06.06.-22.06.2025 El Hierro die Dritte – 9. Tag: Wanderung von San Andres zum Arbol Garoe

Heute hatten wir uns mal wieder für Wandern entschieden. Björn wollte gerne nochmal zum Arbol Garoe, der auch das Wappen der Insel El Hierro schmückt. also entschieden wir uns für Wanderung 10 aus dem Rother Wanderführer.

Start war in San Andres, was eine ca. 30minütige Autofahrt bedeutete. Gegen 12:30 Uhr kamen wir an und parkten das Auto an der kleinen Kirche. Wie fast immer war es hier oben bewölkt und sehr windig als wir losliefen.

Kurz ging es die Straße entlang, dann bog der Weg rechts ins Gelände ab. Schnell fröstelte es mich ein bisschen und ich dachte schon, dass ich mit meinem Tshirt und meinem Jäckchen die falsche Wahl getroffen hatte. Dann probierte ich aber erstmals meine neue superleichte und superdünne Odlo-Regenjacke aus, in der Hoffnung, dass sie auch winddicht ist. Und das war sie und hat sofort warm gehalten. Dem Test hat sie also schon mal bestanden. Obwohl sie eigentlich ein Hauch aus Nichts ist.

Der Weg verlief erst mal über sie Ruta del Aqua.

Wir passierten ein Lavafeld.

Schöne Pflanzen wuchsen am Wegesrand.

Schließlich erreichten zwischen Steinmauern den alten das schon lange verlassene, wildromantische Dorf La Albarrada, wo nur noch alte, inzwischen überwucherte Häuserruinen zu finden sind.

So grün wie dieses Jahr war es bei keinem der anderen beiden Urlauben hier auf der Insel.

Am linken Wegesrand passierten wir die Tropfwasserbecken Los Dornajos.

Schließlich erreichten wir auf einer abwärtsführenden Asphaltstraße nach ca. 1:30 h den sagenumwobenen Baum Arbol Garoe, den wir ja letztes Jahr schon mit dem Auto besucht hatten und dort auch eine Wanderung unternommen hatten. Der Eintritt kostet weiterhin 2,50 Euro pro Person.

Mehrere Wasserlöcher säumten den Weg zum Baum. In diesen wird das kostbare Wasser des heiligen Stinklorbeers gesammelt.

Diesen erreichten wir dann schon nach kurzer Zeit. Eigentlich unspektakulär steht er in einer Ecke. Früher war er aber ein wichtiger Wasserspender.

Weiter ging unsere Tour. Der Nebel waberte hier über den Feldern.

Danach verliefen wir uns mal kurz, da wir den scharf links abbiegenden Fahrweg verpassten, da dieser fast nicht mehr als solcher zu erkennen war. Somit mussten wir wieder ein gutes Stück zurücklaufen.

Schließlich fanden wir doch den Weg und überschritten hier den Pedraje-Kamn. Der Weg war gesäumt von vielen Agaven.

Diese ragten teilweise in den Weg, auf dem ebenso viele Disteln wuchsen. Eine stachelige Angelegenheit.

Und alles blühte schön.

Scließlicb passierten wir einen Eukalyptuswald und erreichten dann einen Fahrweg.

Kurz später erreichten wir die Straße HI10, die wir ein Stück entlang laufen mussten. Diese führte uns durch Las Montanetas. Hier gab es noch typische altkanarische Häuschen zu bewundern und auf kleinen Feldern wird noch Gemüse angebaut.

Aber schon bald bogen wir wieder links auf ein ansteigendes Sträßchen ab.

Nach dem nächsten Abzweig nach links begegneten uns noch zwei Pferde, wo das eine sich erst mal für ein Foto parat stellte, dann aber direkt auf uns zugelaufen kam.

Wir liefen dann den Weg weiter entlang, bis dieser irgendwann endete. Wir suchten den weiteren Weg, stellten dann aber fest, dass wir wohl einen Weg zu früh abgebogen waren. Also schon wieder verlaufen. Somit mussten wir wieder ein ganzes Stück zurücklaufen bis wir wieder auf den Hauptweg trafen, diesem weiter folgten und dann auch auf den richtigen Fahrweg trafen, wo wir links abbiegen mussten.

