Namibia – 2. Tag Windhoek – Marienthal

2. Tag: Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr. Zusammenpacken und ab zum Frühstück. Es gab Nutella für meinen Freund, der Tag war gerettet. Ich habe mich an die leckeren Avocados gehalten und ein von den Gastgebern sehr liebevoll zubereitetes Spiegelei mit Bacon, Tomaten und Gurken gegessen. Dazu gab es Orangen-, Trauben- oder Apfelsaft und natürlich Kaffee und Tee. Brötchen und Wurst gab es natürlich auch.

Während des Frühstücks hatten wir dann noch ein sehr nettes Gespräch mit den Gastgebern. Zwei Deutsche, die ursprünglich aus Kiel kommen. Beide sind vor 8 Jahren nach Namibia ausgewandert.

Dann stand die nächste Herausforderung an: wie bekommen wir das ganze Gepäck unter. Das reinste Puzzlespiel. Zwei Zelte, Campingtisch und -stühle, die Matratzen, Lebensmittel und Getränke, Kühlschrank etc. etc. der Wagen ist voll bis oben hin. Aber gemeinsam mit unseren Guides haben wir es geschafft.

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Und los ging es in Richtung Marienthal. Weite karge Landschaft, wie ich sie schon aus der USA kenne.

DSC_0025Vorbei am Tropic of Capricorn – der Wendekreise des Steinbocks. Da konnte ich als Steinbock mir natürlich ein paar Fotos nicht verkneifen. Tolle Farben, roter Sand, blauer Himmel.

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Insgesamt legten wir heute rund 200 km mit dem Auto zurück, bislang noch alles auf geteertem Untergrund….das wird noch anders…. Gegen Mittag sind wir an der Kalahari Anib Lodge angekommen. Dort haben wir uns dann gleich zum abendlichen Gamedrive angemeldet. Dieser kostet 399 NAD. Weiter ging es zu unserem Campground 1, ein kleiner Platz, Toilette, Dusche und Terrasse. Niemand da, außer uns.

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Hier gab es dann von unseren Einkäufen die nächste Spezialität aus Namibia zu probieren: Biltong. Hierbei handelt es sich um luftgetrocknetes Fleisch. Biltong gibt es z.B. vom Rind, vom Kudu oder Springbock in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen zu kaufen. Ich fand es lecker als Snack zwischendurch. Dazu gab es wieder Savanna, dieses Mal probierte ich die Light Variante, die im Gegensatz zum Dry (6%) nur 3% Alkohol hat.

Die Stirnlampen eingepackt und dann ging es um 15:20 Uhr los zum Gamedrive. Den Fußweg zur Lodge legten wir in fünf Minuten über den sandigen Weg zurück. Dort standen dann ca. fünf offene Land Rover bereit. Und dann ging es das erste Mal zur Tierbeobachtung.

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Zuerst sahen wir nur von weitem Springböcke und Zebras. Da hat das 300er Tele eigentlich schon nicht mehr weitergeholfen. Springböcke sind uns auf der weiteren Tour dann ständig wieder begegnet. Schließlich kamen wir zu einem Kameldornbaum, an dem riesigen Webervögelnestern  zu sehen waren.

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Hier sind wir ausgestiegen, die Guides wiesen uns aber darauf hin, dass wir uns nicht unter dem Baum begeben sollten, da sich in den Nestern sehr gefährliche Schlangen aufhalten, die dann möglicherweise gefährlich werden könnten. Im Baum saß eine Eule. Da zeigt sich das geübte Auge eines Guides, denn wir haben trotz mehrfacher Hinweise lange gebraucht, um die perfekt getarnte Eule zu erkennen.

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Weiter ging es. Strauße kreuzten unseren Weg, wir haben Erdhörnchen gesehen, Gnus, Elands, Oryx sind uns über den Weg gelaufen.

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Schließlich kamen noch Löffelhunde in Sicht. Laut dem Guide sind diese nur sehr selten am Tag zu sehen.

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Und dann kam mein Highlight. Eines meiner Lieblingstiere: Giraffen. Und gleich mindestens acht Stück davon, direkt vor uns. Ich schaue mir diese grazilen Tiere immer wieder gerne an. Es gab Jungtiere, ältere Tiere und eine Giraffe war schwanger. Hier machten wir lange Stopp. Bei der Weiterfahrt begegnete uns noch eine junge Giraffe, die im Galopp unseren Fahrweg kreuzte. Das hätte man im Video aufnehmen müssen, aber so schnell hatte man die Kamera leider nicht parat.

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Danach gab es einen Sundowner auf den roten Dünen der Kalahari: Gin Tonic, Säfte und Bier, die wir dann bei der untergehenden Sonne genossen. Wir kamen dann auch noch mit einem netten deutschen Pärchen ins Gespräch, die schon das vierte Mal in Namibia sind.

