03.11.2024 – 28.11.2024 Ecuador und Galapagos – 6. Tag: Cuicocha Lagune und Besuch diverser Handwerksbetriebe

Gestern Abend und letzte Nacht hatte ich fürchterlichen Husten, so dass ich schon dachte, heute nicht mitgehen zu können. Irgendwie habe ich es dann aber doch auf die Reihe gebracht. Das Frühstück ließ ich auch ausfallen und nahm stattdessen Elektrolyte zu mir.

Um 8 Uhr ging es dann mit dem Bus los Richtung Cuicocha Lagune. Heute stand eine Wanderung auf dem Programm, auf die ich mich schon länger gefreut hatte. Lt. Reiseführer ist dies eine der schönsten Trrekkingtouren in den Nordanden Ecuadors. Alternativ hätten wir uns für eine Bootstour entscheiden können. Eine Mitreisende wählte diese Option.

Heute war es wieder schwierig einzuschätzen, welche Kleidung benötigt wird. Deshalb nahm ich mal alles an Jacken mit, was ich so zur Verfügung hatte. Nach ca. 30 Minuten kamen wir an unserem Ziel an. Hier stiegen wir dann in Jeeps um. Ivan riet uns, die Regenjacken mitzunehmen, diese haben wir aber zum Glück wieder nicht gebraucht.

Manche stellten sich auf die Ladefläche des Jeeps, was bestimmt ein großer Spaß war, aber mit der Erkältung wollte ich mich nicht dem Fahrtwind ausliefern und habe mich lieber rein gesetzt.

Über Stock und Stein ging es dann nach oben, es war ziemlich holprig. Lt. Reisebeschreibung wären wir diesen Weg eigentlich nach oben gelaufen. Aber Ivan hatte uns netterweise die Jeeps bestellt. Somit sparten wir uns diesen steilen Anstieg.

Oben ausgestiegen, hatten wir auch gleich den ersten tollen Ausblick auf die Lagune. Hier waren wir auf 3475 m Höhe.

An diesem Aussichtspunkt verabschiedete sich unsere „Bootsfahrerin“ zusammen mit unserem Busfahrer von der Gruppe und fuhr wieder zurück Richtung See.

Wir liefen nun am Kraterrand entlang und hatten die ganze Zeit die tollen Ausblicke auf die Lagune und den Inseln in der Mitte. Eine der Inseln sieht aus wie ein Meerschweinchen, daher der Name der Lagune.

Lt. meinem Reiseführer wurden früher bei den Cayape die heiratsfähigen Mädchen im Alter von 13 Jahren im November auf die Insel gebracht. Die Jünglinge mussten dann in das 14 Grad kalte Wasser springen und dann die 600 m zur Insel durchschwimmen. Wer die Strapazen überlebte, nahm das Mädchen seines Begehrens zur Frau und blieb bei ihr bis ans Ende seiner Tage. Unserem Guide Ivan war diese Geschichte nicht bekannt.

Ziemlich lange war der Weg ziemlich eben, anschließend gab es aber doch einige Ab- und Aufstiege. Nicht besonders schwierig, aber es wurde dann aufgrund der Höhenlage doch anspruchsvoll.

Und wir waren mal wieder Glückskinder und hatten wieder herrlichen Sonnenschein. Auf Fotos von ehemaligen Reisen, habe ich die Lagune immer nur wolkenverhangen gesehen. Aber Ivan hatte am Vorabend ja wieder den Sonnentanz gemacht 😉.

Am Wegesrand gab es viele Pflanzen und immer wieder die tollen Ausblicke. Wir sahen die Lagune wirklich aus jeder Perspektive.

Nach ca. 3 h hatten wir es dann geschafft und wir trafen wieder auf unsere Mitreisende, die uns ein kleines Stück entgegen gewandert war. Sie hatte mit der Bootsfahrt leider kein Glück gehabt, da nicht genügend Personen zusammengekommen waren.

