05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 7. Tag: Besuch Keramikwerkstatt, Fahrt nach Nurata und Übernachtung im Jurtencamp

Heute verließen wir dann die tolle Stadt Buchara wieder und es ging in die Wüste. Nach dem Frühstück holte uns der Bus ab und unterwegs hielten wir in einer weiteren Künstlewerkstatt. Die Künstler hier sind mehrfach ausgezeichnet und hohe Persönlichkeiten waren schon zu Besuch.

Es gab mehrere Werkstätten.

Eine Keramikausstellung.

Es wurde getöpfert.

Teppiche gewebt.

Anschließend ging die Fahrt weiter nach Nurata und den heiligen Quellen. Nach ca. zwei Stunden Fahrt kamen wir dort an. Vorher hatten wir noch eine Pause an einer Raststätte eingelegt, wo unser Guide essen gehen wollte. Wir entschieden uns aber für Einkaufen und später picknicken.

In Nurata besuchten wir dann erstmal die berühmte Chashma-Quelle. Die Quelle ist ein bedeutender Pilgerort für Gläubige aus ganz Usbekistan. Das Wasser gilt als heilend. In der Quelle leben heilige Karpfen (Marinka-Fische), die nicht gefangen oder gegessen werden dürfen. Nebenan steht die Djuma-Moschee.

Oberhalb der Quellen liegen die Ruinen der Festung Alexander des Großen. Dorthin stiegen wir im Anschluss auf. Am Wegrand gab es erstmal diverse Verkaufsstände.

Die Festung wurde laut Überlieferung im Jahr 327 v. Chr. von Alexander dem Großen während seines Feldzugs gegen Samarkand errichtet. Sie diente als strategischer Außenposten zur Verteidigung gegen nomadische Stämme aus dem Norden und lag an der Grenze zwischen Ackerbaukulturen und Steppenvölkern. Heute sind noch Lehmmauern und Strebepfeiler sichtbar, die einen Eindruck von der ursprünglichen Struktur vermitteln

Oben hatte man einen schönen Blick über die Stadt.

Dann stiegen wir wieder ab.

Am unteren Ende des Hanges gab es einen Kiosk mit schattigen Sitzgelegenheiten. Hier durften wir uns hinsetzen und unser Picknick einnehmen. Ein sehr schönes beschauliches Plätzchen.

Unter dem Tisch trugen dann die Ameisen eine heruntergefallene Rosine weg.

Dann ging es zurück auf die Straße. Wir fuhren noch rund zwei Stunden durch karge Wüstenlandschaft in Richtung Aydarkul See.

Inzwischen hatte ich dann keinen Internetzugang mehr. Schließlich kamen wir in unserem Jurtencamp an.

Hier erfuhren wir dann, dass wir nicht wie erwartet eine eigene Jurte für uns haben, sondern eine 3er und eine 4er Jurte belegen werden. Ich war dann mit den beiden Männern zusammen in einer Jurte. Die Jurten waren sehr einfach eingerichtet. Außer den drei Betten war nichts vorhanden. Es gab eine elektrisch betriebene Lampe und eine Steckdose. Das Kabel, das dort hingeführt hat, sah aber nicht so vertrauenswürdig aus. Die Isolierung war teilweise nicht vorhanden und ich vermied die Benutzung.

Ingesamt war die Jurte auch schon etwas heruntergekommen. Löcher im Dach und die Laken sahen auch nicht so einladend aus und ich bereute, dass ich mein Schlafsack-Inlett nicht mitgenommen hatte.

Wir fragten uns, warum wir keine eigene Jurte bekommen konnten, wo doch alle anderen Jurten leer standen.

Am Vortag war es wieder zu Unstimmigkeiten mit dem Guide gekommen, ob heute Wandern auf dem Programm steht oder nicht. Da war die Reisebeschreibung nicht so eindeutig. Deshalb hatte er für heute Abend noch eine Wanderung organisiert, die von einem Camp-Mitarbeiter durchgeführt wurde. Jetzt konnten wir zwischen der Wanderung und einem 15minütigen Kamelritt wählen. Björn entschied sich für die Wanderung und ich für den Kamelritt. Das war sehr spaßig und hätte ruhig noch etwas länger gehen dürfen. Vor allem, als sich das Kamel erhob, war gutes Festhalten angesagt.

Im Anschluss erklommen wir nochmal einen Hügel zu Fuß und betrachteten die uns umgebende Landschaft. Nichts als karge Wüstenlandschaft und mittendrin unser Camp.

Als wir wieder zurück am Camp waren, kam ein riesiger Reisebus mit Holländern angefahren. Jetzt wussten wir, warum wir keine eigene Jurte hatten und die Ruhe und Beschaulichkeit war dahin.

Im Anschluss setzten wir uns in den Speisesaal und bestellten uns ein paar Getränke und unterhielten uns.

Als die Sonne unterging, erklommen wir zu dritt nochmal die Dünen, die Wanderer waren immer noch nicht zurück. Wir machten lustige Fotos und hatten unseren Spaß.

Auf der Düne hinter uns war richtig Betrieb und wir verdorben Ihnen wahrscheinlich den Blick auf den Sonnenuntergang 😂.

Wir liefen wieder zurück ins Camp.

Pünktlich zum Abendessen um 19:30 Uhr war dann auch wieder die Wandergruppe zurück. Die Teilnehmer waren begeistert. Der einzige Kritikpunkt war, dass anscheinend hinter dem Camp der ganze Müll aus den Mülltonnen einfach in die Wüste geschmissen wurde.

Inzwischen war ein weiterer Reisebus angekommen und wir saßen mit rund 100 Leuten beim Abendessen. So stellt man sich irgendwie nicht eine Nacht im Jurtencamp unter dem Sternenhimmel vor. Das Essen war aber ganz lecker. Nebenher lud ich ein bisschen mein Handy. Empfang war aber keiner.

Anschließend ging es ans Lagerfeuer, wo ein Kasache mit einer Dombra etwas Musik spielte.

Die Holländerinnen hinter uns babbelten und babbelten und man konnte die Musik überhaupt nicht genießen. Ich bat sie dann doch bitte ruhig zu sein, worüber sie sich dann ziemlich lustig machten. Da fragt man sich, wofür manche so etwas buchen.

Nach der Musikvorführung blieben wir noch ein bisschen am Feuer sitzen und tranken unseren Rotwein. Auf einmal lief eine Riesenspinne über den Platz, die ich leider mit der Kamera nicht einfangen konnte. Unser Guide sagte, dass sie giftig ist. Brrr, also sollten wir die Koffer in der Jurte besser verschließen.

Natürlich gab es hier auch nur zentrale sanitäre Einrichtungen, wo wir uns bettfertig machten.

Danach folgte eine Nacht mit wenig Schlaf. Das Bett war steinhart, weil wir quasi nur auf einem Holzbrett mit 2 cm Auflage lagen. Nachts wurde es echt kalt, so dass ich meine Jacke, die neben dem Bett lag, anziehen musste. Gefühlt hatte ich gar nicht geschlafen, aber wahrscheinlich bin ich doch immer mal wieder weggenickt.

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