05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 14. Tag: Fahrt zum Dorf Ohalik mit Wanderungen

Heute war dann auch schon der letzte Tag angebrochen. Mit dem Bus fuhren wir ins Dorf Ohalik, das vor den Toren von Samarkand liegt. Unser Wanderguide für heute holte uns im Hotel ab. Ein junger Mann aus der Gegend um Ohalik. Die Fahrtzeit war dann auch nur ca. 30 Minuten. Dort angekommen kehrten wir bei einer einheimischen Familie ein, die wir aber leider nicht so richtig zu Gesicht bekommen haben. Hier wurden wir erst mal zum Tee eingeladen. Dazu gab es wieder leckere Knabbereien.

Eine Kuh besitzt die Familie auch.

Die Toiletten hier waren weniger entzückend. Es stank zum Himmel und es war wirklich kaum zum Aushalten. Aber die Toilettenschüssel war mit Samt abgedeckt 😂.

Schließlich starteten wir unserer Wanderung. Zuerst überquerten wir einen Bach.

Danach ging es dann relativ schnell bergauf. Damit hatte ich heute gar nicht gerechnet. Von oben blickten wir auf das Dorf hinab.

Die Landschaft ist auch hier sehr karg.

In der Ferne konnte man Samarkand sehen.

Eine Mitreisende blieb irgendwann zurück, da ihr die Anstiege zu steil wurden und wir auf dem gleichen Weg zurückkommen würden.

Der junge Mann führte die Tour hervorragend. Er konnte Englisch, er kannte die Gegend und die Wanderung und schaute immer, dass auch alle mitkommen und die Gruppe einigermaßen zusammen blieb. Genau so hätten wir uns das die ganze Reise über gewünscht.

Auf dem Gipfel packten wir dann nochmal die Fahne aus 😉.

Wir hatten tolle Ausblicke, die wie gemalt aussahen.

Unterwegs zeigte uns der Guide dann noch ein Spiel, dass häufig von den Kindern in Usbekistan gespielt wird. Den Namen habe ich leider vergessen. Es war irgendwie eine Mischung aus Boule, Wikingerschach Geschicklichkeit. Mit einem Stock musste unter anderem versucht werden, einen angespitzten Holzklotz nach oben zu schleudern und diesen dann mehrfach mit dem Stock zu treffen. Mehr als ein Treffer ist mir nicht gelungen. Dann musste der Stock weggeschleudert werden und von dort, wo er landete, musste man versuchen, den Holzklotz zu treffen. Der Verlierer musste letztlich den erneut weggeschleuderten Stock zwischen die Zähne nehmen und schreiend zum Holzklotz zurücklaufen. Das war ne ganz spaßige Angelegenheit. Beim Duell mit Björn hatte übrigens er den Stock zwischen den Zähnen 😉.

Dann ging es weiter, entlang an bizarren Steinformationen.

Wir kamen wieder hinab ins Tal zu einer kleinen Wasserstelle.

Danach ging es erst mal wieder zu der Familie zum Mittagessen. Eigentlich sollten wir hier gemeinsam mit der Familie Teigtaschen herstellen. Nun bekamen wir diese aber einfach nur als Mittagessen serviert. Sehr schade, dass das Programm schon wieder nicht eingehalten wurde. Das Essen schmeckte allerdings sehr lecker und das waren die besten Manti, die wir auf der ganzen Reise gegessen haben.

Nach der Mittagspause ging es dann nochmal auf Wanderschaft. Dieses Mal bestiegen wir den Berg auf der anderen Seite des Dorfes.

Wir passierten eine Kuhherde.

Schließlich ging es wieder hinunter.

Im Dorf angekommen bestiegen wir wieder den Bus und der junge Mann bekam ein gutes Trinkgeld von uns allen, was er sich redlich verdient hat.

Im Anschluss an die Wanderung, fuhr uns der Bus dann direkt zum Abschluss-Abendessen, dass die Agentur organisiert hatte. Wir hatten gefragt, ob wir auch nochmal ins Restaurant Emirhan gehen könnten, aber die Agrentur hatte schon ein anderes Restaurant gebucht. Dieses befand sich unweit des Emirhan ebenfalls auf der Rückseite des Registan. Das Restaurant sah eher etwas nobler aus und ich kam mir in unseren verstaubten Wanderklamotten eher etwas fehl am Platz vor. Aber zum Glück sahen wir ja alle so aus.

