05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 15. Tag: Heimreise

Heute mussten wir dann Goodbye sagen. Der Bus holte uns um 6 Uhr ab, also war frühes Aufstehen angesagt. Das Hotel hatte uns für heute Lunchpakete zur Verfügung gestellt. Darum mussten wir uns aber auch selbst kümmern, seitens der Reiseleitung wurde nichts organisiert.

Zum Flughafen dauerte es dann auch nur ca. 20 Minuten. Hier wurde als erstes das Gepäck durchleuchtet.

Anschließend aßen die meisten ihre Lunchboxen. Ich bekam so früh morgens noch nichts runter. Unser Wasser schmissen wir weg, was wir hinterher bereuten, weil wir es erstaunlicherweise hätten mitnehmen dürfen.

Und dann nahm das Drama seinen Lauf. Wir gingen zu den Automaten für die Passkomtrolle…..und keiner unserer Reisepässe konnte gelesen werden. Stimmt nicht, die beiden Mitreisenden, die noch einen alten Reisepass besaßen kamen durch und alle mit neuem Reisepass schauten in die Röhre.

Ein Beamter schickte uns dann zu den Schaltern, wo eigentlich die Abwicklung der usbekischen Einwohner erfolgt. Diese wollten uns dann ständig zurück zu den Automaten schicken. Und aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse konnten wir ihnen die Situation natürlich nicht erklären.

Hier tummelten sich dann eine Menge Menschen und es ging überhaupt nicht vorwärts. Immer mehr Menschen standen in der Traube. Immer wieder kamen Flugcrews, die vorgelassen werden mussten. Dann kam die Putzkolonne, die sich mit ihren Wägen durch die Menschenmassen zwängen mussten etc.

Pro Person die dran kam, dauerte es gefühlt 10 Minuten für die Abfertigung und man fragte sich, was dort genau gemacht wird. Normalerweise ist ja eher die Einreise vielleicht etwas zeitaufwendiger. Bei der Ausreise haben wir üblicherweise immer schnell das Stempelchen bekommen und gut war es. Es waren bestimmt noch 15 Leute vor uns und die Zeit schritt voran. Teilweise kam es zu tumultartigen Aufständen, weil jeder in dem Pulk die Befürchtung hatte, seinen Flieger zu verpassen. Ständig versuchte jemand sich vorzudrängeln. Dann kam ein Beamter, der die Meute wieder zurück hinter die rote Linie drängte. Auf einmal waren dann 3 Leute zwischen Björn und mir. Das reinste Chaos.Auf die Nachfrage einer Mitreisenden, was das Problem ist, war die Antwort nur: „No Problem“. Die innere Unruhe wurde immer größer. Ich muss dazu sagen, dass hier nur ein Schalter geöffnet war, obwohl es noch zwei weitere gegeben hätte. Und es kam niemand auf die Idee, diese zu öffnen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam die erste Person aus unserer Reisegruppe an die Reihe. Der Pass wurde kontrolliert. Ein Foto wurde gemacht. Und dann wurde auf einmal nach einer Registrierung gefragt. Welche Registrierung? So etwas hatten wir nicht bekommen. Diese hätte uns wohl das Hotel ausstellen müssen. Haben sie aber nicht. Und vom Reiseleiter hatten wir natürlich auch keinen Hinweis bekommen. Also rief die Dame am Schalter dann auch erst noch im Hotel an und ließ sich die Richtigkeit bestätigen. Dann konnte es weiter gehen. Schließlich kam ich an die Reihe. Was nach der Passkontrolle noch eine Ewigkeit lang gecheckt wurde, weiß ich nicht. Schließlich war ich durch. Da war dann ja aber nur Schritt eins geschafft. Die Sicherheitskontrolle hatten wir ja noch vor uns. Ich konnte hier auch nicht auf Björn warten, weil ich in die Schlange für die Sicherheitskontrolle verwiesen wurde.

Inzwischen war es 8:20 und unser Boarding startete. schließlich passierte ich einen weiteren Beamten, der nochmal einen Stempel auf dem Flugticket verewigte. Dann durch die Sicherheitskontrolle, diese lief problemlos. Danach wartete ich auf Björn. Es dauerte weitere 10 Minuten bis er auch da war und dann hetzten wir zum Gate, wo das Boarding schon voll im Gange war. Der Flieger war schon halbvoll. Just in time.

Gestresst und mit den Nerven am Ende nahmen wir dann unsere Plätze am Notausgang ein.

Ein wenig schöner Abschluss des Urlaubes. So eine chaotische Ausreise haben wir noch nie erlebt.

Pünktlich um 9 Uhr startete der Flieger nach Istanbul. Tschüß Samarkand.

In Istanbul hatten wir dann nochmal durch die Sicherheitskontrolle, was beim Hinflug komischerweise nicht der Fall war.

Hier verloren wir dann auch die Mitreisende aus den Augen, die als einzige nach Düsseldorf weiterflog und somit konnten wir uns dann auch leider nicht mehr verabschieden. Schade.

Wir hatten dann noch etwas Aufenthalt. Ich bummelte zwar noch etwas in dem riesigen Einkaufstempel, aber wirklich Freude bereitete das nicht.

Im Anschlussflieger hatten wir dann auch noch die Mittelplätze in der Viererreihe in der Mitte. Jackpot. Bei diesem Flug waren beim Buchen leider keine Plätze am Notausgang mehr zu bekommen.

Schließlich kamen wir gegen 17 Uhr in Frankfurt an.

Hier gab es das große Abschied nehmen. Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder. Es war eine großartige Gruppe.

Eine Mitreisende hatte die Musik von Björns Band im Urlaub so gut gefallen, dass sie sich entschieden hatte, am WE noch mit auf das anstehende Konzert zu kommen. Unsere Einladung, bei uns zu übernachten hat sie gerne angenommen und ihren Urlaub noch zwei Tage bei uns verlängert.

Somit hatten wir dann auch eine Mitfahrgelegenheit nach Hause und mussten uns kein Taxi nehmen.

Am Samstag habe ich mit ihr dann bei herrlichem Wetter noch Mainz unsicher gemacht, bevor es abends zum Bandauftritt von Cherry-Tree in der Denkbar in Frankfurt ging.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 14. Tag: Fahrt zum Dorf Ohalik mit Wanderungen

Heute war dann auch schon der letzte Tag angebrochen. Mit dem Bus fuhren wir ins Dorf Ohalik, das vor den Toren von Samarkand liegt. Unser Wanderguide für heute holte uns im Hotel ab. Ein junger Mann aus der Gegend um Ohalik. Die Fahrtzeit war dann auch nur ca. 30 Minuten. Dort angekommen kehrten wir bei einer einheimischen Familie ein, die wir aber leider nicht so richtig zu Gesicht bekommen haben. Hier wurden wir erst mal zum Tee eingeladen. Dazu gab es wieder leckere Knabbereien.

Eine Kuh besitzt die Familie auch.

Die Toiletten hier waren weniger entzückend. Es stank zum Himmel und es war wirklich kaum zum Aushalten. Aber die Toilettenschüssel war mit Samt abgedeckt 😂.

