Heute hatten wir mehr oder weniger einen freien Tag. Nur das Observatorium stand auf dem Programm. Am Vorabend wurde die Abfahrtzeit diskutiert. Die Gruppe wollte um 16 Uhr starten, Alisher beharrte auf 15 Uhr. Das sorgte für ein bisschen Unmut. Aber so war es dann halt.
Heute gingen wir dann etwas später zum Frühstück, gegen 8:45 Uhr. Die anderen waren aber auch noch alle da.
Wir hatten heute unseren 11. Jahrestag und konnten diesen nun nach eigenem Belieben gestalten.
Wir liefen dann erst mal Richtung Registan und wollten dann aber mal schauen, was dahinter so los ist. Wir liefen dort durch die Gassen, das war aber eher unspektakulär.
Siyob Basar
Schließlich erreichten wir den Siyob Basar. Davor gab es einen Laden, in dem wir ein bisschen stöberten und ich kaufte mir eine bestickte Jacke oder Überwurf. Angeblich soll diese aus Kashmir sein, was ich mir beim Preis von 12 Euro nicht vorstellen kann. Im Anschluss bummelten wir dann ein bisschen über den Basar. Wieder gab es verschiedene Abschnitte, einer für Nüsse, einer für Obst und Gemüse, einer für Töpferware und Seidenschals etc. Ich erstand hier noch einen Seidenschal und ein typisches usbekisches Käppi, das ich mir aber eher für die Fastnacht zugelegt habe. Kostete nur 2 Euro.





Schließlich probierte ich noch diese Süßspeise, die wir in den letzten Tagen ja schon am Straßenrand gesehen hatten. Was es ist, weiß ich immer noch nicht, ist aber arg süß.

Am Ende des Marktes standen wir wieder vor der Moschee. Vorgestern hatten wir gar nicht bemerkt, dass sich der Basar direkt nebenan befindet.
Hasrat Hisir Moschee
Wir bestiegen dann den Afrosiab-Hügel zur Hasrat Hisir Moschee. In dieser befindet sich das Grab von Islom Karimov, dem ersten Präsidenten Usbekistans. Von hier aus hat man einen schönen Blick zurück auf die Bibi-Chanum-Moschee und das Bibi-Chanum-Mausoleum.






Wir schauten dann nochmal kurz auf dem Friedhof vorbei.
Teahouse Oriental Sweets
Anschließend wollten Ruf ein bisschen die Seele baumeln lassen und ich googelte nach einem Teehaus und wurde schnell fündig. Das Teahouse Oriental Sweets befindet sich im Innenhof einer alten Karawanserei zwischen Registan und Bibi-Chanum-Moschee. Die Taptschans waren leider schon alle belegt, so dass wir uns an einen normalen Tisch setzen mussten. Wir bestellten einen Tee und Baklava. Björn hatte einen grünen Tee und ich bestellte Ziziphora Tee, weil ich diesen noch nicht kannte.


Hier verbrachten wir einige Zeit. Trotz der relativ vielen Menschen war das Stimmengewirr hier eher gedämpft und es war eine ruhige, angenehme Atmosphäre. Schließlich war es 14:15 Uhr und um 15 Uhr war ja leider Treffpunkt mit der Gruppe. Eigentlich wollten wir noch zur jüdischen Synagoge. Wir riskierten es trotzdem
Jüdisches Viertel
Das ehemalige jüdische Viertel liegt im östlichen Teil des historischen Zentrums von Samarkand. Um das jüdische Viertel zu betreten, mussten wir einen kleinen Durchgang in einem Tor passieren. Irgendwo hatte ich gelesen, dass dieses Viertel durch diese Tore vor den Augen der Touristen verborgen bleiben soll, da dieses als nicht allzu schön angesehen wird. Hier herrschte aber eher das wahre Leben, nicht an den von Touristen überströmten Prunkplätzen.



Gumbaz Synagoge
Wir erreichten dann die Gumbaz Synagoge, die von außen fast gar nicht ersichtlich war. Ein einfaches unscheinbares Eingangstor, wo wir uns gar nicht getraut hätten einzutreten, wenn ein Mitreisender uns nicht informiert hätte, dass man dort aber richtig ist.
Der Rabbi führte uns dann in die Synagoge, die extra für uns aufgeschlossen wurde.
Die Gumbaz-Synagoge ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern auch ein kulturelles Zentrum für die kleine, aber engagierte jüdische Gemeinde in Samarkand. Sie steht symbolisch für die jahrhundertelange Präsenz jüdischen Lebens entlang der Seidenstraße.

Björn bekam noch eine Kippa, aber nur, weil er danach gefragt hatte.


Dann mussten wir aber hurtigst zurück. Zum Hotel war es doch weiter als gedacht und das Navi sagte, dass wir um 15:05 Uhr da wären. Wir legten einen Gang zu und holten Minute um Minute auf und waren schließlich um 14:58 Uhr am Hotel. Dann ging es auch schon gleich mit dem Bus los zum Observatorium.
Ulugh Beg Observatorium
Das Observatorium wurde zwischen 1424 und 1429 vom timuridischen Herrscher und Astronomen Ulugh Beg, einem Enkel von Timur, erbaut. Das Herzstück war ein gigantischer Sextant mit einem Radius von über 36 m, präzise ausgerichtet in Nord-Süd-Richtung. Weitere Geräte waren eine Armillarsphäre und ein Goniometer. Heutzutage ist nur der unterirdische Teil des Sextanten und das Fundament erhalten. Ein Modell des ursprünglichen Gebäudes wurde rekonstruiert. Ulugh Beg wird heute als einer der größten Astronomen der islamischen Welt verehrt – auf einer Stufe mit Kopernikus und Galilei.

