Um es vorne weg zu nehmen, nachdem die beiden letzten Tage ja nicht nach unseren Vorstellungen gelaufen sind, hatten wir heute einen supertollen Tag.
Die Stadtführung sollte um 10 Uhr beginnen, also waren wir um 8:40 Uhr beim Frühstück.
Vorher gaben wir bei der Rezeption noch ein paar Sachen zum Waschen ab, Ebenso die dreckigen Wanderstiefel zum Putzen.
Nach dem Frühstück trafen wir uns dann mit Alisher vor dem Hotel. Hier saßen wir eine Weile und Alisher erzählte uns viel über die Geschichte der Stadt.
Und dann ging es los, durch die Altstadt von Buchara. Im Gegensatz zu Taschkent, wo die Moscheen, Medresen etc. erst in den letzten Jahrzehnten wieder aufgebaut wurden, sind hier die Gebäude aus der Seidenstraßenzeit noch erhalten.
Die Stadt ist wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Jeder Platz war schöner als der vorherige und man kann sich richtig gut vorstellen, wie hier früher die Kamelkarawanen vorbeigezogen sind. Jetzt tagsüber war es auch wenig trubelig und es war eine Wohlfühloase und man hatte das Gefühl, endlich im Urlaub angekommen zu sein.
Gleich vor dem Hotel gab es schon die ersten schönen Gebäude zu sehen.


Hier gab es einen schönen Innenhof. In der Mitte konnte man gemütlich sitzen, außenherum gab es Verkaufsstände. Eine Wohlfühloase. zumal es sehr ruhig war.


An jeder Ecke gab es Verkaufsstände mit Seidenwaren etc. Die Mädels hätten am liebsten gleich drauflos geshoppt 😉, aber Alisher wollte uns erst mal die Stadt zeigen und meinte, dass wir am morgigen Tag noch genug Zeit zum Shoppen haben werden.
Vor dem Gebäude steht eine Statue, die den legendären Volkshelden Khoja Nasreddin darstellt, der auf seinem Esel sitzt. Nasreddin ist eine humorvolle, weise Figur aus vielen Geschichten und wird in Usbekistan als nationales Symbol verehrt, dem ein jährliches Festival des Humors gewidmet ist. Die Figur symbolisiert Glück und positive Energie, und es heißt, dass es Glück bringt, an der Bronze des Esels zu ziehen.

Dann kamen wir auch schon zum Labi-Hovuz-Teich.
Der künstlich angelegte Teich von Labi Hovuz war eines der größten von vielen Teichen in Buchara, die als Wasserreservoir für die Bevölkerung dienten. Es wurde 1620 angelegt. Das Wasserbecken ist etwa 42 Meter lang, 36 Meter breit und 5 Meter tief. Um den Teich herum gibt es zahlreiche jahrhundertealte Maulbeerbäume, die an heißen Tagen kühlenden Schatten spenden sollen, Ein idyllischer Ort, der zum Verweilen einlädt.

Hier sprach uns ein usbekisches Fersehtean an und wollte uns interviewen, was wir aber alle ablehnten, da sie kein Wort Englisch redeten.
Überall in der Stadt sahen wir tolle holzgeschnitzte Eingangstüren.

Verkaufsstände gab es an jeder Ecke.


Gebäude aus vergangenen Zeiten.


Anschließend gingen wir in einen Teppichladen.


Dort stand auch eine Wiege und Alisher erklärte uns die Bedeutung von dieser.
Die Wiege – auf Usbekisch „Beshik“ genannt – hat eine tief verwurzelte kulturelle und symbolische Bedeutung. Sie steht im Zentrum eines wichtigen Rituals namens Beshik-Tuyi, das die Aufnahme eines Neugeborenen in die Familie und Gemeinschaft feiert. Sie ist Symbol für Fürsorge und Schutz: Die Beshik ist eine kunstvoll gefertigte hölzerne Wiege, die das Baby vor Kälte und Hitze schützt. Sie ist so konstruiert, dass sie das Kind sanft wiegt – ein Zeichen für liebevolle Pflege. Zeremonielle Rolle: Beim Beshik-Tuyi wird das Baby zum ersten Mal in die Wiege gelegt, begleitet von Gebeten, Liedern und Segenswünschen. Es ist ein Moment der Freude und der kulturellen Verbundenheit. Die Beshik enthält ein spezielles Röhrchen („Sumak“) und einen Tontopf, um Urin hygienisch abzuleiten – eine clevere Lösung, die Windeln ersetzt.

