05.09. – 19.09.2025 Usbekistan: 2. Tag: Taschkent

Unser Guide hatte gestern gefragt, wann wir heute die Stadttour starten wollen. Die Gruppe entschied sich für 9 Uhr, mir wäre eine halbe oder eine Stunde später lieber gewesen, aber ich wollte nicht als einzige quer schießen.

Somit klingelte der Wecker heute nach nur 3,5 h Schlaf und nach deutscher Zeit war das dann 3:30 Uhr, hier 6:30 Uhr. Um 8:00 Uhr waren wir beim Frühstück, das war sehr lecker. Und beim Frühstück war dann gleich Fußball ein Thema, weil Björn ein Mainz Tshirt an hatte.

Hotel Usbekistan

Und dann hatten wir heute gleich einen ereignisreichen Tag. Um 09:00 Uhr fuhren wir mit dem Bus zum Hotel Usbekistan, eins der größten Hotels des Landes. Hier wollten wir unsere Euro in Som tauschen, da es eine Wechselstube gibt und die Banken heute auf Samstag alle geschlossen hatten. Der Schalter hier öffnete aber auch erst eine halbe Stunde später, so dass wir nochmal mit dem Aufzug ins 16. Stockwerk des Hotels fuhren, wo wir einen schönen Blick über die Stadt hatten.

In der Ferne war das Fußballstadion zu sehen.

Im Anschluss hatte dann auch die Wechselstube offen und wir wurden von jetzt auf gleich zu Multi-Millionären 😂.

Das Hotel aus verschränkten Betonrahmen ist ein Prunkstück der Sowjetarchitektur.

Unser Weg führte uns dann auf den Amir Temur Platz mit der Amir Temur Reiterstatue, den wir von oben schon gesehen hatten.

Amir Temur war einer der bedeutendsten Herrscher und Feldherren des Mittelalters . Er wurde am 9. April 1336 in der Nähe von Shahrisabz (heute Usbekistan) geboren.

Er ist der Gründer des Timuridenreichs mit der Hauptstadt Samarkand (ab 1370) und führte militärische Feldzüge durch ganz Asien, den Nahen Osten und Teile Europas. Er besiegte große Reiche wie die Goldene Horde, das Mamlukenreich, das Delhi-Sultanat und kämpfte gegen das Osmanische Reich. Sein Reich erstreckte sich über ca. 4,4 Millionen km².

Wir passierten noch eine Konzerthalle, bevor es wieder zum Bus ging.

Hazrat Imam Komplex

Dann kam für mich das Highlight des Tages. Wir besuchten den Hazrat Imam Komplex. Leider ist dort grade eine Baustelle. Es waren aber trotzdem tolle Gebäude zu sehen.

Der Hazrat Imam Komplex (auch Khast-Imam genannt) ist das spirituelle Herz von Taschkent und ein bedeutendes Zentrum islamischer Kultur und Gelehrsamkeit. Er liegt im historischen Stadtteil Sebzar und vereint mehrere beeindruckende Bauwerke, die sowohl religiös als auch architektonisch von großer Bedeutung sind.

Der Komplex wurde rund um das Grab von Hazrat Imam errichtet – einem Gelehrten, Dichter und Handwerker, der laut Überlieferung über 70 Sprachen beherrschte und sogar die Tora ins Arabische übersetzte.

Ich fragte Alisher, unseren Guide, ob hier auch der Muezzin vom Minarett ruft, weil man den ganzen Tag noch nichts gehört hatte. Er erklärte mir, dass der Islam wird in Usbekistan eher privat und ruhig praktiziert wird. Moscheen rufen zum Gebet nur innerhalb des Gebäudes aus – also hörbar nur für die Anwesenden. In Usbekistan wird der öffentliche Gebetsruf (Adhan) nicht über Lautsprecher nach außen übertragen, wie es in vielen anderen muslimischen Ländern üblich ist. Das ist Teil einer allgemeinen Politik, die religiöse Ausübung nicht in den öffentlichen Raum drängen will.

Im Anschluss besuchten wir noch dieses Mausoleum.

Ansonsten ist das Stadtbild eher von russischer Plattenbauarchitektur geprägt.