Zuerst gab es Salat. Am Anfang der Reise hatten wir da ja immer einen Bogen drumrum gemacht, am Ende der Reise hat sich eher niemand mehr darum geschert.

Zum Trinken wurde uns eine Art Likör hingestellt, Wein gab es leider keinen. Deshalb fragten dann alle nach Bier, außer ich und eine Mitreisende. Dann fragte unser Guide, ob wir stattdessen Wodka wollen. Naja, warum nicht. Und dann war er auf einmal verschwunden und ist das ganze Essen über nicht mehr aufgetaucht.

Als Nächstes bekamen wir eine Graupensuppe.

Und als Hauptgang dann Kebab.

Nachdem wir alle fast fertig waren mit Essen, tauchte dann unser Guide wieder auf, mit einer Flasche Wodka in der Hand, die er außerhalb des Restaurants gekauft hatte. Wir waren etwas verwirrt und als es die Kellner dann auch noch nach Gläsern fragte und diese auch noch bekam waren wir doch sehr verstutzt. Andere Länder, andere Sitten. So saßen wir dann im Restaurant und tranken den Wodka aus dem Supermarkt. Und die Flasche wurde leer 😉.

Zum Abschluss gab es noch etwas Obst. Die Honigmelonen hier im Lanf sind übrigens äußerst lecker.

Auf dem Rückweg kamen wir nochmal am Registan vorbei. Die meisten anderen gingen auf einen Absacker weiter. Ich sah mit zusammen mit einer Mitreisenden nochmal einen Teil der Lasershow nochmal aus einem anderen Blickwinkel an.

Dann gingen wir auch und ließen uns nochmal kurz bei den anderen nieder. Björn war schon ins Hotel gegangen. Das taten wir dann bald auch und dann war ja leider noch Packen angesagt. Nun war der letzte Tag auch vorüber.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 13. Tag: Freier Tag in Samarkand und Ulugh Beg Observatorium

Heute hatten wir mehr oder weniger einen freien Tag. Nur das Observatorium stand auf dem Programm. Am Vorabend wurde die Abfahrtzeit diskutiert. Die Gruppe wollte um 16 Uhr starten, Alisher beharrte auf 15 Uhr. Das sorgte für ein bisschen Unmut. Aber so war es dann halt.

Heute gingen wir dann etwas später zum Frühstück, gegen 8:45 Uhr. Die anderen waren aber auch noch alle da.

Wir hatten heute unseren 11. Jahrestag und konnten diesen nun nach eigenem Belieben gestalten.

Wir liefen dann erst mal Richtung Registan und wollten dann aber mal schauen, was dahinter so los ist. Wir liefen dort durch die Gassen, das war aber eher unspektakulär.

Siyob Basar

Schließlich erreichten wir den Siyob Basar. Davor gab es einen Laden, in dem wir ein bisschen stöberten und ich kaufte mir eine bestickte Jacke oder Überwurf. Angeblich soll diese aus Kashmir sein, was ich mir beim Preis von 12 Euro nicht vorstellen kann. Im Anschluss bummelten wir dann ein bisschen über den Basar. Wieder gab es verschiedene Abschnitte, einer für Nüsse, einer für Obst und Gemüse, einer für Töpferware und Seidenschals etc. Ich erstand hier noch einen Seidenschal und ein typisches usbekisches Käppi, das ich mir aber eher für die Fastnacht zugelegt habe. Kostete nur 2 Euro.

Schließlich probierte ich noch diese Süßspeise, die wir in den letzten Tagen ja schon am Straßenrand gesehen hatten. Was es ist, weiß ich immer noch nicht, ist aber arg süß.

Am Ende des Marktes standen wir wieder vor der Moschee. Vorgestern hatten wir gar nicht bemerkt, dass sich der Basar direkt nebenan befindet.

Hasrat Hisir Moschee

Wir bestiegen dann den Afrosiab-Hügel zur Hasrat Hisir Moschee. In dieser befindet sich das Grab von Islom Karimov, dem ersten Präsidenten Usbekistans. Von hier aus hat man einen schönen Blick zurück auf die Bibi-Chanum-Moschee und das Bibi-Chanum-Mausoleum.

Wir schauten dann nochmal kurz auf dem Friedhof vorbei.

