05.09. – 19.9.2025 Usbekistan – 6. Tag: Buchara

Ein weiterer Tag in der tollen Altstadt von Buchara lag vor uns. Wieder trafen wir uns um 10 Uhr vor dem Hotel. Also konnten wir in Ruhe frühstücken.

Als erstes besuchten wir eine Stickerei in den verwinkelten Gassen der Altstadt.

Diese existiert auch schon wieder über mehrere Generationen hinweg.

Er zeigte uns gleich ein sehr schönes Exemplar, wollte uns aber nicht sofort den Preis verraten. Am Nachmittag liefen wir nochmal hierher zurück, um diesen zu erfragen. 250 Euro war uns aber zu teuer, auch wenn es das bestimmt wert ist, nachdem wir am Vormittag ja erfahren hatten, wieviel Arbeit dahinter steckt.

Er zeigte uns viele verschiedene Modelle und deren Preise. Teilweise lagen diese bei 1000 Euro. Das hängt natürlich auch vom verwendeten Material ab. Baumwolle, Seide etc.

Bei diesem Exemplar bekamen wir die verschiedenen Symbole und deren Bedeutung etklärt, und das waren viele.

Dann bekamen wir das Sticken gezeigt.

Zuerst werden die ganzen Muster per Hand aufgemalt. Eine Menge Arbeit.

Dann beginnt das eigentliche Sticken. Das dauert oft bis zu vier Wochen.

An der Wand hing ein hindert Jahre altes Exemplar. Dieses ist natürlich unverkäuflich.

Das war alles sehr interessant und hat einem erst bewusst gemacht, wieviel Arbeit hinter einer solchen Stickerei steckt. Eine Stickerei haben wir aufgrund der Preise leider nicht gekauft, ich kaufte mir aber noch eine Tasche für 10 Euro und Björn kaufte eine einheimische Kappe.

Anschließend gingen wir dann zu einem Marionettenhersteller.

Ali Baba und die 40 Räuber.

Dann ging es noch zu einem Kalligraphen.

Und wir sollten eigentlich einem Schmied über die Schulter schauen, das artete aber eher in eine Verkaufsveranstaltung aus, wo wir ermutigt wurden Messer und Scheren zu kaufen. Beim Schmieden konnten wir leider nicht zuschauen. Ich kaufte aber noch für 10 Euro einen Seidenschal, den ich ggf. beim nächsten Tempelbesuch als Kopftuch tragen kann.

Danach machten wir erst mal ohne unseren Guide Pause im Silk Road Teahouse. Hier war es sehr ruhig und das Ambiente war so, wie man es sich in einem orientalischen Teehaus halt vorstellt. Für 70.000 Som bekam man quasi Tee „all you can drink“. Ich entschied mich dann bei der ersten Kanne für einen außergewöhnlichen Tee, den es normal eher nicht zu probieren gibt; Safrantee. Dazu gab es einheimische Süßigkeiten mit Rosinen, Sessm etc.

Die Kanne war ziemlich groß. Trotzdem bestellte ich mir hinterher noch einen Ingwertee. Der war auch sehr lecker. Dann trennten wir uns als Gruppe und Björn und ich blieben noch ein bisschen sitzen und genossen die Ruhe und den Tee. Ich kaufte dann noch von dem Safrantee und dachte auch über den Ingwertee nach, aber da eine Packung 10 Euro kostete, entschied ich mich nur für eine Sorte.

Und dann konnte das richtige Shopping starten 😉. Zuerst kaufte ich mir zwei weiße Blusen mit Stickereien. Eine weitere leichte weite Hose Hose fand ich leider nicht, weil mir entweder die Muster nicht gefielen oder der Gummizug spannte. Wir kauften dann aber noch zwei etwas billigere Tischläufer mit Stickereien.

Zwischendrin besuchten wir noch die Karawanserei, wo grade eine kostenlose Kunstausstellung stattfand.

Dann trafen wir uns wieder mit unseren Mitreisenden am Hotel.

Fürs Abendessen begaben wir uns dann auf die Suche nach einem Restaurant mit Dachterrasse.

Schliesslich fanden wir eins mit schöner Aussicht.

Björn hatte ein SevenUp bestellt, bekam aber eine Art Minzlimo.

Ich hatte Hähnchen und gebratenes Gemüse am Spieß. Das war wieder sehr lecker.