Plov-Essen

Danach ging es zum Mittagessen. Plov ist das Nationalgericht in Usbekistan. Es enthält Langkornreis, Lammfleisch oder Rindfleisch (wir hatten Rindfleisch), Karotten (in Streifen geschnitten), Zwiebeln, Knoblauch, Gewürze wie Kreuzkümmel, Koriander, Pfeffer, Rosinen, Kichererbsen oder Berberitzen.

Wir besuchten das größte Plov-Zentrum der Stadt, wo lt. unserem Guide die besten Plov-Köche des Landes angestellt sind.

Ein kleiner Kochtopf 😉.

Wir bekamen sehr leckeres Brot und Tomatensalat, wobei wir beim Tomatensalat eher vorsichtig waren. Von Rohkost in solchen Ländern wird ja immer eher abgeraten.

Plov mit Ribdfleisch.

Besuch Keramikwerkstatt

Anschließend ging es weiter in eine Keramikwerkstatt. Der Besitzer sprach super Englisch und zeigte uns seine Werkstatt und ein kleines Museum mit Exponaten seines Großvaters, seines Vaters, seine eigenen und seines Sohnes. Die Werkstatt wird also schon über mehrere Generationen hinweg betrieben, was zur Sowjet-Zeit etwas schwierig war.

Besuch Tschorsu Basar

Der Tschorsu Basar ist der größte Basar von Taschkent. Wie auf orientalischen Märkten üblich, sind die unterschiedlichen Gassen, Zonen und Gebäude auf bestimmte Waren und Warengruppen spezialisiert.

Unter der Kuppel gab es Fleisch und Gewürze.

Im ersten Stock gab es viele getrocknete Früchte und Nüsse. Das sah alles sehr lecker aus. Wie von anderen Reisen gewohnt, kaufte unser Guide aber dieses Mal keine Spezialitäten zum probieren, schade. Aber andererseits flogen hier auch die Tauben umher und und wir verkniffen es uns, selbst etwas zu kaufen.

Von der umlaufenden Galerie der Kuppel kann man auf das geschäftige Treiben heruntersehen.

Anschließend kamen wir dann zwar noch zu den Klamotten, da hetzte unser Guide aber einfach nur durch und wir hatten gar keine Zeit zum Schauen, so dass viele doch etwas enttäuscht waren. Der Marktbesuch war deshalb wenig beeindruckend. Wir haben ihn leider nur mal kurz abgelaufen, um halt dort gewesen zu sein.

U-Bahn fahren in Taschkent

Wir stiegen dann in die U-Bahn hinab. Man hatte ja vor dem Urlaub schon von den pompösen U-Bahn-Stationen in Taschkent gehört, die mit denen in Moskau vergleichbar sein sollen. Jede Station ist individuell gestaltet – mit Marmor, Granit, Glas, Keramik und Alabaster

Hier bei unserem Einstieg dachte ich dann: Sieht doch so aus wie in Frankfurt. Dann fuhren wir aber zu einer der schönsten Stationen.

Die Station Alisher Navoi zeigt Szenen aus Gedichten des berühmten Dichters und erinnert an die Architektur der Seidenstraße

Hier fuhr dann auch bald eine der alten U-Bahnen aus der Sowjet-Zeit ein.

Die nächste Station, an der wir stoppten war Kosmonavtlar. Diese ehrt das sowjetische Raumfahrtprogramm mit kosmischen Motiven.

Hier stiegen wir wieder nach oben und wurden dort vom Bus abgeholt. Jetzt ging es zurück zum Hotel, Ankunft 17:30 Uhr.

Abendessen

Und um 18:30 Uhr war schon wieder Treffpunkt zum Abendessen. Dort sah alles sehr pompös aus.

Das Willkommens-Abendessen wurde von Reisen mit Sinnen bezahlt. Es gab zwei Flaschen Rotwein für die Gruppe und Essen a la Carte. Wir entschieden uns für Hühnchenbrust, einmal mit Pommes und einmal mit Wedges.

Hier beim Abendessen kam es dann zu Diskussionen bezgl. der Abfahrtszeit morgen. Der Guide wollte erst um 10 Uhr losfahren. Die Gruppe meinte, dass das doch zu spät wäre, wo wir doch eine 6stündige Wanderung vor uns hatten. Es war irgendwie ziemlich konfus und wir einigten uns schließlich auf 8:30 Uhr.

Anschließend liefen wir rund einen Kilometer ins Hotel zurück und fielen dort dann müde ins Bett. Es war dann doch fast wieder 24 Uhr bis wir endlich schliefen.