Teahouse Oriental Sweets

Anschließend wollten Ruf ein bisschen die Seele baumeln lassen und ich googelte nach einem Teehaus und wurde schnell fündig. Das Teahouse Oriental Sweets befindet sich im Innenhof einer alten Karawanserei zwischen Registan und Bibi-Chanum-Moschee. Die Taptschans waren leider schon alle belegt, so dass wir uns an einen normalen Tisch setzen mussten. Wir bestellten einen Tee und Baklava. Björn hatte einen grünen Tee und ich bestellte Ziziphora Tee, weil ich diesen noch nicht kannte.

Hier verbrachten wir einige Zeit. Trotz der relativ vielen Menschen war das Stimmengewirr hier eher gedämpft und es war eine ruhige, angenehme Atmosphäre. Schließlich war es 14:15 Uhr und um 15 Uhr war ja leider Treffpunkt mit der Gruppe. Eigentlich wollten wir noch zur jüdischen Synagoge. Wir riskierten es trotzdem

Jüdisches Viertel

Das ehemalige jüdische Viertel liegt im östlichen Teil des historischen Zentrums von Samarkand. Um das jüdische Viertel zu betreten, mussten wir einen kleinen Durchgang in einem Tor passieren. Irgendwo hatte ich gelesen, dass dieses Viertel durch diese Tore vor den Augen der Touristen verborgen bleiben soll, da dieses als nicht allzu schön angesehen wird. Hier herrschte aber eher das wahre Leben, nicht an den von Touristen überströmten Prunkplätzen.

Gumbaz Synagoge

Wir erreichten dann die Gumbaz Synagoge, die von außen fast gar nicht ersichtlich war. Ein einfaches unscheinbares Eingangstor, wo wir uns gar nicht getraut hätten einzutreten, wenn ein Mitreisender uns nicht informiert hätte, dass man dort aber richtig ist.

Der Rabbi führte uns dann in die Synagoge, die extra für uns aufgeschlossen wurde.

Die Gumbaz-Synagoge ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein kulturelles Zentrum für die kleine, aber engagierte jüdische Gemeinde in Samarkand. Sie steht symbolisch für die jahrhundertelange Präsenz jüdischen Lebens entlang der Seidenstraße.

Björn bekam noch eine Kippa, aber nur, weil er danach gefragt hatte.

Dann mussten wir aber hurtigst zurück. Zum Hotel war es doch weiter als gedacht und das Navi sagte, dass wir um 15:05 Uhr da wären. Wir legten einen Gang zu und holten Minute um Minute auf und waren schließlich um 14:58 Uhr am Hotel. Dann ging es auch schon gleich mit dem Bus los zum Observatorium.

Ulugh Beg Observatorium

Das Observatorium wurde zwischen 1424 und 1429 vom timuridischen Herrscher und Astronomen Ulugh Beg, einem Enkel von Timur, erbaut. Das Herzstück war ein gigantischer Sextant mit einem Radius von über 36 m, präzise ausgerichtet in Nord-Süd-Richtung. Weitere Geräte waren eine Armillarsphäre und ein Goniometer. Heutzutage ist nur der unterirdische Teil des Sextanten und das Fundament erhalten. Ein Modell des ursprünglichen Gebäudes wurde rekonstruiert. Ulugh Beg wird heute als einer der größten Astronomen der islamischen Welt verehrt – auf einer Stufe mit Kopernikus und Galilei.

Hier waren ganze Schulklassen und riesige Reisegruppen unterwegs, was mich gleich schon abschreckte.

In diesem Gebäude befindet sich der Sextant bzw. das, was davon noch erhalten ist.

Anschließend gingen wir ins gegenüberliegende Museum. unglaublich, dass ich es geschafft habe, ein Foto ohne Menschen zu machen 😉.

Unser Guide wollte uns hier etwas erzählen, aber vor lauter Menschenmassen verstand ich eh nichts und die Leute trampelten sich hier fast zu Tode. Ich hielt es hier nicht lange aus und war nach gefühlt 2 Minuten auch schon wieder draußen. Dort setzte ich mich auf eine Bank und Björn und ein weiterer Mitreisender folgten auf dem Fuße. Furchtbar da drinnen. Grade es es leerer wurde und ich nochmal reingehen wollte, kamen die anderen aber auch wieder raus, so dass ich hier dann nicht allzu viel gesehen habe. Das wars dann auch schon mit dem Programm hier. Es war 16:30 Uhr und alle fragten sich, warum wir uns schon um 15:00 Uhr treffen mussten und unsere gewünschte Zeit von 16 Uhr nicht möglich war. Ich hätte ehrlich gesagt auch ganz auf diesen Programmpunkt verzichten können und wäre lieber noch in der Stadt geblieben.

