett.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 9. Tag: Wanderung zum Wasserfall

Kaum was stand wieder Wandern auf dem Programm, wurde alles wieder chaotisch. Am Vorabend war es wieder zu Diskussionen gekommen. Auf dem Programm stand eine 15 km Wanderung zum Wasserfall, angeboten werden sollte uns eine 8 km Wanderung zu den Petroglyphen. Da kochten die Emotionen dann gleich wieder hoch. Nach den Erfahrungen der letzten Tage beharrten wir dann darauf, zum Wasserfall laufen zu wollen. Der Hausbesitzer erklärte uns dann, dass es momentan keinen Wasserfall gibt, weil es kein Wasser gibt. Wir versuchten ihm dann zu erklären, dass wir trotzdem dorthin wollen, weil sich der beschriebene Weg dorthin ja auch schon toll anhörte. Unser Ziel war nicht das Bild vom Wasserfall. Das konnten sie eher nicht verstehen. Er hatte uns dann aber zugesichert, dass wir die Wanderung zum Wasserfall machen.

Heute gab es um 8 Uhr wieder leckeres Frühstück im Freien unter den Bäumen.

Die Wanderung startete dann um 9 Uhr. Der Bruder des Hausbesitzers begleitete uns als Guide, dieser sprach aber kein Englisch.

Draußen vorm Hotel blühten viele bunte Blumen, was in dieser kargen Wüstenumgebumg eher nicht zu erwarten war.

Wir kamen an Schafen vorbei….

…und passierten einen Friedhof, der einen sehr alten Eindruck machte.

Zwei Esel liefen uns auch über den Weg.

Und dann lief der Guide mit uns einen steinigen, relativ steilen Weg den Berg hinauf.

Und wir hatten das Gefühl, dass dies schon wieder nicht der Weg war, den wir eigentlich laufen wollten. Dieser war beschrieben mit „wir laufen auf einfachen Wegen durch das Kadvan-Tal. Bis tief hinein gibt es Häuser und Kinder winken am Wegesrand“. Und wir stiegen gerade einen Berg hinauf. Eine Mitreisende fragte nach, so gut es halt ging, und der Guide zeigte auf seinem Plan den ausgetrockneten Wasserfall. Ok, aber das war auf jeden Fall nicht der Weg, den wir uns gedacht hatten. Ich hatte inzwischen beschlossen, jetzt einfach die Wanderung zu machen, die wir jetzt halt machen und diese zu genießen. Anders machen wir uns ja nur selbst das Leben schwer.

Hier beim Aufstieg knallte die Sonne ganz schön von oben herunter und es wehte kein Lüftchen.

Nun bekamen wir quasi unsere Bergwanderung, wie wir sie eigentlich am ersten Wandertag erwartet hatten. Nur hatte ich dieses Mal nur die flachen Wanderschuhe angezogen, weil ich ja was ganz anderes erwartet hatte. Es ging aber trotzdem ganz gut.

Hier auf diesem Wegstück, wo es sehr geröllig war, stürzte aber eine Mitreisende und zog sich auf den spitzen Steinen einen Cut am Bein zu. Der Guide machte keine Anstalten zu schauen, was los ist und wartete nur in einiger Entfernung auf uns. Verbandmaterial hatte er eher auch nicht dabei. Ist hier doch dann alles bisschen anders als Zuhause. Also halfen wir uns als Gruppe mal wieder selbst. Eine steuerte ein Pflaster bei uns Björn eine Mullbinde. Als alter Rotkreuzler legte Björn auch den Verband an. Dann konnte es weitergehen.

Oben angekommen sahen wir in der Ferne eine grüne Oase.

Kurz später ging es dann steinig und geröllig wieder steil bergab.

Unten angekommen, hatten wir dann weite Wüstenlandschaft vor uns, die wir durchwanderten.

In der Ferne sahen wir ein Dorf. Quasi eine Oase inmitten der Wüste.

Schließlich Bogen wir in ein Tal ab, wo es etwas grüner wurde. Hier hat es mir gefallen..

Der Bach war leider wie angekündigt ausgetrocknet

Hier wäre eigentlich der Wasserfall heruntergekommen. Wir hatten also unser Ziel erreicht.

Nur waren wir uns nicht sicher, ob der Guide wirklich wie angekündigt das Picknick dabei hat. Er hatte uns WIE. Er breitete eine Decke aus und verteilte lauter leckere Köstlichkeiten darauf. Jetzt waren wir wirklich sehr positiv überrascht. Das war ja ein Festschmaus.

