Für heute hatte ich eigentlich die Wanderung Nr. 26 aus dem Rother Wanderführer angedacht, von der Hoya de Fileba zum Mirador de Jinama. Den Wecker hatten wir auf 7 Uhr gestellt, blieben danach aber noch etwas liegen. Beim Frühstück wussten wir schon, dass die angedachte Wanderung eher nichts werden würde, da diese am Kamm entlang führt und dazu angeraten wurde, einen möglichst wolkenlosen Tag abzuwarten. Und was war? Die Wolken hingen heute wieder tief und an Sicht dort oben war nicht zu denken.
Gegen 10 Uhr kam Jörg vorbei, um nach den Katzen von Norbert zu schauen. Und wie gestern versprochen, hatte er mir ein E-Bike mitgebracht, dass ich dann mal auf der steilen Straaße ausprobieren konnte. Und was soll ich sagen: Wahnsinn. Ich hätte nicht gedacht, dass es damit so extrem leicht sein würde Anstiege zu überwinden. So konnte ich mal kurz in die E-Bike Welt reinschnuppern. Dazu muss ich sagen, dass Jörg E-Bikes vermietet und auch geführte Touren anbietet. Ist auf jeden Fall nochmal eine Überlegung wert.
Ich befragte ihn auch nochmal bzgl. der Tour 8 aus dem Rother Wanderführer, Von Valverde auf den Ventejis, ob er denkt, dass diese bei diesem Wetter machbar ist. Er riet uns dann dazu die Tour nicht ab Valverde zu fahren, sondern zum Arbol Garoe zu fahren und ab dort zu laufen. Da er eine Stunde später sowieso in Valverde sein wollte, wollte er mir nochmal Bescheid sagen, wie das Wetter dort ist. Gesagt, getan. Er meldete wechselhaftes Wetter und wir entschieden uns dann die Wanderung zu wagen.
Bis wir losfuhren war es inzwischen 11:30 Uhr. Kurz vor Valverde konnten wir Jörg sogar nochmal zuwinken, da er am Straßenrand stand. Anschließend schickte uns unser Navi wieder auf abenteuerlichen Wegen zum Arbol Garoe. Der Weg war einfach nicht machbar, so wie das Navi es vorschlug. Somit fuhren wir erst mal wieder zurück auf eine normale Straße und von dort nach San Andres, wo wir vom letzten Jahr noch wussten, dass dort der Weg zum Besucherzentrum ausgeschildert ist. Allerdings hatten wir dieses im letzten Jahr einfach nicht gefunden. Heute kamen wir wieder zur Ausschilderung, dieses Mal aber mit eingeschaltetem Navi, was letztes Jahr aufgrund des fehlenden Internets nicht möglich war. Dort bogen wir wieder auf die Schotterpiste ab und folgten der Beschilderung. Dieses Mal war es kein Problem alles zu finden und wir stellten fest, dass wir letztes Jahr 500 m vor dem Ziel umgekehrt waren.
Nun erst mal zum Arbol Garoe: Er ist das Wahrzeichen El Hierros und schmückt auch das Wappen der Insel. Er wird von Legenden umrankt. Er liegt versteckt in einem kleinen Tal. An dieser Stelle soll einst ein großer Lorbeerbaum gestanden haben, der angeblich hunderte Liter Wasser am Tag aus dem Passatnebel molk und somit viele Leute vor dem verdursten rettete. In einem Sturm wurde er 1610 entwurzelt und 1957 wurde an seiner Stelle wieder ein neuer Baum gepflanzt.
Wir parkten also am Besucherzentrum, der Himmel war wolkenverhangen.

Dann bezahlten wir die 2,50 Euro Eintritt pro Person und legten den kurzen Weg zum Baum zurück. Auf dem Weg dorthin kamen wir auch an mehreren Wasserstellen vorbei, die von den Bimbache gefertigt wurden.


Und dann erreichten wir den Baum, der in eine Felsnische eingebettet ist. Eigentlich unspektakulär 😉, aber sagenumwoben.

Inzwischen zeigte die Uhr die 13 an und wie von Jörg empfohlen sollte es eine Mischung aus Wanderung Nr. 8 und 9 werden. Da ab dem Parkplatz die Ruta del Aqua (Nr. 9) beschildert war, folgten wir dieser erst einmal bergab.



So richtig voran kamen wir aufgrund des Fotografierens nicht. Wir passierten ein kleines Wäldchen, das wieder an den Märchenwald erinnerte, den wir ja morgen mit Ralf erneut besuchen werden.




Die Landschaft änderte immer wieder ihr Gesicht.

Wir wollten dann die Ruta del Aqqua rechts auf dem Weg verlassen und dann der Beschreibung der Wanderung 8 auf den Ventejis weiter folgen. Merkwürdig fanden wir, dass wir einen Zaun übersteigen mussten, was im Wanderführer so nicht beschrieben war. Wir liefen den Weg trotzdem weiter und erblickten dann unserer Meinung nach den Ventejis.

Wir liefen den Feldweg entlang, der lt. Beschreibung von Agaven gesäumt sein sollte, es waren aber keine Agaven zu sehen. Es sollte eine Wasserstelle folgen, wir fanden aber nur eine mit Wasser gefüllte alte Badewanne. Sollten wir auf dem richtigen Weg sein? Wir waren uns unsicher und drehten nochmal um, fanden aber keine andere Möglichkeit und liefen diesen Weg dann doch weiter. Inzwischen versperrten uns aber drei Pferde den Weg.