Eigentlich stand heute auch noch ein Abendessen auf dem Programn, was dem Guide nicht bekannt war. Nach Rücksprache hieß es, dass dies ein Tippfehler sei. Mal wieder fand das Programm nicht wie angegeben statt.

Wir ließen uns dann vom Busfahrer am Basar absetzen. Unser Guide stieg ebenfalls mit aus und lief voran und wir hinterher. Bis wir irgendwann fragten, wo wir überhaupt hinlaufen. Eigentlich hatten wir jetzt nämlich wieder freie Zeit. Die Antwort war dann, dass er nach Hause läuft. Das hat dann von uns nur noch Kopfschütteln geerntet. Kein Tschüss und schönen Abend und wir schön hinterher gedackelt. Aber wir verstehen hier auf der Reise ja so einiges nicht.

Inzwischen hatten wir Plätze in einem Restaurant mit schöner Dachterrasse und Blick auf die Rückseite des Registans reserviert. Bis dahin war aber noch etwas Zeit und wir gingen als Gruppe nochmal auf den Basar.

Siyob Basar

Ich wollte dann noch schnell die Nüsschen kaufen, die wir immer zum Tee bekommen hatten. Morgens hatten wir die noch überall abgepackt gesehen, jetzt wo ich sie kaufen wollte, fanden wir sie nicht mehr. Am anderen Ende des Basars fanden wir sie dann doch noch und ich und zwei andere schlugen zu. Drei Packungen für 5 Euro. Auf den Märkten und Basaren hier konnten wir wirklich oft mit Euro bezahlen.

Restaurant Emirhan

Dann war es aber auch Zeit fürs Restaurant Emirhan. Das war wirklich eine gute Wahl. Am Eingang erwarteten uns schöne Wunderlampen.

Wir liefen mehrere Stockwerke zur schönen Dachterrasse hinauf. Hier hatte man einen schönen Blick auf den Komplex am Registan.

Als ich die Weinpreise gesehen habe, fragte ich erstmal, ob man mit Kreditkarte bezahlen kann. Konnte man.

Wir bestellten erst mal Essen. Ich nahm eine Linsensuppe als Vorspeise und Fried Laghman als Hauptgericht. Nach und nach kamen dann alle Vorspeisen, nur meine nicht. Und die Suppe war immer noch nicht da, als die anderen ihr Hauptgericht bekamen. Und da fehlte dann auch ein Fried Laghman, so dass ich erst mal ohne Vorspeise und Hauptgericht war. Auf Nachfrage erhielt ich beides noch, aber da waren die anderen schon fast fertig mit dem Essen. Es war aber beides sehr lecker, die Nudeln hätten aber etwas wärmer sein können.

Danach luden wir dann die Gruppe zu unserem Jahrestag auf eine Flasche Wein ein. Es gab Weine aus Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland, Südafrika, etc. Wir entschieden uns zuerst für einen Primitivo. Nach kurzer Zeit hieß es aber dann, dass dieser aus ist und das sollte wohl so sein. Alternativ wählten wir dann den Riesling aus Rheinhessen, unserer Heimatregion. Dieser kostete ca. 600.000 Som, also ca. 40 Euro. Der Riesling wurde dann gereicht und dann kam dieser doch auch tatsächlich noch aus meiner Heimatstadt Mainz und das hier in Usbekistan. Ob das dem Weingut bekannt ist? Was für ein lustiger Zufall.

Also stießen wir an unserem Jahrestag mit einem Riesling aus Mainz in Usbekistan an. Prost nach Rheinhessen.

Die Rechnung bekamen wir wieder auf Kyrillisch und wie immer warfen wir wieder mit Geldbündeln um uns 😂. Und wieder musste gefühlt fünf Mal nachgerechnet werden. Aber 2.000.000 hat man ja auch nicht jeden Tag in der Hand 😉.

Das war ein sehr schöner Abend und wir waren begeistert von Restaurant.