Gekochte Eier, Gurken, gefüllte Pfannkuchen, gekochte Kartoffeln, Bananen, selbst das Salz fehlte nicht. TOP!

Nachdem wir uns gestärkt hatten, liefen wir wieder durch das Tal zurück.

Und kamen wieder in die Wüstenlandschaft.

Ich war froh, dass wir nicht nochmal den Berg überquerten, sondern jetzt quasi um ihn herumliefen, auf flachen Wegen, aber in der prallen Sonne.

Schließlich erreichten wir das Dorf, wo uns die Kinder zuwinkten und laut Hallo riefen. So hatten wir uns eigentlich die Wanderung vorgestellt 😉.

Zwei jugendliche Mädchen hatten den gleichen Weg wie wir und wir versuchten Ihnen das Deutsche „Guten Tag“ beizubringen, was ihnen auch sehr gut gelang.

Kurz später liefen wir dann über weiteres Privatgelände der Familie zurück zur Unterkunft.

Am Ende standen ca. 15 km und 6 h auf der Uhr.

An der Unterkunft bekamen wir erst mal wieder Tee und Leckerlies. Ich schrieb bisschen Reiseblog.

Zwischendrin brachte Alisher Käsebällchen aus Kamelmilch vorbei, die wir mal probieren sollten. Ich probierte das natürlich. Schmeckte ein bisschen wie Feta-Käse in anderer Konsistenz.

Gegen Abend durften wir dann beim Brot backen zusehen. Bei der Teigzubereitung durften wir nicht zugegen sein, weil das im Glauben der Einwohner das Brot misslingen lässt, weil der Teig weich wird und runterfällt. Schließlich wurde dann aber der Ofen befeuert.

Die fertigen Brotlaibe werden anschließend an die Wand geklatscht und müssen ca. 20 Minuten backen.

Dann waren sie fertig.

Kurz später startete das Spiel unserer 05er gegen Leipzig und wir verfolgten dass Ergebnis im Ticker. Leider ging das Spiel verloren. Die kann man auch nicht alleine lassen 😉.

Das leckere Brot gab es dann zum Abendessen, zusammen mit vielen anderen Köstlichkeiten. Es ist unglaublich, was die Familie hier auf die Beine stellt.

Zum ersten Mal probierten wir Mantis, gefüllte Teigtaschen.

Es war wieder sehr lecker.

Danach war leider schon wieder Packen angesagt. Morgen geht es weiter nach Sanarkand.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 8. Tag: Wanderung zum Aydarkul-See und Fahrt ins Nuratau-Gebirge

Nach der wenig angenehmen Nacht klingelte der Wecker um 6:30 Uhr. Trotz dessen , dass es nur 7 Duschen für die rund 100 Leute gab, fand ich die Duschen leer vor. Viele hatten am Vorabend oder gar nicht geduscht. Die Dusche war sogar richtig heiß.

Das Frühstück war wieder eine Massenveranstaltung und das Buffet war schnell leergeputzt.

Um 9 Uhr startete dann unsere Wanderung zum Aydarkul-See. Wir konnten uns zwischen einer kürzeren und einer längeren Wanderung entscheiden. Die längere sollte Zusatzkosten verursachen, was uns aber egal war, zumal wir da ungerechnet über 7 Euro reden. Wir entschieden uns also für die längere Tour. Wir bestiegen die Hügel um das Camp und kamen wieder an einem Kamel vorbei. Immerhin scheinen die hier Auslauf zu haben und sind nicht angekettet.

Die Landschaft hier ist sehr karg und fast überall sah es gleich aus. Überall unberührte Wüstenlandschaft. Hätte uns der Guide ausgesetzt, hätten wir wahrscheinlich den Weg nicht mehr zurückgefunden.

Unterwegs begegnete uns eine Eidechse.

Über Stock und Stein ging es weiter.

Nach ca. 11 km und 3 h kamen wir am Aydarkul See an. Dieser entstand 1969, als Hochwasser des Syr-Darja-Flusses in die Arnasay-Senke umgeleitet wurde. Er ist also künstlich angelegt.

Eigentlich stand hier ein Picknick auf dem Programm, der Guide führte uns aber ins Restaurant, wo mehrere Gänge auf uns warteten.

Eigentlich war ich vor dem Hauptgericht schon gesättigt.

Anschließend gingen wir nochmal zum See und stürzten uns in die nassen Fluten. Beim Reingehen war das Wasser erst mal ziemlich kalt, wenn man aber erst mal drinnen war, war es schön erfrischend und angenehm. Björn verdingte sich die Zeit am Strand und ging später nur nochmal mit den Füßen ins Wasser.

