05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 4. Tag: Wandern im Beldersay Skigebiet und Zugfahrt nach Buchara

Der heutige Tag war leider nicht viel besser als der gestrige. Der Guide hatte uns ja versprochen, heute die Wanderung zu machen, die auch wirklich auf dem Plan steht.

Björn hatte schon am Vorabend beschlossen, nicht mitzugehen, ich wollte mal abwarten, was meine Knochen so sagen. Nach dem Aufstehen konnte ich kaum laufen und entschied deshalb, auch im Hotel zu bleiben. Nach der Dusche ging es mir allerdings besser und ich war doch wieder am Schwanken.

Dann klopfte es um 8:15 Uhr an der Tür und Alisher fragte, ob wir nicht doch mitfahren wollen, der Weg würde am See vorbeiführen und wir könnten ja die schönen Aussichten genießen und am Bus bleiben. Ok, das wurde jetzt aber schwierig mit Packen, weil um 9 Uhr Abfahrt war und gefrühstückt hatten wir ja auch noch nicht. Packen schafften wir und Frühstück packte ich mir vom Buffet noch etwas zum Mitnehmen ein. Netterweise schenkte mir das Hotel eine Pkastikschüssel, wo ich alles reintun konnte. Einen Löffel für den Joghurt wollten sie mir aber nicht verkaufen.

Um 9 Uhr ging es dann los. Kurz später hielten wir an und unser Guide kaufte uns Plastiklöffel. Das war ja echt nett von ihm, auch wenn ich keine fünf Stück benötigt hätte 😉.

Kurz später kamen wir schon zum See und machten einen kurzen Fotostopp.

Wir fuhren weiter. Und dann hielt der Bus wieder an einer Großbaustelle. Das sah allen wieder nicht nach der geplanten Wanderung aus. Björn blieb im Bus. Alisher wollte die Gruppe nur ein kleines Stück begleiten, das tat ich dann auch. Wieder mussten wir erst mal durch die Baustelle laufen. Hier im Skigebiet wurden lauter neue Hotels hochgezogen.

Zeit was auch nicht mehr viel, weil ja alle um 12 Uhr zurück sein sollten, weil für heute ein Mittagessen anberaumt war, als Ersatz für das ausgefallene Abendessen gestern. Also sollte die eigentlich geplante Wanderung wieder nicht stattfinden. Der Frust der Gruppe wuchs.

Nach der Baustelle stieg der Weg den Berg bergauf und Alisher riet der Gruppe bis zu einem bestimmten Sattel zu laufen. Der komplette Weg hätte auf den kleinen Chimgan geführt.

Da ich eh nicht viel verpassen würde, drehte ich um und ging zurück zum Bus, um Björn dort nicht alleine zu lassen. Alisher wollte vor Ort auf die Gruppe warten.

Der kleine Chimgan

Zurück im Bus nutzte ich dann die Zeit um Blog zu schreiben. Die Gruppe war dann sogar schon etwas früher wieder da, da sie es schneller auf diesen Sattel geschafft hatte und die Stimmung war auf dem Tiefpunkt. Beide Wanderungen, wegen denen eigentlich alle die Reise gebucht hatten, hatten nicht nach Plan stattgefunden. Der Guide suchte wieder Ausreden. Wie am Vorabend erzählte er, dass die eigentliche Tour 5 h dauert und wir dann den Zug nach Buchara nicht bekommen würden. Trotzdem hatte er am Vorabend versprochen, diese Wanderung zu machen und wir hatten gesagt, dass wir dann ggf früher abbrechen, um pünktlich zu sein. Wieder hat er uns aber nur ein bisschen den Berg hochgeführt um dort kurz eine Aussicht zu zeigen und wieder abzusteigen (das war ja auch sein ursprünglicher Plan am Vortag). Auf dem Plan standen aber eine 6h und eine 4h Wanderung.