Danach nahmen wir nochmal einen Absacker im Old City zu uns. Dann liefen wir zurück ins Hotel und wie immer ist es spät geworden.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 12. Tag: Wanderung im Tal des Teufels und Besuch von Shahrisabz

Heute ging es nach dem Frühstück wieder um 9 Uhr los. Aus irgendeinem Grund wurden für heute zwei Taxis bestellt. Wahrscheinlich, weil die Straße so schlecht war. Ein Kleinbus und ein normaler Personenwagen holten uns ab. Wir fuhren noch ein ganzes Stück durch Samarkand, bevor wir auf die sehr holprigen Straßen außerhalb der Stadt kamen. Hier wurden wir dann richtig durchgeschüttelt.

Unterwegs machten wir einen Halt, wie immer wussten wir nicht warum. Ist das eine Toilettenpause? Gibt es hier was zu sehen? Es gibt ja keine Ankündigungen vom Guide. Auf Nachfrage erfuhren wir dann, dass hier der Film „Apache“ gedreht wurde und „alle Touristen hier hin wollen.“ Aha. Wir kannten den Film alle gar nicht. Trotzdem war die Landschaft drumrum ganz nett und wir machten bisschen Fotosession.

Ansonsten hüpfte ein verkleideter Indianer lustig über die Steine, es gab ein Kinderkarussell und ein paar weitere Belustigungen.

Noch ein Kitsch-Foto gefällig? 😉

Nach rund 20 Minuten ging es weiter. Irgendwann hielt der Bus wieder an, am Straßenrand gab es Verkaufsstände. Wieder wussten wir nicht, wofür der Stopp jetzt angedacht war. Dann kam raus, dass hier jetzt unsere Wanderung durch das „Tal des Teufels“ stattfindet. Das ist die Wanderung, die gestern noch gestrichen werden sollte. Hier oben auf 1200 m war es doch recht frisch.

Die Strassenstände hatten irgendwie alle das Gleiche. Gewürze und die Kugeln aus Kamelmilch.

Hier fiel uns dann ein altes Mütterlein ins Auge, die trotz ihres hohen Alters noch die Toiletten reinigen musste. Björn steckte ihr ein bisschen Geld zu. Ich fragte sie, ob ich ein Foto machen darf. Das verstand sie irgendwie und stimmte zu. Danach meinte sie, dass ich mit aufs Foto kommen soll. Sie war einfach so goldig.

Wir mussten dann aber los. Wir wanderten durch das „Tal des Teufels“, welches seinen Namen aufgrund der ausgefallenen Steinformationen hat. Laut der Legende haben Zauberer und Hexen hier ihre Opferzeremonien abgehalten. Die Einwohner der Gegend glauben, dass es hier eine Bodenenergie gibt, die die Milch aller Kühe, die hier vorbeigehen, noch besser macht.

Oder sind es doch die Strommasten unter denen die Kühe größtenteils standen 😉.

Ich fand die Gegend sehr schön. Die Wanderung war einfach, aber das war auch so angekündigt gewesen. Man hatte einen schönen Blick ins Tal nach Shahrisabz.

Als wir zu den erwähnten Strommasten kamen, hörte man es richtig bizzeln und so ganz wohl war uns nicht dabei, darunter durchzulaufen.

An unserem Endpunkt machten wir nochmal eine kleine Fotosession.

Dann ging es wieder zurück. Insgesamt waren wir rund 3 h unterwegs.

Auf dem Rückweg ging ich nochmal auf Toilette, um dem Mütterlein auch nochmal bisschen zusätzliches Geld zustecken zu können. Sie freute sich riesig, tätschelte und küsste meine Hand mehrfach und wollte unbedingt nochmal ein Foto machen 😂.

Dann ging es weiter nach Shahrisabz. Das ist der Geburtstort von Amir Temur. Hier hatte er einen Palast errichtet, von dem nur noch das Eingangsportal erhalten ist.

Hier gibt es ebenso wieder ein Denkmal für den Staatshelden.

Die Anlage war grundsätzlich schön, aber ziemlich verlassen und alle Springbrunnen waren leider abgeschaltet.

Am anderen Ende der Anlage besuchten wir noch den Dorus-Saodat-Komplex. Timur ließ den Komplex als dynastische Grabstätte für sich und seine Familie bauen. Trotzdem wurde er selbst später in Samarkand beigesetzt und nicht hier in seinem Mausoleum.