Björn schaute ein bisschen beim Backgammon zu…

….während wir Frauen mal ausprobierten, wie es sich anfühlt, eine Burka zu tragen. Die Burka ist ein Kleidungsstück, das der vollständigen Verschleierung des Körpers dient. Das war schon nach sehr kurzer Zeit ziemlich schwer auf dem Kopf. In Usbekistan ist diese aber eigentlich nicht mehr üblich.

Weiter ging es durch die Stadt. So viele schöne Orte.




Björn und ich hatten mal kurz Gesellschaft.

Diese Fellmützen kommen hauptsächlich aus Karakalpakistan und schützen gegen die eisigen Temperaturen im Winter.

Ein Platz war schöner als der vorherige.









Im Anschluss statteten wir der Kalon-Moschee – ein Meisterwerk islamischer Architektur – einen Besuch ab. Kurze Hosen waren hier nicht mehr erlaubt.





Danach ging es erstmal zum Mittagessen.



Wir probierten das erste Mal das Nudelgericht Fried Lagman, eine weitere Spezialität von hier. Sehr lecker.

Im Anschluss fuhren wir mit dem Aufzug auf den Aussichtsturm nebenan, wo ein ehemaliger Wasserturm.

Hier hatte man einen Blick auf die Altstadt mit der Ark-Zitadelle – sie ist das älteste Bauwerk der Stadt….

…und in die andere Richtung wieder die Sowjet-Architektur.


Anschließend schauten wir noch einen kurzen Film über Buchara, wo mir kurz die Augen zufielen 😉.
Dann besuchten wir die Ark-Zitadelle, deren Ursprünge bis ins 5. Jahrhundert zurückreichen. Sie diente jahrhundertelang als Residenz der Emire von Buchara und wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut – zuletzt im 18. Jahrhundert. Die Mauern sind bis zu 20 m hoch. Ein Regierungskomplex mit Palästen, Moscheen, Verwaltungsgebäuden und sogar einem Gefängnis. Der Emir lebte hier mit seinem Hofstaat, Beamten und Leibwächtern.

Der Eingang ist monumental, mit zwei runden Türmen und einem Torbogen, der zur Rampe ins Innere führt.


Ein großer Teil der Stadt ist nach der Zerstörung noch nicht wieder freigelegt worden.




Hier saß der Emir auf seinem Thron und empfing die Untergebenen. Als Tourist konnte man sich hier auch verkleidet auf den Thron setzen und Fotos machen lassen.
Früher mussten die Untergebenen gebückt bis zum Thron laufen und durften sich erst dort aufrichten. Beim Verlassen mussten sie ebenso wieder gebückt rückwärts zurücklaufen. Am Ende des Hofes gab es dann eine Mauer, die anzeigte, dass sie das Ende des Hofes erreicht hatten.

Beim Verlassen war alles in schönes Licht getaucht.



Dann war Abendessen angesagt. Wir suchten uns eine schöne Dachterrasse und genossen den Sonnenuntergang.



Ich aß eine Gemüsesuppe, die wirklich gut war.


Auf den Rückweg war dann alles schön beleuchtet. Wo es heute Mittag noch schön beschaulich war, tobte heute Abend das Leben. Viele Menschen bevölkerten die Straßen und überall ertönte Musik.











Wir ließen es uns dann nochmal am Wasserbecken nieder und orderten zwei Flaschen Wein.


Ich wollte eigentlich gar nicht so lange bleiben, aber bei den netten Gesprächen war es dann so schön, dass es doch wieder 0 Uhr wurde, bis ich im Bett war.