Heute ging es schon um 7:30 Uhr los. Vorher gab es noch Frühstück.
Dann ging es los zu einem der Highlights der Reise. Heute sollten wir den höchsten Punkt der Reise erreichen. Es ging zum Chimborazo, einer der höchsten Vulkane der Welt. Lange Zeit dachte man sogar, dass er der höchste ist.
Bei der Fahrt aus Banos heraus, kauften wir noch eine spezielle Art Süßigkeit, die gut gegen die Höhe sein soll.

Ein paar Stände weiter sahen wir noch dieses Prachtexemplar.

Dann ging die Fahrt von knapp 1000 m auf 4800 m los. Rund 3:00 h sollten wir unterwegs sein. Wir nahmen eine Route, bei der wir den Chimborazo umrundeten, um ggf. schöne Fotos zu bekommen. Hier hatten wir aber nicht so viel Glück wie am Cotopaxi, der Chimborazo hing in den Wolken.

Mein Husten war immer noch nicht weg und ich versuchte viel zu trinken. Auf der Fahrt war die 1,2 l Flasche fast leer, das hatte aber auch zur Folge, dass ich heute ständig auf Toilette musste. Das scheint eigl auch durch die Höhe zu kommen.
Irgendwann stießen wir auf eine Straßensperre, Polizei war ebenfalls zu sehen. Als wir ausstiegen, erfuhren wir aber, dass hier ein Radrennen stattgefunden hat. Unglaublich, auf 4000 m Höhe.

Also stand jetzt unserer Weiterfahrt nichts im Weg. Wir schauten, dass wir schnell vor dem Franzosenbus, ebenfalls von Voventura, los kamen.
Wir erreichten dann den Parkeingang, wo einige nochmals Süßigkeiten gegen die Höhe kauften.

Dann ging unsere Fahrt weiter zu einer Hütte auf 4800 m Höhe. Hier gab es auch ein Café. Zwei Mitreisende entschieden sich, hier zu bleiben und die Wanderung nicht mitzumachen. 4800 m war ja aber auch schon eine enorme Höhe und unser Guide hatte geraten, die Wanderung nicht zu starten, wenn man sich beim Aussteigen schon nicht wohl fühlt. Wir wollten die Wanderung aber wagen.
Gleich am Anfang des Weges passierten wir einen Friedhof mit einem großen Denkmal für die Bergsteiger, die hier am Berg geblieben sind. So hoch wollten wir natürlich nicht hinaus. Der Chimborazo hat 6263 m, wir wollten zur Schutzhütte auf 5000 m.
Der Großteil der Gruppe war schon unterwegs als ich startete, da ich zuerst nochmal die Toiletten aufgesucht habe.

Ich hing mich zuerst an unseren Guide Ivan. Langsam setzten wir einen Fuß vor den anderen. Hier auf der Höhe ging es nur im Schneckentempo voran. Der Weg war im Grunde nur 1 km mit 200 hm, aber aufgrund der Höhe hatte er es echt in sich. Aufgrund einiger Pausen und Fotostops verlor ich den Anschluss an Ivan und lief dann einfach mein Tempo weiter. Schritt für Schritt.




Als ich ungefähr den halben Weg geschafft hatte, hörte man einen lauten Schrei von oben, den wir schnell als einen unserer Mitreisenden identifizierten. Er war bereits oben angekommen.

Die Schutzhütte kam immer näher, aber die Pumpe ging immer heftiger und pochte bis zum Hals. Die Atmung machte mir eher weniger Probleme. Kleine Pausen verschafften aber Besserung.
Nach rund 40 Minuten hatte ich es geschafft. Das war ein sehr emotionaler Moment.




Hier war jetzt natürlich die richtige Gelegenheit die Fahne rauszuholen 😉.

Jeder einzelne, der mir noch folgte, wurde jeweils von der Gruppe mit einer La Ola Welle empfangen. Schließlich hatte Björn es dann auch geschafft.





Und da wir ja die Sonnengruppe sind, zogen sich die Wolken hier oben nach und nach zurück und Chimborazo zeigte mehr und mehr von seiner Pracht. Ganz verzogen sich die Wolken aber nicht. Wir hatten aber einen weiteren Tag ohne Regen.


Das war mal wieder eine Grenzerfahrung, aber ein tolles Gefühl, es geschafft zu haben. Die ganze Gruppe, die es gewagt hatte, hatte es geschafft,
Die Hütte ist nicht bewirtschaftet, sondern bietet nur eine Übernachtungsmöglichkeit. Dann machten wir uns wieder an den Abstieg, der schneller vonstatten ging. Glücklich kamen wir wieder unten an. Dort wollten wir noch ein Heißgetränk zu uns nehmen, inzwischen gab es aber keine mehr. Also fuhren wir zurück zum Parkeingang, wo wir uns unseren Stempel im Reisepass abholten. Hier kaufte ich auch nochmal diese Süßigkeit, die gegen die Höhe helfen soll.



Von hier aus fuhren wir dann zur Casa Condor, ein weiteres Projekt, wo mit Alpakas gearbeitet wird.



Hier bekamen wir erst mal ein warmes Mittagessen, das in unserem Reisepreis inkludiert war.
Brombeersaft

Suppe

Hauptgericht

Nachtisch

Da wir nach der Tour im Bus bisschen was gefuttert hatten, war uns das allen etwas zu viel. Dem ein oder anderen ging es nach dem Abstieg aus der Höhe auch nicht mehr ganz so gut und Kopfschmerzen waren die Folgen. Ich fühlte mich eigentlich ziemlich fit.
Nach dem Essen wurde uns dann unter lautem Quieken gezeigt, wie die Alpakas geschoren werden.



5 kg Wolle können aus einem Alpaka gewonnen werden, 3 kg davon können für die Wolle verwendet werden.





Danach ging es dann in den Shop, wo wir die Möglichkeit hatten, Kleidung aus Alpakawolle zu kaufen. Mein ursprünglicher Plan einen Umhang zu kaufen, setzte ich nicht in die Tat um, da mir die Farben nicht gefielen.
Anschließend veranstalteten die Frauen noch eine Gesangsvorstellung für uns.
Danach hatten wir noch 3 h Busfahrt vor uns. Unterwegs hielten wir noch an der ältesten Kirche Ecuadors.



Dann kamen wir an unserem Ziel Guamote im Hotel Inti Sisa an. Eine niedliche kleine Unterkunft, die auch von Frauen geführt wird. Wir bekamen das Zimmer Nina.

Strom hatten wir heute nur von 18 bis 24 Uhr. Das hat dann gerade dazu gereicht das Handy zu laden. Kamera-Akku und Powerbank gingen leer aus.
Abendessen gab es im Hotel, wo wir aber nach dem üppigen Mittagessen nur noch eine Kürbissuppe bestellten.