Kaum was stand wieder Wandern auf dem Programm, wurde alles wieder chaotisch. Am Vorabend war es wieder zu Diskussionen gekommen. Auf dem Programm stand eine 15 km Wanderung zum Wasserfall, angeboten werden sollte uns eine 8 km Wanderung zu den Petroglyphen. Da kochten die Emotionen dann gleich wieder hoch. Nach den Erfahrungen der letzten Tage beharrten wir dann darauf, zum Wasserfall laufen zu wollen. Der Hausbesitzer erklärte uns dann, dass es momentan keinen Wasserfall gibt, weil es kein Wasser gibt. Wir versuchten ihm dann zu erklären, dass wir trotzdem dorthin wollen, weil sich der beschriebene Weg dorthin ja auch schon toll anhörte. Unser Ziel war nicht das Bild vom Wasserfall. Das konnten sie eher nicht verstehen. Er hatte uns dann aber zugesichert, dass wir die Wanderung zum Wasserfall machen.
Heute gab es um 8 Uhr wieder leckeres Frühstück im Freien unter den Bäumen.



Die Wanderung startete dann um 9 Uhr. Der Bruder des Hausbesitzers begleitete uns als Guide, dieser sprach aber kein Englisch.
Draußen vorm Hotel blühten viele bunte Blumen, was in dieser kargen Wüstenumgebumg eher nicht zu erwarten war.

Wir kamen an Schafen vorbei….

…und passierten einen Friedhof, der einen sehr alten Eindruck machte.

Zwei Esel liefen uns auch über den Weg.

Und dann lief der Guide mit uns einen steinigen, relativ steilen Weg den Berg hinauf.

Und wir hatten das Gefühl, dass dies schon wieder nicht der Weg war, den wir eigentlich laufen wollten. Dieser war beschrieben mit „wir laufen auf einfachen Wegen durch das Kadvan-Tal. Bis tief hinein gibt es Häuser und Kinder winken am Wegesrand“. Und wir stiegen gerade einen Berg hinauf. Eine Mitreisende fragte nach, so gut es halt ging, und der Guide zeigte auf seinem Plan den ausgetrockneten Wasserfall. Ok, aber das war auf jeden Fall nicht der Weg, den wir uns gedacht hatten. Ich hatte inzwischen beschlossen, jetzt einfach die Wanderung zu machen, die wir jetzt halt machen und diese zu genießen. Anders machen wir uns ja nur selbst das Leben schwer.


Hier beim Aufstieg knallte die Sonne ganz schön von oben herunter und es wehte kein Lüftchen.




Nun bekamen wir quasi unsere Bergwanderung, wie wir sie eigentlich am ersten Wandertag erwartet hatten. Nur hatte ich dieses Mal nur die flachen Wanderschuhe angezogen, weil ich ja was ganz anderes erwartet hatte. Es ging aber trotzdem ganz gut.
Hier auf diesem Wegstück, wo es sehr geröllig war, stürzte aber eine Mitreisende und zog sich auf den spitzen Steinen einen Cut am Bein zu. Der Guide machte keine Anstalten zu schauen, was los ist und wartete nur in einiger Entfernung auf uns. Verbandmaterial hatte er eher auch nicht dabei. Ist hier doch dann alles bisschen anders als Zuhause. Also halfen wir uns als Gruppe mal wieder selbst. Eine steuerte ein Pflaster bei uns Björn eine Mullbinde. Als alter Rotkreuzler legte Björn auch den Verband an. Dann konnte es weitergehen.

Oben angekommen sahen wir in der Ferne eine grüne Oase.


Kurz später ging es dann steinig und geröllig wieder steil bergab.

Unten angekommen, hatten wir dann weite Wüstenlandschaft vor uns, die wir durchwanderten.



In der Ferne sahen wir ein Dorf. Quasi eine Oase inmitten der Wüste.


Schließlich Bogen wir in ein Tal ab, wo es etwas grüner wurde. Hier hat es mir gefallen..

Der Bach war leider wie angekündigt ausgetrocknet


Hier wäre eigentlich der Wasserfall heruntergekommen. Wir hatten also unser Ziel erreicht.

Nur waren wir uns nicht sicher, ob der Guide wirklich wie angekündigt das Picknick dabei hat. Er hatte uns WIE. Er breitete eine Decke aus und verteilte lauter leckere Köstlichkeiten darauf. Jetzt waren wir wirklich sehr positiv überrascht. Das war ja ein Festschmaus.
Gekochte Eier, Gurken, gefüllte Pfannkuchen, gekochte Kartoffeln, Bananen, selbst das Salz fehlte nicht. TOP!

Nachdem wir uns gestärkt hatten, liefen wir wieder durch das Tal zurück.

Und kamen wieder in die Wüstenlandschaft.

Ich war froh, dass wir nicht nochmal den Berg überquerten, sondern jetzt quasi um ihn herumliefen, auf flachen Wegen, aber in der prallen Sonne.

Schließlich erreichten wir das Dorf, wo uns die Kinder zuwinkten und laut Hallo riefen. So hatten wir uns eigentlich die Wanderung vorgestellt 😉.

Zwei jugendliche Mädchen hatten den gleichen Weg wie wir und wir versuchten Ihnen das Deutsche „Guten Tag“ beizubringen, was ihnen auch sehr gut gelang.
Kurz später liefen wir dann über weiteres Privatgelände der Familie zurück zur Unterkunft.


Am Ende standen ca. 15 km und 6 h auf der Uhr.
An der Unterkunft bekamen wir erst mal wieder Tee und Leckerlies. Ich schrieb bisschen Reiseblog.
Zwischendrin brachte Alisher Käsebällchen aus Kamelmilch vorbei, die wir mal probieren sollten. Ich probierte das natürlich. Schmeckte ein bisschen wie Feta-Käse in anderer Konsistenz.

Gegen Abend durften wir dann beim Brot backen zusehen. Bei der Teigzubereitung durften wir nicht zugegen sein, weil das im Glauben der Einwohner das Brot misslingen lässt, weil der Teig weich wird und runterfällt. Schließlich wurde dann aber der Ofen befeuert.

Die fertigen Brotlaibe werden anschließend an die Wand geklatscht und müssen ca. 20 Minuten backen.

Dann waren sie fertig.

Kurz später startete das Spiel unserer 05er gegen Leipzig und wir verfolgten dass Ergebnis im Ticker. Leider ging das Spiel verloren. Die kann man auch nicht alleine lassen 😉.

Das leckere Brot gab es dann zum Abendessen, zusammen mit vielen anderen Köstlichkeiten. Es ist unglaublich, was die Familie hier auf die Beine stellt.


Zum ersten Mal probierten wir Mantis, gefüllte Teigtaschen.

Es war wieder sehr lecker.


Danach war leider schon wieder Packen angesagt. Morgen geht es weiter nach Sanarkand.