Schließlich starteten wir unserer Wanderung. Zuerst überquerten wir einen Bach.

Danach ging es dann relativ schnell bergauf. Damit hatte ich heute gar nicht gerechnet. Von oben blickten wir auf das Dorf hinab.

Die Landschaft ist auch hier sehr karg.

In der Ferne konnte man Samarkand sehen.

Eine Mitreisende blieb irgendwann zurück, da ihr die Anstiege zu steil wurden und wir auf dem gleichen Weg zurückkommen würden.

Der junge Mann führte die Tour hervorragend. Er konnte Englisch, er kannte die Gegend und die Wanderung und schaute immer, dass auch alle mitkommen und die Gruppe einigermaßen zusammen blieb. Genau so hätten wir uns das die ganze Reise über gewünscht.

Auf dem Gipfel packten wir dann nochmal die Fahne aus 😉.

Wir hatten tolle Ausblicke, die wie gemalt aussahen.

Unterwegs zeigte uns der Guide dann noch ein Spiel, dass häufig von den Kindern in Usbekistan gespielt wird. Den Namen habe ich leider vergessen. Es war irgendwie eine Mischung aus Boule, Wikingerschach Geschicklichkeit. Mit einem Stock musste unter anderem versucht werden, einen angespitzten Holzklotz nach oben zu schleudern und diesen dann mehrfach mit dem Stock zu treffen. Mehr als ein Treffer ist mir nicht gelungen. Dann musste der Stock weggeschleudert werden und von dort, wo er landete, musste man versuchen, den Holzklotz zu treffen. Der Verlierer musste letztlich den erneut weggeschleuderten Stock zwischen die Zähne nehmen und schreiend zum Holzklotz zurücklaufen. Das war ne ganz spaßige Angelegenheit. Beim Duell mit Björn hatte übrigens er den Stock zwischen den Zähnen 😉.

Dann ging es weiter, entlang an bizarren Steinformationen.

Wir kamen wieder hinab ins Tal zu einer kleinen Wasserstelle.

Danach ging es erst mal wieder zu der Familie zum Mittagessen. Eigentlich sollten wir hier gemeinsam mit der Familie Teigtaschen herstellen. Nun bekamen wir diese aber einfach nur als Mittagessen serviert. Sehr schade, dass das Programm schon wieder nicht eingehalten wurde. Das Essen schmeckte allerdings sehr lecker und das waren die besten Manti, die wir auf der ganzen Reise gegessen haben.

Nach der Mittagspause ging es dann nochmal auf Wanderschaft. Dieses Mal bestiegen wir den Berg auf der anderen Seite des Dorfes.

Wir passierten eine Kuhherde.

Schließlich ging es wieder hinunter.

Im Dorf angekommen bestiegen wir wieder den Bus und der junge Mann bekam ein gutes Trinkgeld von uns allen, was er sich redlich verdient hat.

Im Anschluss an die Wanderung, fuhr uns der Bus dann direkt zum Abschluss-Abendessen, dass die Agentur organisiert hatte. Wir hatten gefragt, ob wir auch nochmal ins Restaurant Emirhan gehen könnten, aber die Agrentur hatte schon ein anderes Restaurant gebucht. Dieses befand sich unweit des Emirhan ebenfalls auf der Rückseite des Registan. Das Restaurant sah eher etwas nobler aus und ich kam mir in unseren verstaubten Wanderklamotten eher etwas fehl am Platz vor. Aber zum Glück sahen wir ja alle so aus.

Zuerst gab es Salat. Am Anfang der Reise hatten wir da ja immer einen Bogen drumrum gemacht, am Ende der Reise hat sich eher niemand mehr darum geschert.

Zum Trinken wurde uns eine Art Likör hingestellt, Wein gab es leider keinen. Deshalb fragten dann alle nach Bier, außer ich und eine Mitreisende. Dann fragte unser Guide, ob wir stattdessen Wodka wollen. Naja, warum nicht. Und dann war er auf einmal verschwunden und ist das ganze Essen über nicht mehr aufgetaucht.

Als Nächstes bekamen wir eine Graupensuppe.

Und als Hauptgang dann Kebab.

Nachdem wir alle fast fertig waren mit Essen, tauchte dann unser Guide wieder auf, mit einer Flasche Wodka in der Hand, die er außerhalb des Restaurants gekauft hatte. Wir waren etwas verwirrt und als es die Kellner dann auch noch nach Gläsern fragte und diese auch noch bekam waren wir doch sehr verstutzt. Andere Länder, andere Sitten. So saßen wir dann im Restaurant und tranken den Wodka aus dem Supermarkt. Und die Flasche wurde leer 😉.

Zum Abschluss gab es noch etwas Obst. Die Honigmelonen hier im Lanf sind übrigens äußerst lecker.

Auf dem Rückweg kamen wir nochmal am Registan vorbei. Die meisten anderen gingen auf einen Absacker weiter. Ich sah mit zusammen mit einer Mitreisenden nochmal einen Teil der Lasershow nochmal aus einem anderen Blickwinkel an.

Dann gingen wir auch und ließen uns nochmal kurz bei den anderen nieder. Björn war schon ins Hotel gegangen. Das taten wir dann bald auch und dann war ja leider noch Packen angesagt. Nun war der letzte Tag auch vorüber.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 13. Tag: Freier Tag in Samarkand und Ulugh Beg Observatorium

Heute hatten wir mehr oder weniger einen freien Tag. Nur das Observatorium stand auf dem Programm. Am Vorabend wurde die Abfahrtzeit diskutiert. Die Gruppe wollte um 16 Uhr starten, Alisher beharrte auf 15 Uhr. Das sorgte für ein bisschen Unmut. Aber so war es dann halt.

Heute gingen wir dann etwas später zum Frühstück, gegen 8:45 Uhr. Die anderen waren aber auch noch alle da.

Wir hatten heute unseren 11. Jahrestag und konnten diesen nun nach eigenem Belieben gestalten.

Wir liefen dann erst mal Richtung Registan und wollten dann aber mal schauen, was dahinter so los ist. Wir liefen dort durch die Gassen, das war aber eher unspektakulär.

Siyob Basar

Schließlich erreichten wir den Siyob Basar. Davor gab es einen Laden, in dem wir ein bisschen stöberten und ich kaufte mir eine bestickte Jacke oder Überwurf. Angeblich soll diese aus Kashmir sein, was ich mir beim Preis von 12 Euro nicht vorstellen kann. Im Anschluss bummelten wir dann ein bisschen über den Basar. Wieder gab es verschiedene Abschnitte, einer für Nüsse, einer für Obst und Gemüse, einer für Töpferware und Seidenschals etc. Ich erstand hier noch einen Seidenschal und ein typisches usbekisches Käppi, das ich mir aber eher für die Fastnacht zugelegt habe. Kostete nur 2 Euro.

Schließlich probierte ich noch diese Süßspeise, die wir in den letzten Tagen ja schon am Straßenrand gesehen hatten. Was es ist, weiß ich immer noch nicht, ist aber arg süß.