Anschließend liefen ein paar andere noch zu einem Briefkasten, wir liefen zu dritt zurück. Wir hatten uns aber noch auf einen Drink in der Nähe des Hotels verabredet und wir warteten dort auf die anderen.

Ich hatte einen Virgin Colada und Björn probierte mal usbekischen Vodka, der aber ziemlich geschmacklos war und Tee.

Tja und dann wurde es schon wieder 0 Uhr bis wir ins Bett kamen.

05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 5. Tag: Buchara

Um es vorne weg zu nehmen, nachdem die beiden letzten Tage ja nicht nach unseren Vorstellungen gelaufen sind, hatten wir heute einen supertollen Tag.

Die Stadtführung sollte um 10 Uhr beginnen, also waren wir um 8:40 Uhr beim Frühstück.

Vorher gaben wir bei der Rezeption noch ein paar Sachen zum Waschen ab, Ebenso die dreckigen Wanderstiefel zum Putzen.

Nach dem Frühstück trafen wir uns dann mit Alisher vor dem Hotel. Hier saßen wir eine Weile und Alisher erzählte uns viel über die Geschichte der Stadt.

Und dann ging es los, durch die Altstadt von Buchara. Im Gegensatz zu Taschkent, wo die Moscheen, Medresen etc. erst in den letzten Jahrzehnten wieder aufgebaut wurden, sind hier die Gebäude aus der Seidenstraßenzeit noch erhalten.

Die Stadt ist wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Jeder Platz war schöner als der vorherige und man kann sich richtig gut vorstellen, wie hier früher die Kamelkarawanen vorbeigezogen sind. Jetzt tagsüber war es auch wenig trubelig und es war eine Wohlfühloase und man hatte das Gefühl, endlich im Urlaub angekommen zu sein.

Gleich vor dem Hotel gab es schon die ersten schönen Gebäude zu sehen.

Hier gab es einen schönen Innenhof. In der Mitte konnte man gemütlich sitzen, außenherum gab es Verkaufsstände. Eine Wohlfühloase. zumal es sehr ruhig war.

An jeder Ecke gab es Verkaufsstände mit Seidenwaren etc. Die Mädels hätten am liebsten gleich drauflos geshoppt 😉, aber Alisher wollte uns erst mal die Stadt zeigen und meinte, dass wir am morgigen Tag noch genug Zeit zum Shoppen haben werden.

Vor dem Gebäude steht eine Statue, die den legendären Volkshelden Khoja Nasreddin darstellt, der auf seinem Esel sitzt. Nasreddin ist eine humorvolle, weise Figur aus vielen Geschichten und wird in Usbekistan als nationales Symbol verehrt, dem ein jährliches Festival des Humors gewidmet ist. Die Figur symbolisiert Glück und positive Energie, und es heißt, dass es Glück bringt, an der Bronze des Esels zu ziehen.

Dann kamen wir auch schon zum Labi-Hovuz-Teich.

Der künstlich angelegte Teich von Labi Hovuz war eines der größten von vielen Teichen in Buchara, die als Wasserreservoir für die Bevölkerung dienten. Es wurde 1620 angelegt.  Das Wasserbecken ist etwa 42 Meter lang, 36 Meter breit und 5 Meter tief. Um den Teich herum gibt es zahlreiche jahrhundertealte Maulbeerbäume, die an heißen Tagen kühlenden Schatten spenden sollen, Ein idyllischer Ort, der zum Verweilen einlädt.

Hier sprach uns ein usbekisches Fersehtean an und wollte uns interviewen, was wir aber alle ablehnten, da sie kein Wort Englisch redeten.

Überall in der Stadt sahen wir tolle holzgeschnitzte Eingangstüren.

Verkaufsstände gab es an jeder Ecke.

Gebäude aus vergangenen Zeiten.

Anschließend gingen wir in einen Teppichladen.

Dort stand auch eine Wiege und Alisher erklärte uns die Bedeutung von dieser.