Hier wimmelte es von einer italienischen Reisegruppe, die sich über einen Söuvenirstand hermachte. Wir besichtigten das leere Grab (die Sinnhaftigkeit erschloss sich uns nicht so ganz 😉) und auf die Mausoleen hatten wir auch gar nicht mehr so richtig Lust, nach den vielen Eindrücken des letzten Tages. Trotzdem warf ich mal einen Blick hinein.

Dann ging es in rund 2 h wieder zurück nach Samarkand, mit Toilettenstop bei dem alten Mütterlein 😉.

Und natürlich war es letztendlich zeitlich überhaupt kein Problem gewesen, die Wanderung durchzuführen. Die Diskussionen waren also völlig unnütz gewesen.

In Samarkand gingen wir dann nochmal ins selbe Restaurant wie vorgestern.

Als Vorspeise bestellte sich jeder eine gefüllte Teigtasche (Samsa). Diese gab es mit Kürbis oder mit Fleisch.

Ich aß einen warmen Salat mit Rind. Sehr lecker.

Björn hatte Rinderfilet. Das war auch sehr gut.

Auf dem Weg zurück sahen wir diese Süßigkeiten zum Verkauf am Straßenrand. Wir wussten aber nicht, was das genau ist und probierten es vorerst nicht.

Zum Abschluss gingen wir noch auf einen Absacket ins Old City. Ich trank aber nur noch ein bisschen Tee. Dann ging es zurück ins Hotel und ins Bett.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 11. Tag: Samarkand

Heute stand nun die Stadtbesichtigung von Samarkand auf dem Programm. Um 8 Uhr waren wir beim Frühstücken und um 9 Uhr ging es los. Natürlich starteten wir am berühmten Registan-Platz mit den riesigen Medresen, das Wahrzeichen Samarkands . Unser Guide bezahlte den Eintritt und dann konnte es losgehen.

Registan-Platz

Links, die älteste der drei Medreseen, die Uleg-Beg-Medrese (1417-1420), rechts die Schirdor-Medrese (1611-1636) und in der Mitte die Tillya-Kori-Medrese (1646-1660).

So sahen die Gebäude vor der Sanierung aus.

Ulugh-Beg-Medrese

Der zentrale Innenhof ist umgeben von symmetrischen Fassaden mit kunstvollen Mosaiken. Die Räume rundherum dienten einst als Unterrichtszellen für Studenten. Heute befinden sich dort kleine Handwerksläden. Alle mit tollen Holzeingangstüren. Die Atmosphäre ist ruhig und historisch – ein Ort, an dem einst Astronomie und Mathematik gelehrt wurden unter der Leitung von Ulugh Beg selbst.

Hier gab es viele Souvenirshops und in einem davon konnte man sehen, wie die Fliesen restauriert werden bzw. neu erstellt werden. Was für eine Arbeit.

Hier in dem Laden gab es auch schöne Teekannen zu kaufen, aber leider kann man diese ja so schlecht heimtransportieren.

Diverse Fliesen konnte man auch erwerben, hier schlugen wir zu und kauften ein paar für zuhause.

Beim nächsten Laden gab es Seidenschals für nur 5 Euro, dort schlug ich ebenfalls nochmal zu.

Tillya-Kori-Medrese

Innen sieht man die prachtvoll vergoldete Moscheehalle mit blauen und goldenen Ornamenten. Die Decken sind reich verziert mit floralen Mustern und geometrischen Formen.

Die Gewänder der Männer nach der Hochzeit.

Zurück auf dem Registan Platz

Wie Ihr seht, ist das rechte eigentlich ein Fabrikschlot 😂.

Bibi-Chanum-Moschee

Über einen Boulevard liefen wir weiter zur Bibi-Chanum-Moschee. Eine der grandiosesten Moscheen der muslimischen Welt, die größte Moschee Zentralasiens,

In der Moschee benutzte ich dieses Mal meinen neuen Seidenschal als Kopfbedeckung, was viel angenehmer war als mein Sonnenhut.

Am Straßenrand gab es immer wieder Verkaufsstände.

Mittagessen

Anschließend gab es erst mal eine kurze Pause und unser Guide hatte zielstrebig das kitschigste und hässlichste Restaurant angesteuert. Das Essen war aber ganz lecker muss ich gestehen.

Suppe mit gefüllten Mantis.

Hier kam es schon wieder zu Unstimmigkeiten mit dem Guide. Zum einen hatte er für heute Abend noch nicht die Weinprobe organisiert, obwohl wir ihm schon vor zwei Tagen Bescheid gegeben hatten und zum anderen passte auch der ganze Zeitplan nicht richtig.