Am Ende des Marktes standen wir wieder vor der Moschee. Vorgestern hatten wir gar nicht bemerkt, dass sich der Basar direkt nebenan befindet.

Hasrat Hisir Moschee

Wir bestiegen dann den Afrosiab-Hügel zur Hasrat Hisir Moschee. In dieser befindet sich das Grab von Islom Karimov, dem ersten Präsidenten Usbekistans. Von hier aus hat man einen schönen Blick zurück auf die Bibi-Chanum-Moschee und das Bibi-Chanum-Mausoleum.

Wir schauten dann nochmal kurz auf dem Friedhof vorbei.

Teahouse Oriental Sweets

Anschließend wollten Ruf ein bisschen die Seele baumeln lassen und ich googelte nach einem Teehaus und wurde schnell fündig. Das Teahouse Oriental Sweets befindet sich im Innenhof einer alten Karawanserei zwischen Registan und Bibi-Chanum-Moschee. Die Taptschans waren leider schon alle belegt, so dass wir uns an einen normalen Tisch setzen mussten. Wir bestellten einen Tee und Baklava. Björn hatte einen grünen Tee und ich bestellte Ziziphora Tee, weil ich diesen noch nicht kannte.

Hier verbrachten wir einige Zeit. Trotz der relativ vielen Menschen war das Stimmengewirr hier eher gedämpft und es war eine ruhige, angenehme Atmosphäre. Schließlich war es 14:15 Uhr und um 15 Uhr war ja leider Treffpunkt mit der Gruppe. Eigentlich wollten wir noch zur jüdischen Synagoge. Wir riskierten es trotzdem

Jüdisches Viertel

Das ehemalige jüdische Viertel liegt im östlichen Teil des historischen Zentrums von Samarkand. Um das jüdische Viertel zu betreten, mussten wir einen kleinen Durchgang in einem Tor passieren. Irgendwo hatte ich gelesen, dass dieses Viertel durch diese Tore vor den Augen der Touristen verborgen bleiben soll, da dieses als nicht allzu schön angesehen wird. Hier herrschte aber eher das wahre Leben, nicht an den von Touristen überströmten Prunkplätzen.

Gumbaz Synagoge

Wir erreichten dann die Gumbaz Synagoge, die von außen fast gar nicht ersichtlich war. Ein einfaches unscheinbares Eingangstor, wo wir uns gar nicht getraut hätten einzutreten, wenn ein Mitreisender uns nicht informiert hätte, dass man dort aber richtig ist.

Der Rabbi führte uns dann in die Synagoge, die extra für uns aufgeschlossen wurde.

Die Gumbaz-Synagoge ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein kulturelles Zentrum für die kleine, aber engagierte jüdische Gemeinde in Samarkand. Sie steht symbolisch für die jahrhundertelange Präsenz jüdischen Lebens entlang der Seidenstraße.

Björn bekam noch eine Kippa, aber nur, weil er danach gefragt hatte.

Dann mussten wir aber hurtigst zurück. Zum Hotel war es doch weiter als gedacht und das Navi sagte, dass wir um 15:05 Uhr da wären. Wir legten einen Gang zu und holten Minute um Minute auf und waren schließlich um 14:58 Uhr am Hotel. Dann ging es auch schon gleich mit dem Bus los zum Observatorium.

Ulugh Beg Observatorium

Das Observatorium wurde zwischen 1424 und 1429 vom timuridischen Herrscher und Astronomen Ulugh Beg, einem Enkel von Timur, erbaut. Das Herzstück war ein gigantischer Sextant mit einem Radius von über 36 m, präzise ausgerichtet in Nord-Süd-Richtung. Weitere Geräte waren eine Armillarsphäre und ein Goniometer. Heutzutage ist nur der unterirdische Teil des Sextanten und das Fundament erhalten. Ein Modell des ursprünglichen Gebäudes wurde rekonstruiert. Ulugh Beg wird heute als einer der größten Astronomen der islamischen Welt verehrt – auf einer Stufe mit Kopernikus und Galilei.

Hier waren ganze Schulklassen und riesige Reisegruppen unterwegs, was mich gleich schon abschreckte.

In diesem Gebäude befindet sich der Sextant bzw. das, was davon noch erhalten ist.

Anschließend gingen wir ins gegenüberliegende Museum. unglaublich, dass ich es geschafft habe, ein Foto ohne Menschen zu machen 😉.

Unser Guide wollte uns hier etwas erzählen, aber vor lauter Menschenmassen verstand ich eh nichts und die Leute trampelten sich hier fast zu Tode. Ich hielt es hier nicht lange aus und war nach gefühlt 2 Minuten auch schon wieder draußen. Dort setzte ich mich auf eine Bank und Björn und ein weiterer Mitreisender folgten auf dem Fuße. Furchtbar da drinnen. Grade es es leerer wurde und ich nochmal reingehen wollte, kamen die anderen aber auch wieder raus, so dass ich hier dann nicht allzu viel gesehen habe. Das wars dann auch schon mit dem Programm hier. Es war 16:30 Uhr und alle fragten sich, warum wir uns schon um 15:00 Uhr treffen mussten und unsere gewünschte Zeit von 16 Uhr nicht möglich war. Ich hätte ehrlich gesagt auch ganz auf diesen Programmpunkt verzichten können und wäre lieber noch in der Stadt geblieben.

Eigentlich stand heute auch noch ein Abendessen auf dem Programn, was dem Guide nicht bekannt war. Nach Rücksprache hieß es, dass dies ein Tippfehler sei. Mal wieder fand das Programm nicht wie angegeben statt.

Wir ließen uns dann vom Busfahrer am Basar absetzen. Unser Guide stieg ebenfalls mit aus und lief voran und wir hinterher. Bis wir irgendwann fragten, wo wir überhaupt hinlaufen. Eigentlich hatten wir jetzt nämlich wieder freie Zeit. Die Antwort war dann, dass er nach Hause läuft. Das hat dann von uns nur noch Kopfschütteln geerntet. Kein Tschüss und schönen Abend und wir schön hinterher gedackelt. Aber wir verstehen hier auf der Reise ja so einiges nicht.

Inzwischen hatten wir Plätze in einem Restaurant mit schöner Dachterrasse und Blick auf die Rückseite des Registans reserviert. Bis dahin war aber noch etwas Zeit und wir gingen als Gruppe nochmal auf den Basar.

Siyob Basar

Ich wollte dann noch schnell die Nüsschen kaufen, die wir immer zum Tee bekommen hatten. Morgens hatten wir die noch überall abgepackt gesehen, jetzt wo ich sie kaufen wollte, fanden wir sie nicht mehr. Am anderen Ende des Basars fanden wir sie dann doch noch und ich und zwei andere schlugen zu. Drei Packungen für 5 Euro. Auf den Märkten und Basaren hier konnten wir wirklich oft mit Euro bezahlen.

Restaurant Emirhan

Dann war es aber auch Zeit fürs Restaurant Emirhan. Das war wirklich eine gute Wahl. Am Eingang erwarteten uns schöne Wunderlampen.

