10.03.2024 – 31.03.2024 Sri Lanka – 12. Tag: In den Knuckles

Gut geschlafen habe ich überhaupt nicht. Der Wecker klingelte um 6:30 Uhr. Als ich wach wurde, regnete es draußen. Dabei hatte Buddi gestern im Bus noch gesagt, dass es lange nicht geregnet hätte und wir keine Regenjacke brauchen. Frühstück gab es um 7:30 Uhr. Ich hüpfte als erstes unter die Dusche, dann meine Zimmernachbarin. Heute war die Dusche fast kalt, brr, gestern Abend war sie wenigstens noch lauwarm. Mein Fuss war etwas besser.

Anschließend ging es zum Frühstück, dass im Vergleich zu sonst etwas spärlich war, aber ausreichend. Es gab Ruttis (sind so ähnlich wie Pancakes), Toast, Marmelade und etwas Melone. So ist das halt in den Bergen, die Komfortzone muss etwas verlassen werden.

Ich zögerte dann noch lange, ob ich die heute geplante Wanderung mitgehe, da diese mit 11,5 km und 5 h angekündigt war. Die Vernunft sagte nein, aber eigentlich wollte ich unbedingt. Aber ich ließ dann doch die Vernunft walten. Der vorherige Regen und die Tatsache, dass sechs weitere Mitreisende nicht mitgingen, ließ mir die Entscheidung dann etwas leichter fallen. Schade.

Die Wanderer wurden noch mit einem Mittel gegen Blutegel eingesprüht und dann ging es aufgrund des Regens mit einer Stunde Verspätung um 9:30 Uhr los.

Ich verzog mich auf das Zimmer und ruhte mich noch ein bisschen aus. Ganz fit fühlte ich mich heute auch nicht.

Die Nicht-Wanderer trafen sich dann um 12 Uhr, um gemeinsam mit dem Tuktuk und Gepäckwagen zum Wasserfall zu fahren, wo wir auf die Wandergruppe treffen sollten. Die Fahrer ließen aber etwas auf sich warten. So bekamen wir von der Unterkunft noch Tee, Kekse und Bananen hingestellt.

Jeder bekam dann ein Lunchpaket in die Hand gedrückt und dann ging die wilde Fahrt los. Wir saßen zu dritt hinten im Tuktuk und eine Mitreisende saß vorne beim Fahrer, nur mit einer Pobacke auf dem Sitz. Das zulässige Mindestgewicht war mit Sicherheit überschritten. Unser ältester männlicher Mitreisender nahm neben dem Fahrer im Gepäckwagen Platz. Vor jeder Kurve wurde fleißig gehupt. So fuhren wir ca. 3 km auf einer asphaltierten Straße bergab. Schließlich hielten wir uns es hieß, wie müssten jetzt noch ca. 150 m steil und über unwegsames Gelände nach unten laufen. Darauf waren wir nicht vorbereitet und ein Mitreisender fuhr dann auch wieder zurück zur Unterkunft.

Der Weg nach unten war etwas beschwerlich, aber dann kamen wir am Wasserfall an und trafen auf die Wanderer.

Wir ließen uns nieder und genossen unser Lunchpaket. Der ein oder andere sprang ins Wasser. Die Wanderer waren bei der Wanderung teilweise von drei Hunden begleitet worden. Diese fütterten wir noch ein bisschen.

Ich hielt dann nur mal meine Füße ins kühle Nass. Bis ich plötzlich einen Blutegel an meinem Fuß sah. Auch wenn ich wusste, dass man sie nicht wegziehen soll, wenn sie sich schon festgebissen haben, war meine Reaktion ihn wegzuschnippen. Alle anderen waren inzwischen auch geplagt. Manche mehr, manche weniger. Ich zog mich dann schnell wieder an.

Kurz später ging es dann auch schon wieder zurück. Bergauf war der Weg etwas einfacher zu bewältigen. Dieses Mal belegten wir das Tuktuk zu dritt. Eine Mitreisende nahm beim Fahrer im Gepäckwagen Platz und eine andere auf der Ladefläche des Gepäckwagens. Der Rest wollte weiterhin zu Fuß laufen. So fuhren wir los, der Gepäckwagen voraus. Und was passierte? Unser Tuktuk gab auf halbem Weg den Geist auf.

