05.09. – 19.09.2025 Usbekistan – 3. Tag: Wandern in den Chimgan Bergen

Das Chaos von gestern setzte sich heute fort.

Wir fuhren nach dem Frühstück wie verabredet um 8:30 Uhr los, ca 1,5 h Fahrt lagen vor uns. Über ziemlich holprige Autobahnen ging es Richtung Chimgan Gebirge. Unterwegs stoppten wir kurz und unser Guide ging noch unser Picknick einkaufen. Auf der weiteren Fahrt schlief ich noch ein bisschen, bis ich merkte, dass der Bus anhielt. Und dann nahm das Drama seinen Lauf. Lt. Reisebeschreibung sollte unsere Wanderung an einem Campingplatz starten und ein örtlicher Guide sollte uns auf der Wanderung begleiten. Wir waren aber weder an einem Campingplatz, noch war ein anderer Guide zugegen. Und der Reiseleiter diskutierte mit dem Bauarbeitern. Dann sagte er was davon, dass wir dort eigentlich nicht durch dürften, sie uns jetzt aber doch durch lassen würden. Für uns alle sah das aber nicht nach der geplanten 6h Bergwanderung aus. Der Guide zeigte mehr oder weniger auf einen Hügel, den wir hoch sollten, über den sich die Baustelle zog. Eine Bergwand., wie wir sie uns vorgestellt hatten, war eher in der Ferne zu sehen. Also startete die Tour schon mit ziemlichem Frust und wir hatten das Gefühl, dass der Guide eigentlich gar keine Ahnung hatte, wo wir lang laufen mussten. Ständig fragte er die Bauarbeiter nach dem Weg. Und immer wieder kreuzten wir den Baustellenweg, aus dem man bis zur Oberkante der hohen Wanderschuhe im tiefen Sand versank. Das machte nicht sonderlich viel Spass.

Wenigstens hatte man ein paar schöne Ausblicke auf die Berge.

Nach ca. 45 Minuten kamen wir auf dem Hügel an und wenigstens gab es hier eine schöne Aussicht auf den nahegelegenen See….

….und den kleinen Chimgan.

Wenn schon die Wanderung selbst nicht besonders schön war, gab es wenigstens ein paar schöne Ausblicke.

Überall waren Disteln am Wegesrand.

Wir stiegen noch auf einen weiteren Hügel, wo wir dann Picknick machten. Es gab wieder leckeres Brot.

Und Alisher, unser Guide, hatte noch was Leckeres eingekauft; eine Art Pfannkuchen, der mit Kürbis gefüllt war. Die waren wirklich super.

Wir saßen dort ziemlich lange und danach wollte der Guide eigentlich absteigen. Die eigentlich geplante Wanderung war das heute eh nicht. Aber auf dem Programm standen eigentlich 6 h, +600hm, -400hm und wir waren jetzt vielleicht 2 h gelaufen und hatten vielleicht 200hm überwunden. Viele hatten diesen Urlaub hauptsächlich wegen der zwei Wanderungen am Urlaubsanfang gebucht und jetzt wurden wir mit einem „Spaziergang“ an einer Baustelle abgefrühstückt. Ein Mitreisender meinte dann, wir steigen erst ab, wenn auch der nächste Berg erklommen ist.

Das nahm der Guide dann ernst und wir stiegen weiter den Berg auf, was keine sonderlich gute Idee war. Teilweise liefen wir über den Baustellenweg, teilweise quer durch unwegsames Gelände und eigentlich hatte der Guide wieder gar kleine Ahnung, wie wir nach oben kommen. Auch achtete er nicht darauf, dass die Gruppe zusammenbleibt, so dass wir mehrfach gar nicht wussten, wo er weitergelaufen ist.

Ein Strommast war erstmal das Ziel. Der Weg, der ja gar keiner war, war aber wirklich sehr uneben, schlecht zu begehen und mit Disteln übersät.

Dann war es erst mal geschafft.

Und anschließend gab es dann wieder keinen Plan, wie wir eigentlich wieder vom Berg runterkommen. Alisher fragte den nächsten Bauarbeiter der uns noch nen weiteren Hügel nach oben schickte, weil man von dort schneller absteigen könne. Wir waren gespannt. Dorthin führte auch nur ein Geröllfeld. Schwieriges Gelände, um nach oben zu kommen. Dann war es aber geschafft und wir waren über und über mit Staub bedeckt.

Hier oben waren dann nochmal schöne Ausblicke ins Tal.

Hier oben sagte mir der Guide, dass er nicht mehr könne und er die morgige Wanderung nicht mitgehen wird. Aha.

Dann machten wir uns an den Abstieg. Alisher zeigte uns in der Ferne die Straße, wo wir hin müssen. Wir waren entsetzt. Das war in weiter Ferne und wir hatten nur noch 2,5 h bis es dunkel wurde. Herzlichen Glückwunsch. Die Straße war auch her knöcheltiefe Sandpiste. Das staunte und staubte, so dass wir wieder neben der Straße in unwegsamen Gelände liefen. Wo wir wirklich hin mussten, hatten wir immer noch nicht richtig kapiert. Im Sand sahen wir irgendwann Spuren, die nach Schlange aussahen.