Wir fuhren dann zu einer Stelle, wo man auf dem eigentlichen Wanderweg blicken konnte (der natürlich viel schöner aussah, als durch eine Baustelle zu laufen) und wieder kam raus, dass angeblich der Busfahrer ihm davon abgeraten hat, die eigentliche Wanderung zu machen, weil wir sonst den Zug nicht bekommen würden. Irgendwie bestimmte anscheinend die ganze Zeit der Busfahrer unser Programm.

Wir konnten es ja eh nicht ändern und versuchten trotzdem unsere Laune hochzuhalten. Dann fuhren wir zum Mittagessen, was ja ursprünglich auch nicht geplant war. Dann wäre nämlich die Zeit zum Wandern da gewesen.

Das Essen schmeckte aber wirklich sehr, sehr lecker. Wenigstens das. Wir aßen Fleischspiesse aus Rind. Köstlich.

Dann ging es zurück nach Taschkent. Ich döste noch ein bisschen vor mich hin. Lange vor der geplanten Zugfahrt waren wir zurück in Taschkent. Und nun wurden wir an einem Einkaufszentrum abgesetzt, dass wir Klein-Las Vegas anmutete und sollten hier eine Stunde Zeit verbringen. Wir fragten uns alle, was wir jetzt hier sollten. Aber zum Wandern war ja keine Zeit gewesen. Also liefen wir notgedrungen durch die Gassen.

Es gab weder Geschäfte, die uns interessiert hätten noch ein schönes Lokal, wo wir uns noch einen Drink hätten gönnen können. So setzten wir uns dann vor das Einkaufszentrum und warteten, bis die Zeit rum war.

Dann ging es weiter zum Bahnhof und dort durften wir dann nochmal 1,5 h Zeit absitzen. Wenigstens gab es da aber Alkohol 😂.

Unsere Frage, ob wir dem Busfahrer nun Trinkgeld geben oder nicht, hatte sich vorher von ganz alleine erledigt, da dieser ohne ein Tschüss einfach abgebraust ist.

Wir holten uns zusammen mit einer Mitreisenden einen Kaffee und ein Kaffeestückchen, um die Zeit zu überbrücken.

Im Anschluss stellte sich dann heraus, dass es für mich kein Zugticket gab, dafür gab es zwei Stück, die auf Björns Namen ausgestellt waren. Wieder gab es Klärungsbedarf mit einem Bahnmitarbeiter. Wir bekamen das Ok, mit diesen Tickets mitfahren zu dürfen, allerdings war ein Ticket in Waggon 2 und eins in Waggon 5. Der Guide tauschte dann mit mir, dann waren wir beide in Waggon 5, aber in unterschiedlichen Reihen. Letztlich war der Platz neben Björn aber nicht besetzt und ich setzte mich um. Um 19:40 Uhr ging es dann endlich los. Ich schrieb ein bisschen Blog und döste vor mich hin, draußen war es eh dunkel und nan konnte nichts mehr sehen.

Bei der Fahrt bekamen wir sogar kostenlos Kaffee oder Tee und ein Kaffeestückchen. Ansonsten war es eine Zugfahrt im Schnellzug, wie auch bei uns.

Gegen 0:10 Uhr kamen wir dann in Buchara an.

Der Bahnhof ist tatsächlich 15 km von Buchara entfernt. Diese mussten wir noch mit dem Bus zurücklegen. In Buchara war dann die Straße gesperrt und wir mussten zu Fuß mit dem Gepäck zum Hotel laufen. Das war aber nicht allzu weit. Dort angekommen hieß es dann, dass Björn und ich für eine Nacht ins Nachbarhotel müssen, weil nicht genug Zimmer frei sind. Inzwischen war ich echt bedient und brachte das auch zum Ausdruck. Ich hatte keine Lust, Morgen wieder Koffer zu packen. Dann hieß es auf einmal, das Zimmer im Nachbarhotel wäre ein Einzelzimmer. Was ein Kuddelmuddel. Ich sag’s Euch, ich habe noch nie eine so unorganisierte Reise gemacht und wir haben ja schon ein paar hinter uns.

Ab jetzt kann es nur noch besser werden. Unsere zwei Wandertage waren ein großer Reinfall.. Eine Wanderreise, wie gebucht, ist das hier eher nicht.