Hier ging es dann etwas steiler die Asphaltstraße bergauf. Und ausgerechnet jetzt, als der Weg fast nur noch bergauf ging, kam die Sonne wieder komplett hervor und es wurde wieder ziemlich warm. Und blöderweise hatte ich meine Mütze in der Unterkunft vergessen. Kurzzeitig benutzte ich die Kapuze der Regenjacke als Behelf, aber auch das war ziemlich warm. Bis mir dann einfiel, dass ich ja aus meinem Buff eine Kopfbedeckung basteln konnte. Das sah zwar blöd aus, erfüllte aber seinen Zweck.

Von der Asphaltsotraße sollten wir links aufreiben alten Camino mit gelb-weißer Markierung abbiegen. Dieser war aber schon wieder schwierig zu finden. Mehrere Wege borgten links ab, aber keiner hatte eine weiß-gelbe Markierung. Manchmal sind Wanderführer doch nicht so gut beschrieben.

Schließlich biegte links ein alter Camino mit Beschilderung nach San Andres ab, dieser war aber auch nicht nummeriert und eine weiß-gelbe Markierung fanden wir auch nicht, trotzdem folgten wir diesem, da es lt. Karte richtig aussah.

Hier waren wir völlig der Sonne ausgesetzt und der Weg war ziemlich zugesichert. Er wird wohl nicht so häufig begangen.

Unterwegs fanden wir dann doch noch einige weiß-gelbe Markierungen, die aber nicht durchgängig vorhanden waren. Also schienen wir wohl auf dem richtigen Weg zu sein.

Nach ca. 40 Minuten kreuzte der Camino de la Virgen und kurz darauf erreichten wir wieder San Andres.

Hier kehrten wir dann noch ein. Björn bestellte ein Entrecôte und ich einfach nur gebratenes Gemüse. Das war lecker, aber mit 15 Euro recht teuer.

Der perfekte Tagesabschluss kam aber erst noch.

Auf dem Rückweg versuchten wir unser Glück nochmal bei dem kleinen Laden mit Kunsthandwerk, der am Mittwoch beim letzten Versuch noch geschlossen war. Da kein Abierto-Schild zu sehen war, wollten wir schon weiterfahren. Aber dann sahen wir Leute vor dem Haus sitzen und hielten doch an. Schnell bemerkten wir, dass Deutsch gesprochen wurde, beachteten die Leute aber gar nicht richtig und betraten den Verkaufsraum, der für uns aufgeschlossen wurde. Fündig wurden wir aber nicht. Björn hatte zwar Interesse an dem Regenmacher, aber als er erfuhr, dass dies nur ein China-Import ist, erlosch das Interesse.

Als wir wieder fahren wollten und aus dem Laden kamen, sprach mich die Frau an und dann erkannte ich erst die Familie, mit der ich mich schon am Flughafen bei der Ankunft auf El Hierro unterhalten hatte und freute mich, sie wiederzutreffen.

Der Besitzer, auch ein Deutscher, fragte dann, ob wir auch ein Glas Rotwein wollen und wir nahmen dankend an und gesellten uns zu der geselligen Runde. Es gab viele Gesprächsthemen, zumal der Sohn und Björn sich beide gerne mit Lego beschäftigen und die Männer alle Starwars-interessiert waren. Die Familie ist jedes Jahr auf der Insel, da seine Eltern hier leben.

Irgendwie war es, als wenn wir sie schon ewig kennen würden. Der Wein wurde immer wieder nachgeschenkt und es gab Chips und getrocknete Bananen. Ebenso leckeren Tee aus Stevia, Zitrinenverbene und Weißdorn. Ich wusste bis dato gar nicht, dass Stevia eine Pflanze ist.

Irgendwie sind wir da dann voll hängengeblieben und hatten einen wundervollen Abend mit netten Gesprächen, von 18:30 bis 22:30 Uhr.

Die Insulaner sind wirklich alle sehr gastfreundlich.