Wir liefen mehrere Stockwerke zur schönen Dachterrasse hinauf. Hier hatte man einen schönen Blick auf den Komplex am Registan.

Als ich die Weinpreise gesehen habe, fragte ich erstmal, ob man mit Kreditkarte bezahlen kann. Konnte man.

Wir bestellten erst mal Essen. Ich nahm eine Linsensuppe als Vorspeise und Fried Laghman als Hauptgericht. Nach und nach kamen dann alle Vorspeisen, nur meine nicht. Und die Suppe war immer noch nicht da, als die anderen ihr Hauptgericht bekamen. Und da fehlte dann auch ein Fried Laghman, so dass ich erst mal ohne Vorspeise und Hauptgericht war. Auf Nachfrage erhielt ich beides noch, aber da waren die anderen schon fast fertig mit dem Essen. Es war aber beides sehr lecker, die Nudeln hätten aber etwas wärmer sein können.

Danach luden wir dann die Gruppe zu unserem Jahrestag auf eine Flasche Wein ein. Es gab Weine aus Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland, Südafrika, etc. Wir entschieden uns zuerst für einen Primitivo. Nach kurzer Zeit hieß es aber dann, dass dieser aus ist und das sollte wohl so sein. Alternativ wählten wir dann den Riesling aus Rheinhessen, unserer Heimatregion. Dieser kostete ca. 600.000 Som, also ca. 40 Euro. Der Riesling wurde dann gereicht und dann kam dieser doch auch tatsächlich noch aus meiner Heimatstadt Mainz und das hier in Usbekistan. Ob das dem Weingut bekannt ist? Was für ein lustiger Zufall.

Also stießen wir an unserem Jahrestag mit einem Riesling aus Mainz in Usbekistan an. Prost nach Rheinhessen.

Die Rechnung bekamen wir wieder auf Kyrillisch und wie immer warfen wir wieder mit Geldbündeln um uns 😂. Und wieder musste gefühlt fünf Mal nachgerechnet werden. Aber 2.000.000 hat man ja auch nicht jeden Tag in der Hand 😉.

Das war ein sehr schöner Abend und wir waren begeistert von Restaurant.

Danach nahmen wir nochmal einen Absacker im Old City zu uns. Dann liefen wir zurück ins Hotel und wie immer ist es spät geworden.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 12. Tag: Wanderung im Tal des Teufels und Besuch von Shahrisabz

Heute ging es nach dem Frühstück wieder um 9 Uhr los. Aus irgendeinem Grund wurden für heute zwei Taxis bestellt. Wahrscheinlich, weil die Straße so schlecht war. Ein Kleinbus und ein normaler Personenwagen holten uns ab. Wir fuhren noch ein ganzes Stück durch Samarkand, bevor wir auf die sehr holprigen Straßen außerhalb der Stadt kamen. Hier wurden wir dann richtig durchgeschüttelt.

Unterwegs machten wir einen Halt, wie immer wussten wir nicht warum. Ist das eine Toilettenpause? Gibt es hier was zu sehen? Es gibt ja keine Ankündigungen vom Guide. Auf Nachfrage erfuhren wir dann, dass hier der Film „Apache“ gedreht wurde und „alle Touristen hier hin wollen.“ Aha. Wir kannten den Film alle gar nicht. Trotzdem war die Landschaft drumrum ganz nett und wir machten bisschen Fotosession.

Ansonsten hüpfte ein verkleideter Indianer lustig über die Steine, es gab ein Kinderkarussell und ein paar weitere Belustigungen.

Noch ein Kitsch-Foto gefällig? 😉

Nach rund 20 Minuten ging es weiter. Irgendwann hielt der Bus wieder an, am Straßenrand gab es Verkaufsstände. Wieder wussten wir nicht, wofür der Stopp jetzt angedacht war. Dann kam raus, dass hier jetzt unsere Wanderung durch das „Tal des Teufels“ stattfindet. Das ist die Wanderung, die gestern noch gestrichen werden sollte. Hier oben auf 1200 m war es doch recht frisch.

Die Strassenstände hatten irgendwie alle das Gleiche. Gewürze und die Kugeln aus Kamelmilch.

Hier fiel uns dann ein altes Mütterlein ins Auge, die trotz ihres hohen Alters noch die Toiletten reinigen musste. Björn steckte ihr ein bisschen Geld zu. Ich fragte sie, ob ich ein Foto machen darf. Das verstand sie irgendwie und stimmte zu. Danach meinte sie, dass ich mit aufs Foto kommen soll. Sie war einfach so goldig.

Wir mussten dann aber los. Wir wanderten durch das „Tal des Teufels“, welches seinen Namen aufgrund der ausgefallenen Steinformationen hat. Laut der Legende haben Zauberer und Hexen hier ihre Opferzeremonien abgehalten. Die Einwohner der Gegend glauben, dass es hier eine Bodenenergie gibt, die die Milch aller Kühe, die hier vorbeigehen, noch besser macht.

Oder sind es doch die Strommasten unter denen die Kühe größtenteils standen 😉.

Ich fand die Gegend sehr schön. Die Wanderung war einfach, aber das war auch so angekündigt gewesen. Man hatte einen schönen Blick ins Tal nach Shahrisabz.

Als wir zu den erwähnten Strommasten kamen, hörte man es richtig bizzeln und so ganz wohl war uns nicht dabei, darunter durchzulaufen.

An unserem Endpunkt machten wir nochmal eine kleine Fotosession.

Dann ging es wieder zurück. Insgesamt waren wir rund 3 h unterwegs.

Auf dem Rückweg ging ich nochmal auf Toilette, um dem Mütterlein auch nochmal bisschen zusätzliches Geld zustecken zu können. Sie freute sich riesig, tätschelte und küsste meine Hand mehrfach und wollte unbedingt nochmal ein Foto machen 😂.

Dann ging es weiter nach Shahrisabz. Das ist der Geburtstort von Amir Temur. Hier hatte er einen Palast errichtet, von dem nur noch das Eingangsportal erhalten ist.

Hier gibt es ebenso wieder ein Denkmal für den Staatshelden.

Die Anlage war grundsätzlich schön, aber ziemlich verlassen und alle Springbrunnen waren leider abgeschaltet.

Am anderen Ende der Anlage besuchten wir noch den Dorus-Saodat-Komplex. Timur ließ den Komplex als dynastische Grabstätte für sich und seine Familie bauen. Trotzdem wurde er selbst später in Samarkand beigesetzt und nicht hier in seinem Mausoleum.

Hier wimmelte es von einer italienischen Reisegruppe, die sich über einen Söuvenirstand hermachte. Wir besichtigten das leere Grab (die Sinnhaftigkeit erschloss sich uns nicht so ganz 😉) und auf die Mausoleen hatten wir auch gar nicht mehr so richtig Lust, nach den vielen Eindrücken des letzten Tages. Trotzdem warf ich mal einen Blick hinein.

Dann ging es in rund 2 h wieder zurück nach Samarkand, mit Toilettenstop bei dem alten Mütterlein 😉.

Und natürlich war es letztendlich zeitlich überhaupt kein Problem gewesen, die Wanderung durchzuführen. Die Diskussionen waren also völlig unnütz gewesen.