Austausch mit Deutsch-Studenten

Auf jeden Fall holte uns der Bus ab und brachte uns nun zu einem Campus, wo Deutsch-Studenten auf uns warteten und wir einen kleinen Austausch mit diesen hatten. Diese sollten motiviert werden, mehr Deutsch zu lernen. Das machte richtig Spaß und ich unterhielt mit einem Mädel namens Mashhura, die mich gleich mal auf 30 Jahre schätzte 😂. Das war alles sehr nett und am Ende tauschte ich Nummern mit ihr aus, damit sie evtl über Textnachrichten etwas Deutsch üben kann.

Shakhi Zinda Ensemble

Anschließend fuhren wir wieder zurück zum Shakhi Zinda Ensemble. Dieses Ensemble besteht aus einer Reihe prachtvoll verzierter Mausoleen, die zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert erbaut wurden und mit türkisfarbenen Kuppeln und kunstvollen Majolika-Fliesen glänzen. Der Name „Shakhi Zinda“ bedeutet „Der lebende König“ und bezieht sich auf die Legende um Kusam ibn Abbas, einen Cousin des Propheten Mohammed, dessen Grab sich dort befinden soll.

Anschließend fuhren wir dann zur Weinprobr, die zwischenzeitlich doch noch organisiert worden war. Dabei kamen wir am Fußballstadion von Sanarkand vorbei.

Weinprobe im Hotel Bagizagan

Die Weinprobe fand im Hotel Bagizagan statt.

Im Untergeschoss befindet sich die Weinkellerei mit sehr schönem Ambiente.

Zur Verkostung gab es diverse Häppchen wie Käse, Nüsse und Obst.

Wir bekamen verschiedene Weine zu verkosten, u. a. einen Cabernet Sauvignon aus 2020 und einen Rosé. Gefolgt von einem Cognac, dann ein Tambur und am Ende ein Chacha mit 40 %.

Danach war ich glaube ich etwas angetrunken 😉. Zurück im Hotel ist es mit unserem Guide dann fast eskaliert, nachdem er die Wanderung am morgigen Tag auf dem Weg nach Shahrisabz schon wieder ausfallen lassen wollte, weil das angeblich zeitlich nicht möglich wäre. Da gingen wir auf die Barrikaden und wurden vom Hotelpersonal angehalten bitte nicht so laut zu sein. Es kann doch nicht sein, dass wir eine Wanderreise buchen und dann fast alle Wanderungen nicht oder nur abgeändert stattfinden. Und wenn es zeitlich nicht passt, müssen wir halt früher losfahren. Nach irgendwelchen Telefonaten und hitzigen Debatten hieß es dann, dass er doch die Wanderung mit uns machen wird. Geht doch.

Lichtershow und Lasershow am Registan-Platz

Danach war ich dann doch wieder bei klarem Kopf, so dass ich doch noch mit zur Lichter- und Lasershow am Registan-Platz mitging. Und das hat sich gelohnt. Die Lichtershow findet jeden Abend um 20 Uhr statt und die Lasershow um 21 Uhr.

Zurück zum Hotel waren es dann ca. 10 Minuten zu Fuß, wo wir dann ins Bett fielen.

Ein Tag mit vielen neuen Eindrücken war zu Ende und wir fielen müde ins Bett.

05.09.2025 – 19.09.2025 Usbekistan – 10. Tag: Wanderung zu den Petroglyphen und Fahrt nach Samarkand

Eigentlich stand in unserem Programm, dass wir zum Dorf Uhum fahren und dort eine Wanderung machen. Aber wie immer, wenn Wandern auf dem Programm steht, machen wir ja nicht die angekündigten Wanderungen. Wir hatten uns am Vorabend darauf geeinigt, dann heute die Wanderung zu den Petroglyphen zu machen.

Aber erst mal bekamen wir wieder ein tolles Frühstück. Die Familie hier gibt sich sehr viel Mühe und hat ein schönes Plätzchen aufgebaut. Wir sind froh, dass dies im Programm ist und wir diesen Ort kennenlernen dürfen. Einfach, aber schön. Inzwischen sind wir auch bei Rohkost nicht mehr so zurückhaltend wie noch am Anfang der Reise. Und die Honigmelonen schmeckten köstlich.