Hier waren ganze Schulklassen und riesige Reisegruppen unterwegs, was mich gleich schon abschreckte.

In diesem Gebäude befindet sich der Sextant bzw. das, was davon noch erhalten ist.


Anschließend gingen wir ins gegenüberliegende Museum. unglaublich, dass ich es geschafft habe, ein Foto ohne Menschen zu machen 😉.


Unser Guide wollte uns hier etwas erzählen, aber vor lauter Menschenmassen verstand ich eh nichts und die Leute trampelten sich hier fast zu Tode. Ich hielt es hier nicht lange aus und war nach gefühlt 2 Minuten auch schon wieder draußen. Dort setzte ich mich auf eine Bank und Björn und ein weiterer Mitreisender folgten auf dem Fuße. Furchtbar da drinnen. Grade es es leerer wurde und ich nochmal reingehen wollte, kamen die anderen aber auch wieder raus, so dass ich hier dann nicht allzu viel gesehen habe. Das wars dann auch schon mit dem Programm hier. Es war 16:30 Uhr und alle fragten sich, warum wir uns schon um 15:00 Uhr treffen mussten und unsere gewünschte Zeit von 16 Uhr nicht möglich war. Ich hätte ehrlich gesagt auch ganz auf diesen Programmpunkt verzichten können und wäre lieber noch in der Stadt geblieben.
Eigentlich stand heute auch noch ein Abendessen auf dem Programn, was dem Guide nicht bekannt war. Nach Rücksprache hieß es, dass dies ein Tippfehler sei. Mal wieder fand das Programm nicht wie angegeben statt.
Wir ließen uns dann vom Busfahrer am Basar absetzen. Unser Guide stieg ebenfalls mit aus und lief voran und wir hinterher. Bis wir irgendwann fragten, wo wir überhaupt hinlaufen. Eigentlich hatten wir jetzt nämlich wieder freie Zeit. Die Antwort war dann, dass er nach Hause läuft. Das hat dann von uns nur noch Kopfschütteln geerntet. Kein Tschüss und schönen Abend und wir schön hinterher gedackelt. Aber wir verstehen hier auf der Reise ja so einiges nicht.
Inzwischen hatten wir Plätze in einem Restaurant mit schöner Dachterrasse und Blick auf die Rückseite des Registans reserviert. Bis dahin war aber noch etwas Zeit und wir gingen als Gruppe nochmal auf den Basar.
Siyob Basar


Ich wollte dann noch schnell die Nüsschen kaufen, die wir immer zum Tee bekommen hatten. Morgens hatten wir die noch überall abgepackt gesehen, jetzt wo ich sie kaufen wollte, fanden wir sie nicht mehr. Am anderen Ende des Basars fanden wir sie dann doch noch und ich und zwei andere schlugen zu. Drei Packungen für 5 Euro. Auf den Märkten und Basaren hier konnten wir wirklich oft mit Euro bezahlen.
Restaurant Emirhan
Dann war es aber auch Zeit fürs Restaurant Emirhan. Das war wirklich eine gute Wahl. Am Eingang erwarteten uns schöne Wunderlampen.

Wir liefen mehrere Stockwerke zur schönen Dachterrasse hinauf. Hier hatte man einen schönen Blick auf den Komplex am Registan.


Als ich die Weinpreise gesehen habe, fragte ich erstmal, ob man mit Kreditkarte bezahlen kann. Konnte man.
Wir bestellten erst mal Essen. Ich nahm eine Linsensuppe als Vorspeise und Fried Laghman als Hauptgericht. Nach und nach kamen dann alle Vorspeisen, nur meine nicht. Und die Suppe war immer noch nicht da, als die anderen ihr Hauptgericht bekamen. Und da fehlte dann auch ein Fried Laghman, so dass ich erst mal ohne Vorspeise und Hauptgericht war. Auf Nachfrage erhielt ich beides noch, aber da waren die anderen schon fast fertig mit dem Essen. Es war aber beides sehr lecker, die Nudeln hätten aber etwas wärmer sein können.



Danach luden wir dann die Gruppe zu unserem Jahrestag auf eine Flasche Wein ein. Es gab Weine aus Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland, Südafrika, etc. Wir entschieden uns zuerst für einen Primitivo. Nach kurzer Zeit hieß es aber dann, dass dieser aus ist und das sollte wohl so sein. Alternativ wählten wir dann den Riesling aus Rheinhessen, unserer Heimatregion. Dieser kostete ca. 600.000 Som, also ca. 40 Euro. Der Riesling wurde dann gereicht und dann kam dieser doch auch tatsächlich noch aus meiner Heimatstadt Mainz und das hier in Usbekistan. Ob das dem Weingut bekannt ist? Was für ein lustiger Zufall.
Also stießen wir an unserem Jahrestag mit einem Riesling aus Mainz in Usbekistan an. Prost nach Rheinhessen.




Die Rechnung bekamen wir wieder auf Kyrillisch und wie immer warfen wir wieder mit Geldbündeln um uns 😂. Und wieder musste gefühlt fünf Mal nachgerechnet werden. Aber 2.000.000 hat man ja auch nicht jeden Tag in der Hand 😉.


Das war ein sehr schöner Abend und wir waren begeistert von Restaurant.

Danach nahmen wir nochmal einen Absacker im Old City zu uns. Dann liefen wir zurück ins Hotel und wie immer ist es spät geworden.