Dann hieß es, dort runter auf die Wiese in der Ferne müssen wir.

Das war ja immer noch in weiter Ferne und due Kräfte liessen langsam nach.

Irgendwie quälten wir uns zur Wiese, aber auch dann lag nochmal ein Tal zwischen uns und der Straße und die Dunkelheit rückte näher.

Meine Beine zitterten nur noch und mir war schwindlig. Etwas Traubenzucker einer Mitreisenden half ein bisschen gegen den Schwindel. Eine Mitreisende wartete dankenswerterweise auf uns und wir motivierten uns immer von einem Baum zum nächsten Baum in 50 m Entfernung weiterzugehen und es ging immer nur steil bergab. Am Ende meiner Kräfte habe ich mir meditativ vorgesagt, dass ich genug Keaft habe und das schaffe. Die Knie taten teilweise weh und die Oberschenkel brannten. Die meisten anderen waren schon unten angekommen und wir sahen deren Taschenlampen. Irgendwann hatten wir es dann auch geschafft. Aber er musste noch ein Bach auf glitschigen Steinen überquert werden. Geschafft.

Dann noch ein ebener, dann leicht ansteigender Weg hoch zur Straße. Hier, wo es nicht mehr bergab ging, hatte ich kein Problem mehr mit dem Laufen. Und dann waren wir endlich an der Straße.

Am Ende hatten wir 20 km mit vielen Höhenmetern hoch und runter auf unwegsamen Gelände ohne Weg hinter uns.

Das war natürlich nicht das Ende vom Lied. Jetzt standen wir an der Straße und der Busfahrer wusste natürlich überhaupt nicht wo wir sind, weil wir ja nicht nach Plan runtergekommen sind. Er telefonierte mehrfach mit dem Guide, aber er fand uns nicht. Ich hatte gar keinen Handyempfang. zum Glück aber der Guide und irgendwie schafften wir es, über das Habdy des Guides dem Busfahrer die Koordinaten zuzuschicken. Er befand sich wo völlig anders und brauchte dann nochmal 15 Minuten bis er bei uns war. Nach rund zwei Stunden warten waren wir dann endlich im Bus. Inzwischen war es lange dunkel und es war auch sehr frisch geworden.

Die Unterkunft war nun auch eine ganz andere als ursprünglich geplant. Das war aber ganz gut. Normal wäre es eher ein Familienbetrieb mit Geneinschaftsbad gewesen, jetzt war es ein richtiges Hotel. Gegen 22 Uhr waren wir dort.

Eigentlich sollte es nach Plan ein Abendessen geben, dass gab es natürlich auch nicht. Heute entsprach niches der Reisebeschreibung.

Dann gehörte die heiße Dusche erst mal uns. Anschließend nahmen wir noch Elektrolyte und das Traumeel kam auf die schmerzenden Oberschenkel und Füße. Björn legte sich danach gleich ins Bett. Ich wollte nur nochmal kurz schauen, ob ich noch jemanden finde, der mir Auskunft über die Frühstückszeit morgen geben konnte. Dann saßen alle anderen unten nochmal zusammen und hatten Spiegelei bestellt. Ich wollte nichts mehr, setzte mich aber nochmal dazu.

Dann teilte uns Alisher mit, dass der Busfahrer morgen erst um 10 Uhr kommen wird, aufgrund des Stadtverkehrs. Wir machten ihm klar, dass das nicht geht, weil ja dann die morgige Wanderung auch nicht wie geplant stattfinden kann, weil das viel zu spät ist und der Busfahrer dann halt früher losfahren muss.

Es wurde nochmal mit dem Guide diskutiert, dass der Tag nicht unseren Vorstellungen entsprochen hat Er wollte das nicht verstehen. Er meinte, man würde nicht alle Wünsche erfüllt bekommen. Wir versuchten ihm klarzumachen, dass das keine Wünsche sind, sondern dass wir dafür bezahlt haben. Er erzählte was davon, dass der Busfahrer uns nicht zur eigentlichen Wanderung fahren wollte. Aber aus unserer Sicht geht das natürlich nicht, dass der Busfahrer unser Programm bestimmt. Er faselte was davon, dass der Busfahrer ja so wenig verdient, aber auch das ist nicht unser Problem.

Wir haben eine Reise nach bestimmten Kriterien ausgewählt und dann wollen wir auch was bekommen, was wir gekauft haben.

Wir kamen nicht überein. Aber er versprach uns den Busfahrer für 9 Uhr zu bestellen, da wir rausgefunden hatten, dass es erst ab 8 Uhr Frühstück gibt.

So gingen wir dann ins Bett, es war schon wieder 0 Uhr.

Die Wanderung war eher ein Reinfall und für uns beide bei momentaner Kondition eigentlich viel zu viel. Aber wenigstens sind wir ne super Gruppe, so dass wir wenigstens gute Gespräche und nette Gesellschaft hatten. Und ein paar schöne Ausblicke gab es ja auch. Aber wir als Gruppe haben das als Team alles super gemanagt.