Dann führte unser Weg weiter in die Nuratau Berge in ein Gästehaus einer einheimischen Familie.

Irgendwann zweigte ein Schotterweg von der asphaltierten Strasse ab. Dieser war sehr holprig und führte gefühlt ins Nirgendwo.

Schließlich kamen wir im Gästehaus an. Die Zimmer sind sehr einfach, aber ausreichend. Für uns Sieben haben wir zwei Bäder zur Verfügung. Hier bleiben wir zwei Nächte.

Hier wurden wir dann gleich zu einem Tee unter den Bäumen eingeladen.

Trotz der Abgelegenheit des Tales hatten wir hier über Wifi Bomben-Internetverbindung. Wir waren eigentlich davon ausgegangen drei Tage nicht erreichbar zu sein.

Am späteren Abend unterstützten wir dann beim Plov kochen. Wir durften die Karotten schälen und schneiden, die hier völlig überdimensioniert waren.

Später wurde der Plov dann zubereitet. Zuerst kam das Rindfleisch in den Topf. Dann wurden die Möhren und Zwiebeln hinzugefügt. Anschließend folgten die ganzen Gewürze. Anschließend wurde der Reis gleichmäßig über das Fleisch und Gemüse verteilt. Dann wurde das ganze mit heißem Wasser aufgegossen und köchelte dann vor sich hin.

Und wir erhielten um 19:30 Uhr ein fantastisches Abendessen.

Anschließend ging es dann ab ins Bett.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 7. Tag: Besuch Keramikwerkstatt, Fahrt nach Nurata und Übernachtung im Jurtencamp

Heute verließen wir dann die tolle Stadt Buchara wieder und es ging in die Wüste. Nach dem Frühstück holte uns der Bus ab und unterwegs hielten wir in einer weiteren Künstlewerkstatt. Die Künstler hier sind mehrfach ausgezeichnet und hohe Persönlichkeiten waren schon zu Besuch.

Es gab mehrere Werkstätten.

Eine Keramikausstellung.

Es wurde getöpfert.

Teppiche gewebt.

Anschließend ging die Fahrt weiter nach Nurata und den heiligen Quellen. Nach ca. zwei Stunden Fahrt kamen wir dort an. Vorher hatten wir noch eine Pause an einer Raststätte eingelegt, wo unser Guide essen gehen wollte. Wir entschieden uns aber für Einkaufen und später picknicken.

In Nurata besuchten wir dann erstmal die berühmte Chashma-Quelle. Die Quelle ist ein bedeutender Pilgerort für Gläubige aus ganz Usbekistan. Das Wasser gilt als heilend. In der Quelle leben heilige Karpfen (Marinka-Fische), die nicht gefangen oder gegessen werden dürfen. Nebenan steht die Djuma-Moschee.

Oberhalb der Quellen liegen die Ruinen der Festung Alexander des Großen. Dorthin stiegen wir im Anschluss auf. Am Wegrand gab es erstmal diverse Verkaufsstände.

Die Festung wurde laut Überlieferung im Jahr 327 v. Chr. von Alexander dem Großen während seines Feldzugs gegen Samarkand errichtet. Sie diente als strategischer Außenposten zur Verteidigung gegen nomadische Stämme aus dem Norden und lag an der Grenze zwischen Ackerbaukulturen und Steppenvölkern. Heute sind noch Lehmmauern und Strebepfeiler sichtbar, die einen Eindruck von der ursprünglichen Struktur vermitteln

Oben hatte man einen schönen Blick über die Stadt.

Dann stiegen wir wieder ab.

Am unteren Ende des Hanges gab es einen Kiosk mit schattigen Sitzgelegenheiten. Hier durften wir uns hinsetzen und unser Picknick einnehmen. Ein sehr schönes beschauliches Plätzchen.

Unter dem Tisch trugen dann die Ameisen eine heruntergefallene Rosine weg.

Dann ging es zurück auf die Straße. Wir fuhren noch rund zwei Stunden durch karge Wüstenlandschaft in Richtung Aydarkul See.

Inzwischen hatte ich dann keinen Internetzugang mehr. Schließlich kamen wir in unserem Jurtencamp an.