Am Ende der Wanderung kehrten wir noch kurz ein. Viventura gab uns ein Getränk aus. Die Wanderung hatte mich doch ganz schön geschafft, aber die Cola belebte die Geister dann wieder. Dazu gab es wieder gerösteten Mais, den wir schon einmal verkostet hatten.

Anschließend fuhren wir zu einer einheimischen Familie, wo es Mittagessen gab. Hier liefen ein paar Lanas über die Wiese.

Zuerst gab es aber noch eine Vorführung, wie ein typisches einheimisches Gericht gekocht wird. Leider war die Zeit zu kurz, um unser Essen auf diese Art und Weise zuzubereiten. Dafür müssen die Steine nämlich ab 4 Uhr morgens aufgeheizt werden, damit sie heiß genug sind. Diese werden anschließend in eine Art Ofen gelegt, der sich im Boden befindet.

Anschließend wird das Essen darin gestapelt. Als unterstes das Gericht, das die längste Zeit benötigt. Das Essen wird jeweils in eine Art Bananenblatt gewickelt. Üblich ist eine solche Reihenfolge: Als unterstes die Kartoffeln, dann Mais, Hähnchen, Gemüse, Rind, Ananas….

Im Ofen fanden wir noch einen Frosch vor.

Anschließend wurden wir aber trotzdem noch bekocht und es war seeehr lecker. Als Vorspeise gab es eine Quinoa-Suppe.

Hauptgericht war Hähnchen mit Avocado, Tomatensalat und einem Kartoffelgericht.

Und eine leckere Nachspeise.

Noch ein kurzes Fotoshooting mit der Küchencrew.

Danach hätte das Programm für mich gerne beendet sein dürfen, war es aber noch lange nicht.

Wir trafen uns mit einer Einheimischen, die uns in einen Garten führte, wo uns die verschiedenen Pflanzen erklärt wurden. Viele der Pflanzen werden auch für verschiedene medizinische Zwecke eingesetzt.

Anschließend ging es weiter in eine kleine Werkstatt, wo ein Zusammenschluss von mehreren Frauen Perlenketten, Armbänder und Ähnliches herstellen. Wir bekamen deren Arbeit gezeigt und durften uns dann auch selbst an einem Perlenarmband versuchen.

Mit manchen kleinen Perlen war das sehr frickelig und irgendwann musste Björn übernehmen, da ich ohne meine Lesebrille doch etwas Probleme hatte 😂. Das Armband durften wir hinterher behalten, deshalb spendeten wir als Dankeschön noch 5 Dollar. Ist aber was Schönes bei rausgekommen, was auch gut zu meinem Pulli passt.

Weiter ging es zu einer Stickerei, wo wir auch deren Arbeiten gezeigt bekamen. Grundsätzlich tolle Stücke, aber Stickwaren sind nicht ganz so mein Ding. Hier bekamen wir ebenfalls ein kleines Geschenk. Ein besticktes Tuch, als Erinnerung an die Reise. Eine sehr nette Geste.

Aber dessen noch nicht genug, besuchten wir eine weitere Werkstatt, wo Agave verarbeitet wird. Auch hier bekamen wir die Verarbeitung gezeigt und was daraus alles hergestellt werden kann.

Ivan kaufte noch ein spezielles Shampoo, mit dem die Haare angeblich schwarz bleiben und nicht grau werden. Angeblich haben die Indigenas deshalb alle bis ins hohe Alter tiefschwarze Haare.

Auch hier bekamen wir noch ein Geschenk. Jeder bekam ein Armband mit seinem Namen. Bei Björn stand allerdings Manfred drauf 😂. Ivan konnte am Anfang der Reise Björns Namen nicht aussprechen und somit hat er ihn dann vorerst mit seinem Zweitnamen angesprochen und dieser war nun auch auf dem Armband gelandet.

Danach war dann aber wirklich Schluss und wir fuhren zurück ins Hotel, wo wir um 18 Uhr ankamen. Ich war nach dem langen Tag so platt und mir war nicht so gut, so dass ich wieder aufs Abendessen verzichtete, das um 19 Uhr stattfand. Im Zimmer wurde wieder der Kaminofen angemacht und ich legte mich schlafen.

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