In Samarkand gingen wir dann nochmal ins selbe Restaurant wie vorgestern.

Als Vorspeise bestellte sich jeder eine gefüllte Teigtasche (Samsa). Diese gab es mit Kürbis oder mit Fleisch.

Ich aß einen warmen Salat mit Rind. Sehr lecker.

Björn hatte Rinderfilet. Das war auch sehr gut.

Auf dem Weg zurück sahen wir diese Süßigkeiten zum Verkauf am Straßenrand. Wir wussten aber nicht, was das genau ist und probierten es vorerst nicht.

Zum Abschluss gingen wir noch auf einen Absacket ins Old City. Ich trank aber nur noch ein bisschen Tee. Dann ging es zurück ins Hotel und ins Bett.

05.09.2025 – 19.09.2025 Usbekistan – 10. Tag: Wanderung zu den Petroglyphen und Fahrt nach Samarkand

Eigentlich stand in unserem Programm, dass wir zum Dorf Uhum fahren und dort eine Wanderung machen. Aber wie immer, wenn Wandern auf dem Programm steht, machen wir ja nicht die angekündigten Wanderungen. Wir hatten uns am Vorabend darauf geeinigt, dann heute die Wanderung zu den Petroglyphen zu machen.

Aber erst mal bekamen wir wieder ein tolles Frühstück. Die Familie hier gibt sich sehr viel Mühe und hat ein schönes Plätzchen aufgebaut. Wir sind froh, dass dies im Programm ist und wir diesen Ort kennenlernen dürfen. Einfach, aber schön. Inzwischen sind wir auch bei Rohkost nicht mehr so zurückhaltend wie noch am Anfang der Reise. Und die Honigmelonen schmeckten köstlich.

Um 9 Ihr startete dann die Wanderung, die etwa zwei Stunden dauern sollte. Wir lieden wieder über das riesige Gelände der Familie.

Kurz später trafen wir dann Bauarbeiter, die unbedingt Fotos mit uns machen wollten 😂. Da lief es mal umgekehrt als sonst.

Wir liefen dann weiter das Tal entlang. Bis weit hinein standen noch Häuser von Einheimischen, eingebettet wie eine grüne Oase in die kahle Wüstenlandschaft. Hier begegneten wir winkenden Kindern, Einheimischen auf Eseln und das dortige Leben. So hatten wir uns eigentlich die gestrige Wanderung vorgestellt.

Der Weg verlief auf steinigen, aber relativ ebenen Wegen.

Wir kamen an solch kuriosen Strommasten aus Holz vorbei.

Schließlich stießen wir auf dieses kuriose Konstrukt.

Alisher erklärte uns, dass dies eine kleine Station ist, um ggf. ausbrechende kleine Brände bekämpfen zu können. Gefüllte Wasserflaschen, eine Schaufel etc. Die meisten Flaschen waren allerdings leer und er meinte, dass die Kinder diese beim Spielen oft ausschütten würden.

Auf dem Weg gab es Beeren, die wohl essbar sind, wir wollten aber nichts riskieren.

Wallnussbäume säumten den Weg.

Schließlich kamen wir zu einer Wassersammelstelle. Der Bach nebenan war aber leer. Hier war alles von Wildschweinen umgegraben.

Schließlich kamen wir dann zu den uralten Petroglyphen, unser Wanderziel.

Zurück an der Wasserstelle trafen wir dann auf eine Art Parkranger auf seinem Pferd.

Eine Markierung an der Grenze des Naturschutzgebiets.

Kurz vor der Unterkunft wuchsen Paprika, Auberginen und Blümchen am Wegesrand.

In der Unterkunft bekamen wir dann noch ein dreigänguges Mittagessen. Hui, so viel Hunger hatten wir gar nicht. Die Familie ist wirklich der Wahnsinn.

Anschließend ging es wieder in den Bus. Nochmal ein Blick zurück.

Nun fuhren wir mehrere Stunden durch die karge Wüstenlandschaft.

Unterwegs sahen wir eine große Solaranlage. Riesig. Bestimmt 4 km lang. Und wer baut sie? Natürlich die Chinesen.

Die Straße war ziemlich holperig und wir wurden durchgerüttelt. An Blog schreiben wer nicht zu denken, was eigentlich mein Plan war. Schließlich machten wir Halt an einer Baumwollplantage.

So sehen übrigens meistens unsere Toiletten unterwegs aus.

Solch lustige Autos sind uns begegnet.

Nach rund 4 h Fahrt kamen wir in Sanarkand an. Und da waren wir nun, in der Stadt, die in den Vorstellungen der Inbegriff von 1001 Nacht darstellt. Und was sahen wir im ersten Moment? Eine typische Großstadt. Wir fuhren zu unserem Hotel Registon Saroy. Hier ist Alkohol trinken auf dem Zimmer verboten. Es liegt unweit des berühmten Registan Platzes.

Gegen 17 Uhr waren wir dort und verabredeten uns als Gruppe wieder um 19 Uhr. Ziel war der beleuchtete Registan-Platz, den wir in nicht mal 10 Minuten zu Fuß erreichten. Hier waren ziemlich viele Menschen.

Dieser liegt übrigens direkt an einer vielbefahrenen mehrspurigen Straße und nicht, wie ich dachte, eingebettet in eine schöne Altstadt wie in Buchara.

Wir liefen dann erst mal die Straße weiter und ließen uns dort in einem Restaurant nieder. Was für ein Trubel hier, nach der ländlichen Idylle die Tage vorher. Nach dem reichhaltigen Mittagessen bestellte ich nur noch Gebratenes Gemüse. Björn hatte Hähnchennuggets als Vorspeise und als Hauptgang nochmal Hähnchen 😂.

Am Ende kam die Rechnung auf Kyrillisch 😂. Das war ein Spaß diese für 7 Leute auseinanderzudividieren, zumal man hier ja eh öfters mal mit den Millionen um sich schmeißt 😉.

Die Lichtershow und Lasershow am Registan-Platz haben wir verpasst, aber die findet ja morgen wieder statt. Einen Stopp machten wir trotzdem nochmal.

Danach ging es ab ins Bett.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 8. Tag: Wanderung zum Aydarkul-See und Fahrt ins Nuratau-Gebirge

Nach der wenig angenehmen Nacht klingelte der Wecker um 6:30 Uhr. Trotz dessen , dass es nur 7 Duschen für die rund 100 Leute gab, fand ich die Duschen leer vor. Viele hatten am Vorabend oder gar nicht geduscht. Die Dusche war sogar richtig heiß.

Das Frühstück war wieder eine Massenveranstaltung und das Buffet war schnell leergeputzt.

Um 9 Uhr startete dann unsere Wanderung zum Aydarkul-See. Wir konnten uns zwischen einer kürzeren und einer längeren Wanderung entscheiden. Die längere sollte Zusatzkosten verursachen, was uns aber egal war, zumal wir da ungerechnet über 7 Euro reden. Wir entschieden uns also für die längere Tour. Wir bestiegen die Hügel um das Camp und kamen wieder an einem Kamel vorbei. Immerhin scheinen die hier Auslauf zu haben und sind nicht angekettet.