Hier erfuhren wir dann, dass wir nicht wie erwartet eine eigene Jurte für uns haben, sondern eine 3er und eine 4er Jurte belegen werden. Ich war dann mit den beiden Männern zusammen in einer Jurte. Die Jurten waren sehr einfach eingerichtet. Außer den drei Betten war nichts vorhanden. Es gab eine elektrisch betriebene Lampe und eine Steckdose. Das Kabel, das dort hingeführt hat, sah aber nicht so vertrauenswürdig aus. Die Isolierung war teilweise nicht vorhanden und ich vermied die Benutzung.

Ingesamt war die Jurte auch schon etwas heruntergekommen. Löcher im Dach und die Laken sahen auch nicht so einladend aus und ich bereute, dass ich mein Schlafsack-Inlett nicht mitgenommen hatte.

Wir fragten uns, warum wir keine eigene Jurte bekommen konnten, wo doch alle anderen Jurten leer standen.

Am Vortag war es wieder zu Unstimmigkeiten mit dem Guide gekommen, ob heute Wandern auf dem Programm steht oder nicht. Da war die Reisebeschreibung nicht so eindeutig. Deshalb hatte er für heute Abend noch eine Wanderung organisiert, die von einem Camp-Mitarbeiter durchgeführt wurde. Jetzt konnten wir zwischen der Wanderung und einem 15minütigen Kamelritt wählen. Björn entschied sich für die Wanderung und ich für den Kamelritt. Das war sehr spaßig und hätte ruhig noch etwas länger gehen dürfen. Vor allem, als sich das Kamel erhob, war gutes Festhalten angesagt.

Im Anschluss erklommen wir nochmal einen Hügel zu Fuß und betrachteten die uns umgebende Landschaft. Nichts als karge Wüstenlandschaft und mittendrin unser Camp.

Als wir wieder zurück am Camp waren, kam ein riesiger Reisebus mit Holländern angefahren. Jetzt wussten wir, warum wir keine eigene Jurte hatten und die Ruhe und Beschaulichkeit war dahin.

Im Anschluss setzten wir uns in den Speisesaal und bestellten uns ein paar Getränke und unterhielten uns.

Als die Sonne unterging, erklommen wir zu dritt nochmal die Dünen, die Wanderer waren immer noch nicht zurück. Wir machten lustige Fotos und hatten unseren Spaß.

Auf der Düne hinter uns war richtig Betrieb und wir verdorben Ihnen wahrscheinlich den Blick auf den Sonnenuntergang 😂.

Wir liefen wieder zurück ins Camp.

Pünktlich zum Abendessen um 19:30 Uhr war dann auch wieder die Wandergruppe zurück. Die Teilnehmer waren begeistert. Der einzige Kritikpunkt war, dass anscheinend hinter dem Camp der ganze Müll aus den Mülltonnen einfach in die Wüste geschmissen wurde.

Inzwischen war ein weiterer Reisebus angekommen und wir saßen mit rund 100 Leuten beim Abendessen. So stellt man sich irgendwie nicht eine Nacht im Jurtencamp unter dem Sternenhimmel vor. Das Essen war aber ganz lecker. Nebenher lud ich ein bisschen mein Handy. Empfang war aber keiner.

Anschließend ging es ans Lagerfeuer, wo ein Kasache mit einer Dombra etwas Musik spielte.

Die Holländerinnen hinter uns babbelten und babbelten und man konnte die Musik überhaupt nicht genießen. Ich bat sie dann doch bitte ruhig zu sein, worüber sie sich dann ziemlich lustig machten. Da fragt man sich, wofür manche so etwas buchen.

Nach der Musikvorführung blieben wir noch ein bisschen am Feuer sitzen und tranken unseren Rotwein. Auf einmal lief eine Riesenspinne über den Platz, die ich leider mit der Kamera nicht einfangen konnte. Unser Guide sagte, dass sie giftig ist. Brrr, also sollten wir die Koffer in der Jurte besser verschließen.

Natürlich gab es hier auch nur zentrale sanitäre Einrichtungen, wo wir uns bettfertig machten.

Danach folgte eine Nacht mit wenig Schlaf. Das Bett war steinhart, weil wir quasi nur auf einem Holzbrett mit 2 cm Auflage lagen. Nachts wurde es echt kalt, so dass ich meine Jacke, die neben dem Bett lag, anziehen musste. Gefühlt hatte ich gar nicht geschlafen, aber wahrscheinlich bin ich doch immer mal wieder weggenickt.

05.09. – 19.9.2025 Usbekistan – 6. Tag: Buchara

Ein weiterer Tag in der tollen Altstadt von Buchara lag vor uns. Wieder trafen wir uns um 10 Uhr vor dem Hotel. Also konnten wir in Ruhe frühstücken.