Die Wiege – auf Usbekisch „Beshik“ genannt – hat eine tief verwurzelte kulturelle und symbolische Bedeutung. Sie steht im Zentrum eines wichtigen Rituals namens Beshik-Tuyi, das die Aufnahme eines Neugeborenen in die Familie und Gemeinschaft feiert. Sie ist Symbol für Fürsorge und Schutz: Die Beshik ist eine kunstvoll gefertigte hölzerne Wiege, die das Baby vor Kälte und Hitze schützt. Sie ist so konstruiert, dass sie das Kind sanft wiegt – ein Zeichen für liebevolle Pflege. Zeremonielle Rolle: Beim Beshik-Tuyi wird das Baby zum ersten Mal in die Wiege gelegt, begleitet von Gebeten, Liedern und Segenswünschen. Es ist ein Moment der Freude und der kulturellen Verbundenheit. Die Beshik enthält ein spezielles Röhrchen („Sumak“) und einen Tontopf, um Urin hygienisch abzuleiten – eine clevere Lösung, die Windeln ersetzt.

Björn schaute ein bisschen beim Backgammon zu…

….während wir Frauen mal ausprobierten, wie es sich anfühlt, eine Burka zu tragen. Die Burka ist ein Kleidungsstück, das der vollständigen Verschleierung des Körpers dient. Das war schon nach sehr kurzer Zeit ziemlich schwer auf dem Kopf. In Usbekistan ist diese aber eigentlich nicht mehr üblich.

Weiter ging es durch die Stadt. So viele schöne Orte.

Björn und ich hatten mal kurz Gesellschaft.

Diese Fellmützen kommen hauptsächlich aus Karakalpakistan und schützen gegen die eisigen Temperaturen im Winter.

Ein Platz war schöner als der vorherige.

Das Kalon Minarett

Im Anschluss statteten wir der Kalon-Moschee – ein Meisterwerk islamischer Architektur – einen Besuch ab. Kurze Hosen waren hier nicht mehr erlaubt.

Danach ging es erstmal zum Mittagessen.

Wir probierten das erste Mal das Nudelgericht Fried Lagman, eine weitere Spezialität von hier. Sehr lecker.

Im Anschluss fuhren wir mit dem Aufzug auf den Aussichtsturm nebenan, wo ein ehemaliger Wasserturm.

Hier hatte man einen Blick auf die Altstadt mit der Ark-Zitadelle – sie ist das älteste Bauwerk der Stadt….

…und in die andere Richtung wieder die Sowjet-Architektur.

Anschließend schauten wir noch einen kurzen Film über Buchara, wo mir kurz die Augen zufielen 😉.

Dann besuchten wir die Ark-Zitadelle, deren Ursprünge bis ins 5. Jahrhundert zurückreichen. Sie diente jahrhundertelang als Residenz der Emire von Buchara und wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut – zuletzt im 18. Jahrhundert. Die Mauern sind bis zu 20 m hoch. Ein Regierungskomplex mit Palästen, Moscheen, Verwaltungsgebäuden und sogar einem Gefängnis. Der Emir lebte hier mit seinem Hofstaat, Beamten und Leibwächtern.

Der Eingang ist monumental, mit zwei runden Türmen und einem Torbogen, der zur Rampe ins Innere führt.

Ein großer Teil der Stadt ist nach der Zerstörung noch nicht wieder freigelegt worden.

Blick auf die Moschee

Hier saß der Emir auf seinem Thron und empfing die Untergebenen. Als Tourist konnte man sich hier auch verkleidet auf den Thron setzen und Fotos machen lassen.

Früher mussten die Untergebenen gebückt bis zum Thron laufen und durften sich erst dort aufrichten. Beim Verlassen mussten sie ebenso wieder gebückt rückwärts zurücklaufen. Am Ende des Hofes gab es dann eine Mauer, die anzeigte, dass sie das Ende des Hofes erreicht hatten.

Beim Verlassen war alles in schönes Licht getaucht.

Dann war Abendessen angesagt. Wir suchten uns eine schöne Dachterrasse und genossen den Sonnenuntergang.

Ich aß eine Gemüsesuppe, die wirklich gut war.

Auf den Rückweg war dann alles schön beleuchtet. Wo es heute Mittag noch schön beschaulich war, tobte heute Abend das Leben. Viele Menschen bevölkerten die Straßen und überall ertönte Musik.

Wir ließen es uns dann nochmal am Wasserbecken nieder und orderten zwei Flaschen Wein.

Ich wollte eigentlich gar nicht so lange bleiben, aber bei den netten Gesprächen war es dann so schön, dass es doch wieder 0 Uhr wurde, bis ich im Bett war.