Die Landschaft hier ist sehr karg und fast überall sah es gleich aus. Überall unberührte Wüstenlandschaft. Hätte uns der Guide ausgesetzt, hätten wir wahrscheinlich den Weg nicht mehr zurückgefunden.

Unterwegs begegnete uns eine Eidechse.

Über Stock und Stein ging es weiter.

Nach ca. 11 km und 3 h kamen wir am Aydarkul See an. Dieser entstand 1969, als Hochwasser des Syr-Darja-Flusses in die Arnasay-Senke umgeleitet wurde. Er ist also künstlich angelegt.

Eigentlich stand hier ein Picknick auf dem Programm, der Guide führte uns aber ins Restaurant, wo mehrere Gänge auf uns warteten.

Eigentlich war ich vor dem Hauptgericht schon gesättigt.

Anschließend gingen wir nochmal zum See und stürzten uns in die nassen Fluten. Beim Reingehen war das Wasser erst mal ziemlich kalt, wenn man aber erst mal drinnen war, war es schön erfrischend und angenehm. Björn verdingte sich die Zeit am Strand und ging später nur nochmal mit den Füßen ins Wasser.

Dann führte unser Weg weiter in die Nuratau Berge in ein Gästehaus einer einheimischen Familie.

Irgendwann zweigte ein Schotterweg von der asphaltierten Strasse ab. Dieser war sehr holprig und führte gefühlt ins Nirgendwo.

Schließlich kamen wir im Gästehaus an. Die Zimmer sind sehr einfach, aber ausreichend. Für uns Sieben haben wir zwei Bäder zur Verfügung. Hier bleiben wir zwei Nächte.

Hier wurden wir dann gleich zu einem Tee unter den Bäumen eingeladen.

Trotz der Abgelegenheit des Tales hatten wir hier über Wifi Bomben-Internetverbindung. Wir waren eigentlich davon ausgegangen drei Tage nicht erreichbar zu sein.

Am späteren Abend unterstützten wir dann beim Plov kochen. Wir durften die Karotten schälen und schneiden, die hier völlig überdimensioniert waren.

Später wurde der Plov dann zubereitet. Zuerst kam das Rindfleisch in den Topf. Dann wurden die Möhren und Zwiebeln hinzugefügt. Anschließend folgten die ganzen Gewürze. Anschließend wurde der Reis gleichmäßig über das Fleisch und Gemüse verteilt. Dann wurde das ganze mit heißem Wasser aufgegossen und köchelte dann vor sich hin.

Und wir erhielten um 19:30 Uhr ein fantastisches Abendessen.

Anschließend ging es dann ab ins Bett.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 7. Tag: Besuch Keramikwerkstatt, Fahrt nach Nurata und Übernachtung im Jurtencamp

Heute verließen wir dann die tolle Stadt Buchara wieder und es ging in die Wüste. Nach dem Frühstück holte uns der Bus ab und unterwegs hielten wir in einer weiteren Künstlewerkstatt. Die Künstler hier sind mehrfach ausgezeichnet und hohe Persönlichkeiten waren schon zu Besuch.

Es gab mehrere Werkstätten.

Eine Keramikausstellung.

Es wurde getöpfert.

Teppiche gewebt.

Anschließend ging die Fahrt weiter nach Nurata und den heiligen Quellen. Nach ca. zwei Stunden Fahrt kamen wir dort an. Vorher hatten wir noch eine Pause an einer Raststätte eingelegt, wo unser Guide essen gehen wollte. Wir entschieden uns aber für Einkaufen und später picknicken.

In Nurata besuchten wir dann erstmal die berühmte Chashma-Quelle. Die Quelle ist ein bedeutender Pilgerort für Gläubige aus ganz Usbekistan. Das Wasser gilt als heilend. In der Quelle leben heilige Karpfen (Marinka-Fische), die nicht gefangen oder gegessen werden dürfen. Nebenan steht die Djuma-Moschee.

Oberhalb der Quellen liegen die Ruinen der Festung Alexander des Großen. Dorthin stiegen wir im Anschluss auf. Am Wegrand gab es erstmal diverse Verkaufsstände.

Die Festung wurde laut Überlieferung im Jahr 327 v. Chr. von Alexander dem Großen während seines Feldzugs gegen Samarkand errichtet. Sie diente als strategischer Außenposten zur Verteidigung gegen nomadische Stämme aus dem Norden und lag an der Grenze zwischen Ackerbaukulturen und Steppenvölkern. Heute sind noch Lehmmauern und Strebepfeiler sichtbar, die einen Eindruck von der ursprünglichen Struktur vermitteln

Oben hatte man einen schönen Blick über die Stadt.

Dann stiegen wir wieder ab.

Am unteren Ende des Hanges gab es einen Kiosk mit schattigen Sitzgelegenheiten. Hier durften wir uns hinsetzen und unser Picknick einnehmen. Ein sehr schönes beschauliches Plätzchen.

Unter dem Tisch trugen dann die Ameisen eine heruntergefallene Rosine weg.

Dann ging es zurück auf die Straße. Wir fuhren noch rund zwei Stunden durch karge Wüstenlandschaft in Richtung Aydarkul See.

Inzwischen hatte ich dann keinen Internetzugang mehr. Schließlich kamen wir in unserem Jurtencamp an.

Hier erfuhren wir dann, dass wir nicht wie erwartet eine eigene Jurte für uns haben, sondern eine 3er und eine 4er Jurte belegen werden. Ich war dann mit den beiden Männern zusammen in einer Jurte. Die Jurten waren sehr einfach eingerichtet. Außer den drei Betten war nichts vorhanden. Es gab eine elektrisch betriebene Lampe und eine Steckdose. Das Kabel, das dort hingeführt hat, sah aber nicht so vertrauenswürdig aus. Die Isolierung war teilweise nicht vorhanden und ich vermied die Benutzung.

Ingesamt war die Jurte auch schon etwas heruntergekommen. Löcher im Dach und die Laken sahen auch nicht so einladend aus und ich bereute, dass ich mein Schlafsack-Inlett nicht mitgenommen hatte.

Wir fragten uns, warum wir keine eigene Jurte bekommen konnten, wo doch alle anderen Jurten leer standen.

Am Vortag war es wieder zu Unstimmigkeiten mit dem Guide gekommen, ob heute Wandern auf dem Programm steht oder nicht. Da war die Reisebeschreibung nicht so eindeutig. Deshalb hatte er für heute Abend noch eine Wanderung organisiert, die von einem Camp-Mitarbeiter durchgeführt wurde. Jetzt konnten wir zwischen der Wanderung und einem 15minütigen Kamelritt wählen. Björn entschied sich für die Wanderung und ich für den Kamelritt. Das war sehr spaßig und hätte ruhig noch etwas länger gehen dürfen. Vor allem, als sich das Kamel erhob, war gutes Festhalten angesagt.

Im Anschluss erklommen wir nochmal einen Hügel zu Fuß und betrachteten die uns umgebende Landschaft. Nichts als karge Wüstenlandschaft und mittendrin unser Camp.

