21.05.-04.06.2023 El Hierro – 8. Tag: Mercadillo, Wanderung und Inselrundfahrt

Für heute hatten wir erst mal nur beschlossen, auf den Markt in La Frontera zu gehen. Dieser hat von 8-13 Uhr geöffnet. Somit frühstückten wir erst mal noch in Ruhe und gegen 10:15 Uhr machten wir uns dann Richtung Markt auf. Zu Fuß sind es bis zum Ortszentrum ca. 15 Minuten, größtenteils bergab.

Der Markt ist klein und überschaubar.

Alles in allem war er weniger spannend, aber wir waren ja auch hauptsächlich hergekommen, weil der Wanderführer und der Führer der Höhlentouren hier auch vertreten waren. Zuerst schauten wir uns die Fotos der Höhlentouren in einem ausgelegten Heft an und sprachen dann Jörg, den Höhlenführer darauf an. Es gibt verschiedene Touren zur Auswahl. Björn war dann Feuer und Flamme für eine Tour, bei der man 100 m auf Knien durch eine Lavaröhre kriechen müsste, mit der Decke direkt im Rücken. Das kam für mich von vornherein schon nicht in Frage, weil das mein Kriterium war, ob ich teilnehme. Keine 40 cm Röhren, da zieht sich mit ja schon der Magen zusammen, wenn ich nur daran denke. Deshalb schlug uns Jörg eine andere Tour vor, bei der es nicht solch enge Passagen gibt. Da die Touren erst ab 2 Personen stattfinden, schlug ich Björn vor, dass er die andere Tour ja alleine machen könnte, falls sich noch eine weitere Abmeldung findet. Das wollte er dann auch nicht. Also entschieden wir uns für die Tour ohne enge Passagen, die aber laut Jörg auch die abenteuerlichste sein soll. Wir hatten dann noch die Wahl zwischen Dienstag und Donnerstag und entschieden uns für den Dienstag. Jörg wird uns um 10 Uhr am Hotel abholen, dann fahren wir gemeinsam zur Höhle. Die Tour wird 60 Euro pro Person kosten. Ggf. könnte es sein, dass noch zwei weitere Personen bei der Tour dabei sein werden. Das war dann schon mal eingetütet.

Dann gingen wir weiter zum Stand vom Wanderführer Jörg. Normalerweise bietet er drei Wanderungen pro Woche an, diese Woche gibt es aber nur eine Tour am Mittwoch. Lt. seiner Aussage sind wir momentan eher in der Nebensaison und das Interesse ist nicht so groß. Momentan waren wir auch die einzigen Interessenten und die Tour findet erst ab 3 Personen statt. Deshalb sollen wir ihn morgen nochmal anschreiben, ob sich noch weitere Interessenten gefunden haben. Die Tour würde 25 Euro pro Person kosten und von San Andres zum Aussichtspunkt von Isora führen, mit Erläuterungen zur Pflanzenwelt. Also müssen wir hier den morgigen Tag nochmal abwarten.

Wir setzten uns am Markt nochmal auf eine Bank und beobachteten das Treiben, wobei Treiben vielleicht etwas übertrieben ist. Es war eigentlich nicht so viel los. Trotzdem genossen wir die Sonne und das Beobachten. Anschließend gingen wir nochmal zum Ortskern und bestellten uns zwei Milchkaffee.

Anschließend gingen wir erst mal zurück ins Hotel und beschlossen dort, noch die Wanderung 37 „Punta de La Dehesa“ aus dem Rother Wanderführer zu laufen. Diese verläuft im Nordwesten der Insel und führt 1:15 h durch eindrucksvolle Lavalandschaften. Das sollte zeitlich ja auch noch am Nachmittag machbar sein.

Somit starteten wir mit dem Auto gegen 14 Uhr in Richtung Sabinosa, wo wir ja gestern schon hingelaufen waren. Von dort ging es weiter nach Pozo de la Salud. Der Parkplatz war dann noch ca. 1,8 km weiter an der Playa Arenas Blancas.

Wir liefen zum felsigen Strand.

Ab hier konnte man den Wanderführer dann getrost beiseite legen, da der Weg ein mit Steinreihen eingefasster Pfad war, dem man immer nur folgen musste.

Und dann ging es durch grandiose Lavalandschaften, die jedes Fotografenherz höher schlagen lassen 😉.

Die Lavalandschaft erinnerte ein bisschen an Island, nur, dass in Island noch die Nebelschwaden über dem Gestein waberten.

Mal ein kurzes Video…

Und dann kamen wir zu den ersten Felstoren.

Weiter ging es durch das Lavafeld.

Ein weiteres Video.

Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Legten nun aber mal eine kurze Trinkpause ein.

Schließlich erreichen wir die Lavabrücke Arco de la Tosca, ein etwa 20 m hoher Felsbogen.

Anschließend gingen wir auf einer Piste zur Straße hinüber. Der Rückweg verlief dann ca. 20 Minuten an der asphaltierten Straße entlang.

Gegen 17;00 Uhr erreichten wir dann wieder unser Auto. Wie bei fast allen Wanderungen hier auf El Hierro waren wir wieder völlig alleine.

Dort entschieden wir uns dann, noch zur Ermita de Los Reyes zu fahren, die nur 25 Minuten entfernt sein sollte. Somit fuhren wir weiter die Straße entlang, die sich nun in engen Serpentinen den Berg hochschlängelte.

Unterwegs kamen wir dann noch am Leuchtturm von Orchilla vorbei und entschieden uns, den steilen Abstecher nach unten auch noch zu machen. Hier schlängelte sich die Straße in noch engeren Kurven nach unten und ich musste ein paar Mal die Luft anhalten.

Schließlich erreichten wir den Leuchtturm, an dem übrigens früher der 0 Meridian verlaufen ist, bevor dieser nach Greenwich verlegt worden ist.

Um zur Ermita zu kommen, mussten wir den ganzen Berg wieder nach oben. Das ging aber gefühlt viel schneller als runter. Dann war die Ermita auch schon bald erreicht. Diese war aber leider schon geschlossen.

Von dort hatten wir dann aber noch gut eine Stunde Rückweg nach Frontera. Auf den schmalen Straßen dauert es halt. Wir streiften sogar nochmal El Pinar, das wir ja in den ersten Urlaubstagen besuchten hatten. So haben wir heute völlig ungeplant, mit dem Auto einmal die halbe Insel umrundet.

Gegen 19;45 Uhr waren wir dann zurück in Frontera. Das Restaurant, das wir angesteuert hatten, hatte dann aber heute leider geschlossen. Somit fuhren wir in die Ortsmitte und setzten uns in eine Pizzeria. Wir bestellen zusammen eine Pizza Salami und einen Chefsalat mit Hühnchen. Das war kein Geschmackserlebnis, aber nach dem ereignisreichen Tag hatten wir Hunger.

Dafür, dass wir heute nichts richtiges geplant hatten und auch erst um 14 Uhr richtig in den Tag gestartet sind, war das dann doch ein sehr ereignisreicher Tag. Und das wir die bisher schönste Wanderung, die wir hier auf der Insel gemacht haben. Vom Wandern her wenig anspruchsvoll, aber von den Eindrücken her super uns spektakulär. Für alle, die Lavalandschaften lieben, ein absoluter Top-Tipp.

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