Und wir sahen schon heftigen Regen heranziehen. Die armen Wanderer. Unser Fahrer brachte das Tuktuk nicht wieder zum Fahren. Handyempfang war auch keiner, also machte er sich zu Fuß auf den Weg zum Gepäckwagen. Uns ließ er alleine im Tuktuk zurück. Und dann kam der Regen, aber richtig heftig. Aber im Tuktuk waren wir einigermaßen geschützt. Nach einiger Zeit liefen dann die Wanderer an uns vorbei, natürlich pitschepatsche nass. Björn lud dann wenigstens seinen Rucksack bei uns ab. Wir mussten noch eine Weile warten und dann kam der Gepäckwagen zurückgefahren. Wir stiegen um, ich beim Fahrer, die anderen beiden auf der Ladefläche. Das Tuktuk wurde mit einem Seil angehängt und dann ging es los. Bis zur Unterkunft war es schon noch rin ganzes Stück.

Wieder im Hotel angekommen, sparte ich mir die Dusche, da sie kalt war. Stattdessen legte ich mich zum Aufwärmen ins Bett. Da ich ziemlich groggy war, schlief ich dann auch noch eine Runde und wäre ohne Wecker gar nicht wach geworden. Beim Aufstehen entdeckte ich dann noch einen zweiten Blutegelbiss, keine Ahnung, wo der auf einmal herkam.

Um 17:15 Uhr startete unser gemeinsames Kochen. Jeder schnippelte ein bisschen, raspelte Kokosflocken oder wir beobachteten den Koch beim Mischen der Zutaten. Das war eine nette Sache. Zwischenzeitlich war dann auch noch ein australisches Pärchen erschienen, die auch hier untergekommen sind. Die richtigen Gesprächspartner für Björn 😉.

Anschließend durften wir das selbstgemachte Mahl natürlich auch verkosten.

Nachdem wir fertig gegessen hatten, gab Buddi dann noch eine Runde Arrak aus.

Da ich erste Anzeichen einer Erkältung hatte, ging ich heute schon um 21 Uhr ins Bett. Und es schüttete die ganze Nacht durch und ein Gewitter war auch noch. Man hätte meinen können, die Welt geht unter.

10.03.2024 – 31.03.2024 Sri Lanka – 11. Tag: Tempel von Mahiyangana, Besuch der Veddas und Fahrt in die Knuckles

Heute ging es wieder um 9:00 Uhr los. Besonders war, dass wir für die nächsten beiden Nächte Tagesgepäck packen mussten. Schwierig vorher zu wissen, welche Klamotten man brauchen wird. Wir hatten dafür extra eine kleine Reisetasche, die man ganz klein zusammenfalten kann, mitgenommen. Die nächsten beiden Nächte wird es auch kein Internet geben.

Nach dem Frühstück schauten wir uns nochmal kurz die Anlage an. Sehr schön eigentlich.

Man hätte auch die Möglichkeit gehabt, mit dem Boot rauszufahren oder sogar auf dem Boot zu frühstücken. Aber wir mussten ja weiter. Zuerst ging es in einer ca. 15minütigen Fahrt zum buddhistischen Tempel im Mahiyangana. Diesen fand ich auch ganz interessant. Buddhistische Tempel sind mir einfach lieber als hinduistische.

Draußen gab es viele Verkaufsstände, aber auch viele Bettler. Wir waren die einzigen Touristen. Die Schuhe mussten natürlich wieder ausgezogen werden.

Wir umrundeten die Stupa.

Viele Gläubige streckten uns ihre Blumenspenden entgegen. Buddi hatte uns erklärt, dass man diese kurz anfassen soll, dann die Hände falten und kurz verbeugen.

Hier herrschte reges Treiben, Trommeln wurden gespielt und viele Gläubige lagen betend auf dem Boden.

Wir ließen uns wieder ein Armband segnen.

Wir besichtigten noch einen Reliquienschrein, bevor es dann weiter ging. Nächster Stop war dann beim einheimischen Volk der Veddas. Eigentlich hätte das gestern auf dem Programm gestanden, aber Buddi hatte es auf heute verlegt.

Mit dem Bus fuhren wir in Richtung Wald und mussten dann noch ca. 200 m laufen.

Hier trafen wir dann den Bürgermeister dieses Volkes, der uns Rede und Antwort stand. Buddi übernahm die Übersetzung.

Hier leben 400 Familien und ca. 3800 Menschen. Es herrscht hauptsächlich der Buddhismus vor, sie glauben aber auch noch an verschiedene Dämonen.