Als wir wieder zurück am Camp waren, kam ein riesiger Reisebus mit Holländern angefahren. Jetzt wussten wir, warum wir keine eigene Jurte hatten und die Ruhe und Beschaulichkeit war dahin.

Im Anschluss setzten wir uns in den Speisesaal und bestellten uns ein paar Getränke und unterhielten uns.

Als die Sonne unterging, erklommen wir zu dritt nochmal die Dünen, die Wanderer waren immer noch nicht zurück. Wir machten lustige Fotos und hatten unseren Spaß.

Auf der Düne hinter uns war richtig Betrieb und wir verdorben Ihnen wahrscheinlich den Blick auf den Sonnenuntergang 😂.

Wir liefen wieder zurück ins Camp.

Pünktlich zum Abendessen um 19:30 Uhr war dann auch wieder die Wandergruppe zurück. Die Teilnehmer waren begeistert. Der einzige Kritikpunkt war, dass anscheinend hinter dem Camp der ganze Müll aus den Mülltonnen einfach in die Wüste geschmissen wurde.

Inzwischen war ein weiterer Reisebus angekommen und wir saßen mit rund 100 Leuten beim Abendessen. So stellt man sich irgendwie nicht eine Nacht im Jurtencamp unter dem Sternenhimmel vor. Das Essen war aber ganz lecker. Nebenher lud ich ein bisschen mein Handy. Empfang war aber keiner.

Anschließend ging es ans Lagerfeuer, wo ein Kasache mit einer Dombra etwas Musik spielte.

Die Holländerinnen hinter uns babbelten und babbelten und man konnte die Musik überhaupt nicht genießen. Ich bat sie dann doch bitte ruhig zu sein, worüber sie sich dann ziemlich lustig machten. Da fragt man sich, wofür manche so etwas buchen.

Nach der Musikvorführung blieben wir noch ein bisschen am Feuer sitzen und tranken unseren Rotwein. Auf einmal lief eine Riesenspinne über den Platz, die ich leider mit der Kamera nicht einfangen konnte. Unser Guide sagte, dass sie giftig ist. Brrr, also sollten wir die Koffer in der Jurte besser verschließen.

Natürlich gab es hier auch nur zentrale sanitäre Einrichtungen, wo wir uns bettfertig machten.

Danach folgte eine Nacht mit wenig Schlaf. Das Bett war steinhart, weil wir quasi nur auf einem Holzbrett mit 2 cm Auflage lagen. Nachts wurde es echt kalt, so dass ich meine Jacke, die neben dem Bett lag, anziehen musste. Gefühlt hatte ich gar nicht geschlafen, aber wahrscheinlich bin ich doch immer mal wieder weggenickt.

05.09. – 19.9.2025 Usbekistan – 1. Tag: Anreise

Wie immer vor solchen Reisen war ich die letzten beiden Tage wieder ziemlich uffgerecht und das Koffer packen hat wieder ewig gedauert.

Heute klingelte dann der Wecker um 6:30 Uhr und für 8:30 Uhr hatten wir das Taxi bestellt. Der Flieger sollte um 11:25 Uhr starten. Fluggesellschaft war Turkish Airlines und wir hatten uns mal Plätze am Notausgang gegönnt. Erst mal ging es in drei Stunden nach Istanbul. Ich fand die Fluggesellschaft jetzt so durchschnittlich. Und mir persönlich war es wieder zu kalt. Das Essen war aber ganz gut. Wir konnten zwischen Hähnchen und Pasta wählen. Ich wählte Pasta und Björn Hühnchen.

So waren wir weiterhin auf dem Weg nach Mekka 😉.

Nach etwas über 3 h kamen wir in Istanbul an.

Der Flughafen ist riesig, bestimmt doppelt so groß als Frankfurt. Gigantisch. Aber aus unserer Sicht völlig sinnlos, so ein riesiger Einkaufstempel. Und wir mussten zu Fuß von einem Ende zum komplett anderen. Das dauerte ohne Pause eine halbe Stunde. Am Gate trafen wir dann unsere erste Mitreisende. Aufgrund der Wanderklamotten habe ich sie einfach mal angesprochen.

Anschließend ging es nochmal 4,5 h weiter nach Taschkent.

Dieses Mal ließ ich mir den eine Decke geben. Zum Essen gab es Fleischbällchen oder Pasra. Ich entschied mich ein zweites Mal für die Pasta.

Am Ende döste ich nochmal 1,5 h, anschließend war ich aber ziemlich wuschig im Kopf. Die Einreiseformalitäten waren völlig unkompliziert. Einfach nur mit den Reisepass zur Kontrolle, ein Foto wurde gemacht und schon hatten wir unseren Stempel im Reisepass.

Am Kofferband trafen wir dann vier weitere Mitreisende, alles Frauen. Da wir ja nur 6 Leute sein sollten, dachten wir dann schon, dass Björn der Hahn im Korb ist.

Schließlich trafen wir unseren Guide Alisher und erfuhren, dass wir kurzfristig noch 7 Leute geworden sind. Doch noch ein Mann. Auf den ersten Blick machten alle einen sehe netten Eindruck.

Mit dem Bus ging es dann ins Hotel Mirzo. Die Zimmer sind toll und wir fielen auch schnell ins Bett. Inzwischen war es nämlich schon 2:00 Uhr und morgen um 9:00 Uhr fängt schon die Stadtführung an.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – Vorbericht

Allgemeine Länderinformationen ->

Tja, nun ist unser Reiseziel doch ein ganz anderes geworden, als noch am Jahresanfang gedacht. Da hatten wir für September Urlaub eingetragen, um eine Individualreise in Madagaskar zu machen. Die Planungen waren auch sehr weit fortgeschritten, als wir diese dann aber vorerst stoppen mussten. Weitere Reiseplanungen konnten wir jetzt erst Ende Juli wieder aufnehmen und für die ursprünglichen Pläne war es jetzt eher zu spät, da mir ja im März schon gesagt wurde, dass für September schon viel ausgebucht wäre. Also müssen die Madagaskar-Pläne noch warten.

Jetzt ist es also eine Usbekistan-Reise geworden. USBEKISTAN – zugegeben, wir machen es unseren Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern meistens nicht gerade leicht mit der Auswahl unserer Reiseziele. El Hierro? Wo ist das denn? Usbekistan? Hab ich noch nie gehört. Muss ich erst mal im Atlas nachgucken, wo das genau liegt ;-). Oder die nette Dame bei Vodafone, bei der ich mögliche Reiseoptionen für den Handyvertrag angefragt habe: „Wo wollen Sie nochmal hin? Nach Ostbekistan? Das finde ich nicht in meiner Liste“ *lol*.

Bei uns weckt Usbekistan Assoziationen von Märchen aus 1001 Nacht, Kamelkarawanen, Basaren, Bergen von Gewürzen, bunten Seidentüchern und längst vergangenen Geschichten und Zeiten. Wir reisen in den Orient, an die Seidenstraße.