Vorsichtig schlängelten wir uns zwischen diesen hindurch, sie beachteten uns aber kaum. Aber als wir das geschafft hatten, fanden wir auch nicht gleich den Weg bergauf. Teilweise weglos ging es bei hier oben sehr starkem Wind steil bergauf.


Oben atmete ich erst mal tief durch und dachte, wir hätten den Ventejis erklommen. Im Tal lag uns Valverde zu Füßen, etwas wolkenverhangen. Der Blick nach La Palma blieb uns leider verwährt.



Hier oben zog es die Hechtsuppe und ich hatte meine Mütze lieber abgezogen, bevor sie noch weggeflogen wäre. Inzwischen hatte ich auch realisiert, dass wir noch gar nicht auf dem Ventejis sind und dass uns wohl noch ein weiterer Anstieg bevorstand. Wir wussten allerdings schon wieder nicht richtig, wo der Weg weitergehen sollte. Die Wanderbeschreibung passte wieder nur so halb und einen Weg, der rechts abbiegen sollte, fanden wir auch nicht. Das war uns dann irgendwann egal und wir liefen den einzig vorhandenen Weg, der teilweise aber auch nicht als Weg zu erkennen war einfach immer weiter entlang. Irgendwann führte dieser dann extrem steil sehr lange nach oben. Ich war mir sicher, dass wir hier auf den Ventejis kommen würden, war mir aber auch sehr sicher, dass dies nicht der beschriebene Weg aus den Wanderführer war. Egal, Hauptsache wir kommen dorthin, wo wir hin wollten.


Schließlich erreichten wir den Gipfel, auf dem ein Mobilfunkmast trohnte. Der Ventejis, das war nun klar. Wir standen nun auf 1139 m. Der Arbol Garoe konnte nun auch nicht mehr weit sein. Und nachdem ich die weitere Wanderbeschreibung durchgelesen hatte, realisierte ich nun, warum die Wanderbeschreibung hinten und vorne nicht gepasst hatte. Der Weg ab den Übersteigen des Zaunes war hier in umgekehrter Richtung beschrieben. Wir hatten also auf der Ruta del Aqua einen viel weiteren Weg zurückgelegt, als wir gedacht hatten und der Weg in den wir, wie beschrieben rechts abgebogen waren, muss wohl schon etwas früher abgebogen sein. Aber wir haben den Weg dann ja auch ohne Wanderführer mit einigen Irrungen und Wirrungen gefunden, wenn auch in die entgegengesetzte Richtung, was uns zwei richtig knackige Aufstiege beschert hat, die eigentlich Abstiege gewesen wären. Warum einfach, wenn es auch schwer geht 😉?
Schließlich erreichten wir gegen 17:30 Uhr wieder das Auto. Das Restaurant, das Jörg empfohlen hatte, hatte lt. Google heute geschlossen, somit entschieden wir uns nochmal in das nahegelegene San Andres zu fahren, um zu schauen, ob wir dort etwas zu essen bekommen. Als wir dort ankamen saß dann lustigerweise das Ehepaar, das uns auf der morgigen Wanderung begleiten wird vor einer Kneipe. Wir stiegen aus und unterhielten uns nett mit ihnen. Sie hatten eine Wanderung nach Isora gemacht und empfahlen uns den Kichererbseneintopf im dortigen Restaurant. Somit stiegen wir nochmal ins Auto und fuhren die wenigen Kilometer nach Isora. In der dortigen Bar hatten wir letztes Jahr mit Ralf nach der Wanderung noch einen Kaffee getrunken. Wir nahmen Platz, die Bedienung konnte kein Englisch und wir hatten wieder Probleme mit dem Spanisch. Eine Speisekarte gab es nämlich nicht. Somit holte die Bedienung ihr Handy und tippte dort in den Google Übersetzer die möglichen Gerichte ein und wir lasen die Englische Übersetzung. Da alle anderen Gerichte Fleischgerichte waren, konnte der Kichererbseneintopf nur das Gericht des Tages sein. Das bestellten wir dann. Was kam war eine Mischung aus Kartoffeln, Hähnchen, Kichererbsen, Bohnen etc. Das war ganz lecker und mal was anderes.

Und letztendlich haben wir dann sogar für die zwei Gerichte, eine kleine Flasche Wasser, zwei Eis und einen Espresso nur 16 Euro bezahlt. Das war ja mal billig.
Anschließend fuhren wir dann zurück zur Unterkunft und auf der Hochebene war alles nebelverhangen.
Das Golfotal lag und anschließend aber wieder in strahlendem Sonnenschein zu Füßen. Wir gingen noch schnell in den Supermarkt und waren dann gegen 19:00 Uhr zurück in der Unterkunft. Von der Terrasse aus konnten wir nun gegen 21:00 Uhr noch den Sonnenuntergang beobachten.


Im Anschluss hörten wir lautes Gebrüll und eine Trillerpfeife. War da etwa ein Fußballspiel? Da wollten wir natürlich hin. Aber grade als wir die Tür verlassen haben, war nichts mehr zu hören und auf dem Fußballplatz war alles dunkel. Da waren wir wohl zu spät, schade. Trotzdem machten wir dann noch einen kleinen Spaziergang die Straße hinunter und wieder hinauf. Bis zum Wasser war es dann doch noch zu weit gewesen.