Er selbst ist 76 Jahre alt und hat acht Kinder, 7 Jungen und ein Mädchen und er hat 40 Enkel und Enkelinnen.

Das Amt wird immer innerhalb der Familie weitergegeben. Immer der älteste Sohn wird der Nachfolger, für Frauen ist dies leider nicht möglich.

Er ist auch verantwortlich die Brautpaare zu vermählen. Jungen dürfen sich auch außerhalb der Gemeinschaft eine Frau nehmen, Mädchen hingegen ist dies nicht gestattet. Meistens wird aber die Nichte geheiratet.

Nach der Hochzeit kann sich jeder aus diesem Stamm innerhalb dieser Gegend ein eigenes Haus bauen.

Zehn Personen in der Gemeinschaft haben studiert und nur manche der Kinder gehen in die Schule. So etwas wie einen Kindergarten gibt es nicht, das älteste Kind passt immer auf die jüngeren auf.

Diese und einige weitere Fragen wurden uns beantwortet. Anschließend liefen wir noch weiter in den Wald hinein und dort gab es dann noch einige Vorführungen der Veddas.

Sie entfachten Feuer mit zwei Steinen. Sie spielten eine Jagdszene nach, zeigten das Bogenschießen, führten einen Tanz auf, der von Trommelmusik begleitet wurde. Unser Guide Buddi gesellte sich letztlich dazu und tanzte mit. Sehr unterhaltsam.

Anschließend konnten wir selbst das Bogenschießen ausprobieren.

Kurz später war die Veranstaltung beendet und wir liefen zurück zum Bus. Inzwischen fühlte sich mein Fuß einigermaßen ok an. Vielleicht kann ich ja doch noch Hoffnung haben morgen mitwandern zu können.

Noch ein kurzer Stop im Supermarkt, wo ich mal einen Lassi ausprobierte. Und ein Eis musste auch sein. Anschließend hatten wir noch eine zweistündige Busfahrt in die Knuckels vor uns. Unter anderem passierten wir einen Weg mit 18 Serpentinen.

Anschließend wurde die Straße so schmal, dass Bue und Tuktuks kaum aneinander vorbeikamen. Unterwegs begegneten uns viele winkende Schulkinder, die einen längeren Fußmarsch nach Hause hatten. Ebenso mussten wir auch noch kurz anhalten und uns anmelden und Gebühren bezahlen. Buddi erzählte uns, dass es die Straße bis vor fünf Jahren gar nicht gab, Früher musste die Fahrt mit Jeeps durchgeführt werden.

Je weiter wir kamen, desto schlechter wurde der Zustand der Straßen. Irgendwann war es gefühlt nur noch eine Schlaglochpiste. Die Landschaft hier ist aber eine ganz andere als noch die letzten Tage.

Unterwegs hielten wir noch am Aussichtspunkt Corberts Rest. Und kurz später erreichten wir dann unsere Unterkunft. Der Bus musste an der Straße halten und wir mussten dann noch ein ganzes Stück über einen gepflasterten Weg laufen, bis wir das Hauptgebäude erreichten.

Von hier gab es einen tollen Ausblick.

Die Gebäude lagen dann alle noch den Hang hinauf, nur durch Steintreppen zu erreichen.

Jetzt wussten wir auch, warum die Koffer umgepackt werden sollten. Hier sind wir jetzt völlig weg von allen Touristenpfaden. Kein Internet und die Unterkünfte sind auch eher einfach gehalten. Hier haben wir jetzt auch nur noch 20 Grad, anstatt die ganze Zeit 38 Grad.

Im Hauptgebäude wurden wir mit Tee oder Kaffee empfangen und dann wurden wir auf unsere Zimmer aufgeteilt. Da es hier nur Dreibettzimmer gibt, wurden Männlein und Weiblein getrennt. Glücklicherweise bin ich letztendlich nur zu zweit im Zimmer, Björn ist aber mit zwei weiteren Mitreisenden zusammen im Zimmer.

Aber die Landschaft hier ist herrlich.

Um 19 Uhr gab es dann Abendessen. Es war sehr lecker, aber auch scharf.

Anschließend saßen wir gemeinsam noch vor dem Gebäude und lauschten den Naturgeräuschen. Ebenso waren viele Glühwürmchen zu sehen.

Heute war dann mal um 22 Uhr schon schlafen angesagt.