Vorgestern hatte Björn noch gesagt, dass er heute einen Faulenzer-Tag einlegen will, dafür ist daraus doch noch ganz schön viel geworden. Aber zuerst frühstückten wir in Ruhe und da Sonntag war, war der Markt natürlich ein Muss. Um 11:30 Uhr fuhren wir dort hin. Ein kurzes Hallo bei Ralf, bei Jörg kauften wir noch ein Brot, zwei Zimtschnecken und ein Chiliteilchen. Die Zimtschnecken und das Chiliteilchen wurden gleich verzehrt. Hui war das scharf. Dann verkosteten wir noch seinen selbstgemachten Ananaswein, das war aber nicht so mein Ding. Er schmeckte ein wenig wie Likör, aber nicht so süß und hat glaube ich 15 % Alkohol. Wir schauten uns nochmal sein Buch mit den Höhlenfotos an und dabei lernten wir ein deutsches Urlauberpärchen kennen, die nun schon zum zwölften Mal auf El Hierro sind.
Am Nachbarstand kaufte ich mir noch ein El Hierro Tshirt für 15 Euro, dass ich dann auch gleich an behielt. Jetzt hatte Ralf grade keine Kundschaft mehr, so dass wir mit ihm auch nochmal ein Schwätzchen hielten. Wir schlenderten nochmal über den restlichen Markt, kauften nochmal zwei Zimtschnecken und dann lief uns Graham über den Weg und wir fragten ihn, ob wir am Nachmittag nochmal vorbeikommen können, weil wir uns Carmens Garten ja noch anschauen wollte. So verabredeten wir uns dann zu Teatime, Graham ist ja Engländer.
Anschließend fuhren wir wieder in die Unterkunft und ruhten uns ein bisschen aus und dann machten wir uns um 15:30 Uhr auf, um zu Carmen und Graham zu fahren. Die beiden saßen auf ihrer Terrasse und Graham bot uns Tee an. Wir entschieden uns für den marokkanischen Minztee, den sie aus ihrem letzten Marokko-Urlaub mitgebracht haben. Dazu gab es noch Schokolade, Raffaelo und Gebäck. Wir hatten wieder nette Gespräche in einem Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch. So saßen wir fast zwei Stunden da und dann wollten wir noch den Garten besichtigen. Graham führte uns herum, da Carmen noch weiter an ihrem Buch arbeiten wollte.
Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass das Grundstück 12000 qm groß ist und Carnen hat hier viel Mühe reingesteckt und das ehemalige Brachland in ein tolles Areal verwandelt. Und fast alle Pflanzen sind beschriftet. Ebenso gibt es einen Pool mit einer weiteren Sitzecke. Auf dem Grundstück gibt es viele Palmen, Mangobäume, Avocados und vieles mehr.


Nach rund zwei Stunden verabschiedeten wir uns wieder. Es war 17:30 Uhr, deshalb fuhren wir direkt weiter in den Ort, weil heute eine Bajada stattfinden sollte. Eine Prozession, bei der der Heilige San Salvador von der Ermita de San Salvador über den Camino de San Salvador nach La Frontera gebracht wird. Lt. Jörg sollte das ganze um 16 Uhr an der Ermita starten und um 18 Uhr den Ort erreichen.
Als wir dort ankamen, trafen wir dann auch gleich wieder Sigrid und Bernd, die uns schon auf der Wanderung mit Ralf und der Fahrradtour mit Jörg begleitet hatten.
Wir setzten uns zu ihnen an den Tisch. Und da die Prozession noch auf sich warten ließ, bestellten wir noch was zum Essen. Björn nahm wieder ein Arepa mit Hähnchen. Ich bestellte Pabellon Criollo, hatte aber vorher gegoogelt, was das ist. Eine Mischung aus Reis, Rindfleisch, Pommes, Spiegelei, schwarze Bohnen und gebackene Bananen. Das war ganz lecker und mal was anderes.

Danach liefen wir zusammen in den Ortskern und waren uns unsicher, wo wir uns hinbegeben müssen. Dann sahen wir aber eine Menschentraube und gesellten uns dazu. Zwischendrin holte ich mir im Supermarkt noch ein Eis.
Schließlich tat sich aber was auf der Straße vor uns, die den Berg hinunterführte. In der Ferne sahen wir tanzende Menschen und hörten die Flöten, Kastagnetten und die Trommeln. Diese kamen immer näher und erreichten uns schließlich.
Sigrid und Bernd verabschiedeten sich dann und wir folgten den Prozession Richtung Sonnenuntergang.
In einer Seitenstraße von Tigaday wurde die Statue unter einem Kreuz abgestellt und hier wurde Kuchen und Getränke gereicht.



Eine solche mittelgroße Tambores habe ich letztes Jahr in einer grandiosen Aktion mit großer Unterstützung von Jörg Björn geschenkt. Ich hatte mir letztes Jahr als Andenken ein kleines Paar Kastagnetten gekauft. Vielleicht erklingen diese Töne dann demnächst ja auch mal zuhause 😂.
Anschließend ging es weiter in Richtung Merese.
Dort wurde die Statue wieder abgestellt und es wurden kleine Pizzastückchen und andere Kleinigkeiten gereicht. Anschließend ging es über den gleichen Weg wieder zurück und dann durch die Hauptstraße von Tigaday.
Da ist ganz schöne Kondition gefragt, glaube ich. Zumal ja vorher auch schon der steile Weg den Berg hinab zurückgelegt werden musste.
Auf dem zentralen Platz in Tigaday war es richtig voll und es war nochmal ein richtiges Spektakel.
Hier verabschiedeten wir uns dann. Ob die Statue nun noch zur Kirche getragen wurde oder direkt wieder den Berg hinauf zur Ermita, bleibt also ein Geheimnis.
Das war auf jeden Fall ein tolles Ereignis. Es gibt doch immer noch was Neues auf der Insel zu erleben. Einerseits erinnerte es ein bisschen an unsere Fastnacht, aufgrund des Musikumzugs, andererseits erinnerte es auch ein bisschen an den Heiligenkult im Hinduismus in Sri Lanka, wo es ja auch eine Prozession hinter einer Heiligenfigur gab. In Sri Lanka wurde dieser aber eher ehrfürchtig gefolgt, hier wurde eher gefeiert und getanzt. Wobei die begleitende eintönige Musik dann doch wieder eine Ähnlichkeit aufwies. Und wieder war ein Tag vergangen.