Am Sonntag auf dem Markt hatten wir ja bei Ralf die für heute angebotene Botaniktour angefragt. Diese findet aber erst ab 3 Personen statt. Am Sonntag war noch nicht klar, ob sie durchgeführt wird. Zwischenzeitlich hatte sich aber eine weitere Person angemeldet, so dass der Durchführung nichts mehr im Wege stand. Die Wanderung entspricht größtenteils der Wanderung 11 im Rother Wanderführer, nur dass wir ab Isora nicht mehr zurückgelaufen sind, sondern den Bus genommen haben. Laut unserem Wanderführer handelt es sich um eine einfache Tour, die wir auch einfach alleine hätten machen können. Aber zum einen wollte Ralf ja viel über die Botanik erzählen und zum anderen wollten wir einfach mal wieder mehr Kontakt mit Menschen haben. Bei den anderen Wanderungen waren wir ja immer völlig alleine.
Also machten wir uns nach dem Frühstück mit dem Mietwagen auf den Weg. Um 11 Uhr sollten wir in San Andres sein. Die Fahrt dauerte ungefähr 25 Minuten und wir hatten noch Zeit in der Bar Casa Goyo, unserem Treffpunkt, einen Kaffee zu trinken. Dann trafen wir auf Conny, die dritte Person im Bunde. Ralf erschien dann auch schon bald.
Als erstes gingen wir hinüber zur Kirche, die laut Ralf auch zu den ältesten der Insel gehört.

Am Wochenende soll hier ein großer Viehmarkt stattfinden, das größte Fest der Insel. Davon hatte uns Jörg Schon erzählt und wir haben es für Samstag fest eingeplant.
Weiter ging es durch den Ort und Ralf hatte zu fast jeder Pflanze am Wegesrand etwas zu erzählen. Die konnte man gar nicht alle fotografieren und die Namen merken konnte ich mir schon mal gar nicht.

Der Weg verlief erst mal über breite Wege.

Alle paar Meter blieben stehen und bekamen immer wieder neue Informationen über die umgebende Pflanzenwelt. Wir passierten ein schönes Häuschen, das laut Ralf momentan leer steht und die Besitzer nur kommen, um sich um den Garten zu kümmern. Schade drum.

Meistens verlief der Weg auf alten Caminos.

Wir erzählten viel mit Conny und Ralf und es war ein schöner Tag.

Dann passierten wir die Käserei und Ralf erzählte uns einiges über die Käseproduktion hier auf der Insel. Die Milch, die auf El Hierro produziert wird, wird fast ausschließlich an die Käserei geliefert. Die Milch im Supermarkt wird importiert.

Am Wegesrand begegneten uns immer wieder neue Pflanzen.


Wir kamen an verlassenen Häusern vorbei, die wohl während der Landflucht zurückgelassen wurden.



Wir kamen noch an einer Ziegenherde vorbei.


Drachenbäume waren zu sehen.

Dann liefen wir in Richtung eines Aussichtspunktes, wo wir unsere Mittagspause machten. Hier hatte man einen schönen Blick auf die Ostküste und den Fährhafen von Valverde.



Nachdem es dann wieder weiterging, erreichten wir kurz später einen Ort und hatten aus meiner Sicht eines unserer Tageshighlights. Wir kamen an einer alten Webwerkstatt vorbei und die alte Dame war auch zufällig zuhause und zeigte uns dann, wie sie die Wolle verarbeitet und was sie so macht. Sie ist schon Anfang 80 und war längere Zeit krank. Sie hatte aber noch ein paar fertiggestellte Produkte und mein Schatz kaufte mir einen schönen Rucksack, der aus Stoffresten gefertigt ist. Wir fanden diese Frau sehr beeindruckend. Sie ist wohl noch nie wirklich aus ihrem Dorf rausgekommen, hat ihre Kinder großgezogen und die Webwerkstatt betrieben. Sie machte aber einen sehr zufriedenen Eindruck auf mich und hatte eine sehr herzliche Art. Leider konnten wir uns aufgrund der fehlenden Spanisch-Kenntnisse ja mal wieder nicht unterhalten und Ralf musste als Übersetzer herhalten.


Dann mussten wir auch schon weiterziehen. Ab hier hat mir unser Wanderweg dann auch etwas besser gefallen, da er ursprünglicher und schmaler wurde.







Wir mussten noch hohes Gestrüpp durchstreifen. Zum Glück gibt es laut Ralf hier auf der Insel keine Zecken.

Dann näherten wir uns schon dem Aussichtspunkt von Isora und hatten erste Blicke auf Las Playas und das Parador Hotel.






Am Mirador de Isora legten wir dann nochmal eine Pause ein.




Ralf fragte, ob wir vor der Rückfahrt noch einen Kaffee trinken wollen. Dann mussten wir nämlich los. Also machten wir uns auf den kurzen Weiterweg nach Isora.

Dort aßen wir noch ein Eis und bestellten uns auf Empfehlung von Ralf noch einen Barraquito. Dieser besteht aus Espresso, Likör, Kondensmilch, Milch, Limettenschale und Zimtpulver. Conny lud uns netterweise dazu ein.

Um 16:05 Uhr kam dann der Bus und es ging wieder zurück nach San Andres, wo wir uns von Conny und Ralf verabschiedeten. Ralf bekam noch die 50 Euro für die Tour.
Anschließend wollten wir dann noch dem Arbol Garoe, dem Wahrzeichen der Insel, einen Besuch abstatten, da dieser auf dem Heimweg lag. Leider waren wir aber nicht in der Lage ihn zu finden. Da wo und das Schild hinführte, konnten wir keinen Baum finden. Außerdem waren wir auf einmal auf einer Schotterpiste, wo wir nicht wussten, ob wir dort mit unserem Auto überhaupt hindürfen. Also gaben wir auf und fuhren gegen 17:30 Uhr ins Restaurant La Pasada, was Ralf uns zum Rinderfilet essen empfohlen hatte.

Natürlich bestellten wir dann auch beide das Rinderfilet, ich medium, Björn well done.

Es schmeckte sehr gut und danach machten wir uns dann auf den Rückweg zum Hotel.
Es war wieder ein schöner und ereignisreicher Tag und auch Ralf können wir uneingeschränkt weiterempfehlen. Er hat ein enormes botanisches Wissen. Die Wanderung war nicht sonderlich schwer, hatte einige schöne Ausblicke und wir waren in netter Gesellschaft. Besonders gut gefallen hat uns der Besuch der Webwerkstatt.