Um 9 Ihr startete dann die Wanderung, die etwa zwei Stunden dauern sollte. Wir lieden wieder über das riesige Gelände der Familie.

Kurz später trafen wir dann Bauarbeiter, die unbedingt Fotos mit uns machen wollten 😂. Da lief es mal umgekehrt als sonst.

Wir liefen dann weiter das Tal entlang. Bis weit hinein standen noch Häuser von Einheimischen, eingebettet wie eine grüne Oase in die kahle Wüstenlandschaft. Hier begegneten wir winkenden Kindern, Einheimischen auf Eseln und das dortige Leben. So hatten wir uns eigentlich die gestrige Wanderung vorgestellt.

Der Weg verlief auf steinigen, aber relativ ebenen Wegen.

Wir kamen an solch kuriosen Strommasten aus Holz vorbei.

Schließlich stießen wir auf dieses kuriose Konstrukt.

Alisher erklärte uns, dass dies eine kleine Station ist, um ggf. ausbrechende kleine Brände bekämpfen zu können. Gefüllte Wasserflaschen, eine Schaufel etc. Die meisten Flaschen waren allerdings leer und er meinte, dass die Kinder diese beim Spielen oft ausschütten würden.

Auf dem Weg gab es Beeren, die wohl essbar sind, wir wollten aber nichts riskieren.

Wallnussbäume säumten den Weg.

Schließlich kamen wir zu einer Wassersammelstelle. Der Bach nebenan war aber leer. Hier war alles von Wildschweinen umgegraben.

Schließlich kamen wir dann zu den uralten Petroglyphen, unser Wanderziel.

Zurück an der Wasserstelle trafen wir dann auf eine Art Parkranger auf seinem Pferd.

Eine Markierung an der Grenze des Naturschutzgebiets.

Kurz vor der Unterkunft wuchsen Paprika, Auberginen und Blümchen am Wegesrand.

In der Unterkunft bekamen wir dann noch ein dreigänguges Mittagessen. Hui, so viel Hunger hatten wir gar nicht. Die Familie ist wirklich der Wahnsinn.

Anschließend ging es wieder in den Bus. Nochmal ein Blick zurück.

Nun fuhren wir mehrere Stunden durch die karge Wüstenlandschaft.

Unterwegs sahen wir eine große Solaranlage. Riesig. Bestimmt 4 km lang. Und wer baut sie? Natürlich die Chinesen.

Die Straße war ziemlich holperig und wir wurden durchgerüttelt. An Blog schreiben wer nicht zu denken, was eigentlich mein Plan war. Schließlich machten wir Halt an einer Baumwollplantage.

So sehen übrigens meistens unsere Toiletten unterwegs aus.

Solch lustige Autos sind uns begegnet.

Nach rund 4 h Fahrt kamen wir in Sanarkand an. Und da waren wir nun, in der Stadt, die in den Vorstellungen der Inbegriff von 1001 Nacht darstellt. Und was sahen wir im ersten Moment? Eine typische Großstadt. Wir fuhren zu unserem Hotel Registon Saroy. Hier ist Alkohol trinken auf dem Zimmer verboten. Es liegt unweit des berühmten Registan Platzes.

Gegen 17 Uhr waren wir dort und verabredeten uns als Gruppe wieder um 19 Uhr. Ziel war der beleuchtete Registan-Platz, den wir in nicht mal 10 Minuten zu Fuß erreichten. Hier waren ziemlich viele Menschen.

Dieser liegt übrigens direkt an einer vielbefahrenen mehrspurigen Straße und nicht, wie ich dachte, eingebettet in eine schöne Altstadt wie in Buchara.

Wir liefen dann erst mal die Straße weiter und ließen uns dort in einem Restaurant nieder. Was für ein Trubel hier, nach der ländlichen Idylle die Tage vorher. Nach dem reichhaltigen Mittagessen bestellte ich nur noch Gebratenes Gemüse. Björn hatte Hähnchennuggets als Vorspeise und als Hauptgang nochmal Hähnchen 😂.

Am Ende kam die Rechnung auf Kyrillisch 😂. Das war ein Spaß diese für 7 Leute auseinanderzudividieren, zumal man hier ja eh öfters mal mit den Millionen um sich schmeißt 😉.

Die Lichtershow und Lasershow am Registan-Platz haben wir verpasst, aber die findet ja morgen wieder statt. Einen Stopp machten wir trotzdem nochmal.

Danach ging es ab ins Bett.