Als erstes besuchten wir eine Stickerei in den verwinkelten Gassen der Altstadt.

Diese existiert auch schon wieder über mehrere Generationen hinweg.

Er zeigte uns gleich ein sehr schönes Exemplar, wollte uns aber nicht sofort den Preis verraten. Am Nachmittag liefen wir nochmal hierher zurück, um diesen zu erfragen. 250 Euro war uns aber zu teuer, auch wenn es das bestimmt wert ist, nachdem wir am Vormittag ja erfahren hatten, wieviel Arbeit dahinter steckt.

Er zeigte uns viele verschiedene Modelle und deren Preise. Teilweise lagen diese bei 1000 Euro. Das hängt natürlich auch vom verwendeten Material ab. Baumwolle, Seide etc.

Bei diesem Exemplar bekamen wir die verschiedenen Symbole und deren Bedeutung etklärt, und das waren viele.

Dann bekamen wir das Sticken gezeigt.

Zuerst werden die ganzen Muster per Hand aufgemalt. Eine Menge Arbeit.

Dann beginnt das eigentliche Sticken. Das dauert oft bis zu vier Wochen.

An der Wand hing ein hindert Jahre altes Exemplar. Dieses ist natürlich unverkäuflich.

Das war alles sehr interessant und hat einem erst bewusst gemacht, wieviel Arbeit hinter einer solchen Stickerei steckt. Eine Stickerei haben wir aufgrund der Preise leider nicht gekauft, ich kaufte mir aber noch eine Tasche für 10 Euro und Björn kaufte eine einheimische Kappe.

Anschließend gingen wir dann zu einem Marionettenhersteller.

Ali Baba und die 40 Räuber.

Dann ging es noch zu einem Kalligraphen.

Und wir sollten eigentlich einem Schmied über die Schulter schauen, das artete aber eher in eine Verkaufsveranstaltung aus, wo wir ermutigt wurden Messer und Scheren zu kaufen. Beim Schmieden konnten wir leider nicht zuschauen. Ich kaufte aber noch für 10 Euro einen Seidenschal, den ich ggf. beim nächsten Tempelbesuch als Kopftuch tragen kann.

Danach machten wir erst mal ohne unseren Guide Pause im Silk Road Teahouse. Hier war es sehr ruhig und das Ambiente war so, wie man es sich in einem orientalischen Teehaus halt vorstellt. Für 70.000 Som bekam man quasi Tee „all you can drink“. Ich entschied mich dann bei der ersten Kanne für einen außergewöhnlichen Tee, den es normal eher nicht zu probieren gibt; Safrantee. Dazu gab es einheimische Süßigkeiten mit Rosinen, Sessm etc.

Die Kanne war ziemlich groß. Trotzdem bestellte ich mir hinterher noch einen Ingwertee. Der war auch sehr lecker. Dann trennten wir uns als Gruppe und Björn und ich blieben noch ein bisschen sitzen und genossen die Ruhe und den Tee. Ich kaufte dann noch von dem Safrantee und dachte auch über den Ingwertee nach, aber da eine Packung 10 Euro kostete, entschied ich mich nur für eine Sorte.

Und dann konnte das richtige Shopping starten 😉. Zuerst kaufte ich mir zwei weiße Blusen mit Stickereien. Eine weitere leichte weite Hose Hose fand ich leider nicht, weil mir entweder die Muster nicht gefielen oder der Gummizug spannte. Wir kauften dann aber noch zwei etwas billigere Tischläufer mit Stickereien.

Zwischendrin besuchten wir noch die Karawanserei, wo grade eine kostenlose Kunstausstellung stattfand.

Dann trafen wir uns wieder mit unseren Mitreisenden am Hotel.

Fürs Abendessen begaben wir uns dann auf die Suche nach einem Restaurant mit Dachterrasse.

Schliesslich fanden wir eins mit schöner Aussicht.

Björn hatte ein SevenUp bestellt, bekam aber eine Art Minzlimo.

Ich hatte Hähnchen und gebratenes Gemüse am Spieß. Das war wieder sehr lecker.

Anschließend liefen ein paar andere noch zu einem Briefkasten, wir liefen zu dritt zurück. Wir hatten uns aber noch auf einen Drink in der Nähe des Hotels verabredet und wir warteten dort auf die anderen.

Ich hatte einen Virgin Colada und Björn probierte mal usbekischen Vodka, der aber ziemlich geschmacklos war und Tee.

Tja und dann wurde es schon wieder 0 Uhr bis wir ins Bett kamen.