Wir haben uns für die Wanderreise von „Reisen mit Sinnen“ entschieden, da hier eine gute Mischung aus Sightseeing, Städtetouren, Treffen mit Einheimischen und Wanderungen beinhaltet ist. Ebenso sind nur wenige längere Busfahrten beinhaltet. Die Reisegruppe wird inklusive uns aus sechs Leuten bestehen.

Reisen mit Sinnen – Wanderreise Hirtenpfade und Medresen

Ein paar grundlegende usbekische Wörter zu lernen, kann nicht schaden. Mal schauen, ob wir bis zum Reisestart wenigstens ein Guten Morgen, Hallo, Entschuldigung etc. hinbekommen ;-).

Da Kreditkartenzahlung in Usbekistan eher unüblich sein soll, muss auch noch ein bißchen Bargeld ins Gepäck, was man dann vor Ort umtauschen kann. Uns wurden für die zwei Wochen zu 300 Euro pro Person in Bargeld geraten.

Bei Turkish Airlines dürfen wir sogar 30 kg Gepäck mitnehmen. Für drei unserer vier Flüge haben wir uns wieder Plätze am Notausgang gegönnt. Für den vierten Flug waren diese nicht mehr zu bekommen.

UNSER REISEVERLAUF

TagProgrammFahr-zeitenÜbernachtung
05.09.2025 – Tag 1Hinflug
Frankfurt – Taschkent (via Istanbul)
mit Turkish Airlines
11:25 – 15:35 (3:10h)
18:15 – 00:50 (4:35h)
Taschkent
(2 Nächte)

Mirzo Hotel
Shota Rustaveli 71,
100070 Taschkent
06.09.2025 – Tag 2Stadtbesichtigung Taschkent
– Amir-Timur Platz
– Komplex Hazrati Imam
– Verkostung traditionelles Reisgericht Plov oder
Lagman
– Chorus Basar
– Besuch Keramikwerkstatt
– Willkommensessen

Verpflegung:
Frühstück, Abendessen
07.09.2025 – Tag 3Wanderung in den Chimgan-Bergen
– Transfer in die Chimgan Berge
– Wanderung (Gehzeit 6 h, +600hm, -450hm)

Verpflegung:
Frühstück, Picknick, Abendessen
80 km,
2 h
Chimgan Berge
(1 Nacht)

Lake House Guesthouse
Yusufkhona
Chimgan
08.09.2025 – Tag 4Wanderung im Skigebiet Beldersay und Zugfahrt nach Buchara
– Fahrt zum Skigebiet Beldersay
– Wanderung (Gehzeit 4-5 h, +450hm, -400hm)
– Zugfahrt nach Buchara

Verpflegung:
Frühstück, Picknick
110 km,
2 h

Zugfahrt
3,5 h
Buchara
(3 Nächte)

Kabir Boutique Hotel
Levi Babakhanowa Street 2
200118 Buchara
09.09.2025 – Tag 5Stadtbesichtigung Buchara
– Medresen (Koranschulen), Gebäude-Ensembles und Moscheen am Ensemble Poi Salon, Festung The Ark
– Labi Kauz Platz mit Wasserbecken

Verpflegung:
Frühstück
10.09.2025 – Tag 6Stadtbesichtigung Buchara
– Silk Road Teehaus
– Besuch Kuppelbasare
– Zeit zur freien Verfügung
(Vorschlag Besuch Synagogen und Friedhof des
jüdischen Viertels)

Verpflegung:
Frühstück
11.09.2025 – Tag 7Fahrt in die Wüste nach Nurata
– Fahrt nach Gijduvan: Besuch Keramikmeister
– Besuch Quelle Tschaschma, Wallfahrtsort
– Fahrt nach Nurata
– Ruinen der Festung von Alexander des Großen
-Fahrt zum Jurtenlager Nurata am Aydarkul-See
– auf Wunsch Kamelritt
– Lagerfeuer mit Liedern nomadischer Akyn-Sänger

Verpflegung:
Frühstück, Abendessen
280 km,
4,5 h
Aydarkul-See
(1 Nacht)

Jurtencamp
Dungilek
Aydarkul-See
12.09.2025 – Tag 8Wanderung zum Aydarkul-See
– Wanderung zum Aydarkul-See (8 km, 2,5 h)
– Picknick am Seeufer und Baden im See
– Fahrt zum Dorf Asraf
– Kurze Wanderung vom Bus zum Gasthaus
– Spaziergang
– Ziegen melken oder Brot backen im Tonofen
– Abendessen bei der Familie

Verpflegung:
Frühstück, Picknick, Abendessen
120 km,
3 h
Nuratau
(2 Nächte)

Yaxshigul Guesthouse
Asraf Village
Nuratau
13.09.2025 – Tag 9Wanderung zwischen Dörfern und Natur
– Frühstück mit der Familie
– Wanderung ins Kadvan-Tal (15 km)
-Herstellung Nationalgericht Plov mit Gastgebern

Verpflegung:
Frühstück, Picknick, Abendessen
14.09.2025 – Tag 10Wanderung und Samarkand
– Wanderung Nurata Gebirge (2 h)
– Fahrt nach Samarkand

Verpflegung:
Frühstück
210 km,
4 h
Samarkand
(5 Nächte)

Registon Saroy Boutique Hotel
Sozangaron Street 66
140100 Samarkand
15.09.2025 – Tag 11Stadtbesichtigung Samarkand
– Registan-Platz
– Bibi Chanum Moschee
– Nekropole Shahizinda
– Besuch Teppichfabrik Hudjum Uzbek
– Treffen und Austausch mit Deutsch-Schülern
– fakultativ Besuch Weinkellerei

Verpflegung:
Frühstück
16.09.2025 – Tag 12Wanderung in den Serawchan-Bergen und historisches Shachrisabs
– Fahrt zum Tachta Karatscha Bergpass
– Wanderung durch das Tal des Teufels (1-2 h)
– Fahrt nach Schachrisabs, Stadtbesichtigung
– Rückfahrt nach Samarkand

Verpflegung:
Frühstück
180 km,
3,5-4 h
17.09.2025 – Tag 13Samarkand

– Zeit zur freien Verfügung
– Besichtigung Ruinen des Ulug Weg-Observatoriums

Verpflegung:
Frühstück, Abendessen
80 km
18.09.2025 – Tag 14Ausflug zum Dorf Ohalik
– Fahrt ins Dorf Ohalik
– Teetrinken bei einer Familie
– Wanderung um das Dorf (4 km, 1,5 h, 230 hm)
– gemeinsames Herstellen und Essen von Teigtaschen
– Wanderung zum Wasserfall (4 km, 1,5 h, 230 hm)
– Rückfahrt nach Samarkand
– Abschieds-Abendessen

Verpflegung:
Frühstück, Mittagessen, Abendessen
44 km,
1 h
19.09.2025 – Tag 15Heimflug
Flug Samarkand – Frankfurt (via Istanbul)
mit Turkish Airlines
09:00 – 12:15
(5:15h)
15:20 – 17:30 (3:10h)

Und dann kann es ja jetzt schon bald losgehen.

SALOM O’ZBEKISTAN!