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Danach ging es in der Dunkelheit mit den Land Rovern zurück zur Lodge. Die Tour dauerte insgesamt drei Stunden. Übringens war es gut, dass wir unsere Jacken dabei hatten, denn es war inzwischen doch kühl, insbesondere durch den Fahrtwind. Kurz vor der Lodge mussten wir erstmal einer riesigen Gnuherde ausweichen, die unseren Weg kreuzte und aufgeregt davon rannte. Den Fussweg zum Campground mussten wir mit der Taschenlampe zurücklegen. Anfang September wird es schon gegen 17:30-18:00 Uhr sehr schnell dunkel.

In der Zwischenzeit hatten unsere eigenen Guides die Zelte aufgebaut und das Feuer war schon in vollem Gange. Nach unserer Ankunft wurde dann auch das Essen aufgelegt: Rindersteaks, Boerewors (eine Art „Thüringer Bratwurst“ aus Namibia), Kartoffeln vom Grill und gegrillte Maiskolben. Für die Weingenießer gab es noch ein Glas südafrikanischen Rotwein dazu.

Ich habe noch gar kein Wort über den Sternenhimmel verloren. Da es hier wenig Lichtverschmutzung gibt, ist der Himmel bei Nacht schon ein Erlebnis. Tausende Sterne funkeln am Himmel. Wir konnten die Milchstraße mit bloßem Auge sehen und haben ebenso das Kreuz des Südens gesichtet. Magisch.

Danach ging es die erste Nacht ins Zelt. Eine 5 cm Schaumstoffmatte und für mich zusätzlich noch meine 5 cm Isomatte 😉. Jaja, die Prinzessin auf der Erbse. Mein Schlafsack war schön kuschelig und insgesamt kam das ganze eigentlich einem Bett schon fast gleich. Und dann schnell einschlafen. Morgen steht das nächste Highlight an….Sossusvlei.

Namibia – 1. Tag Windhoek

6:15 Uhr. Nach einem schlaflosen Flug, Landung auf dem Hosea Kutako International Airport von Windhoek in Namibia. Ich habe es doch dieses Mal glatt geschafft, inklusive Schlafsack und Isomatte mit 14 kg Gepäck zu reisen. Und dann wurden wir gleich von diesem glutroten Himmel empfangen. Ein erster Vorgeschmack darauf, was uns die nächsten Wochen noch erwarten würde.

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Im Flughafengebäude angekommen ging es erst mal zur Ebola-Kontrolle, durchgeführt mit einer Wärmebildkamera. Mein Freund musste dafür sogar seine Brille absetzen.

Am Immigration Desk musste getrennt angetreten werden. Wir wurden jeweils nach unserem Abreisedatum gefragt, ansonsten wurden wir mit Fragen aber weitestgehend verschont. Für die Einreise wird kein Visum benötigt, es muss aber ein Einreise-/ Ausreiseformular mit Adresse der ersten Unterkunft, Abreisedatum, Beruf, Grund der Einreise, Kontaktperson etc. ausgefüllt werden. Dieses Formular wird uns auf unserer Reise noch des öfteren erforderlich sein. Natürlich wird ein Reisepass benötigt, der noch 6 Monate Gültigkeit haben muss. Schließlich bekamen wir problemlos unseren Einreisestempel (weitere sollten folgen) . Das Gepäck wurde nochmal durchleuchtet und dann war’s geschafft.

Unsere Freunde, gleichzeitig unsere Reiseleiter, warteten am Ausgang schon auf uns und dann ging’s erst mal in Ruhe zum Kaffee trinken am Flughafen. Latte Macchiato war angesagt.

Nach der ersten Stärkung ging es zum Auto und das Gepäck musste verstaut werden. Unser Auto war ein Hilux 4×4 von Toyota mit geschlossenem Aufbau auf der Ladefläche, was in Großstädten sehr praktisch ist, da man von Außen den Laderaum nicht einsehen kann.

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Danach machten wir uns auf die ca. 45 km lange Wegstrecke nach Windhoek, wo wir ein schönes Frühstück eingenommen haben. Ich hatte leckeres Omelett mit Feta, Avocado und eine Latte Macchiato. Das Café bot uns einen ersten Ausblick über die Stadt. Frisch gestärkt ging es zum ersten Shoppen. Wir benötigten noch eine Matratze fürs Zelten und weiteres Campingzubehör, bzgl. eines Safari-Hutes bin ich aber erst mal nicht fündig geworden. Und langsam war der Zeitpunkt erreicht, dass mich die Müdigkeit so richtig überkam.

Dann konnten wir in unserem Gästehaus Maison Ambre einchecken. Dort wurden wir sehr nett von zwei Deutschen empfangen. Das Zimmer ist zweckmäßig eingerichtet und sauber, einen kleinen Pool gibt es auch. Danach war nach dem langen Flug erst mal schlafen angesagt, was mehr oder weniger geklappt hat. Ich war doch ziemlich überdreht. Die heiße Dusche danach tat dann auch sehr gut.

Weiter ging es nochmal in die Stadt, Geld abheben und Shoppen. Vom Parkhaus aus hatte man einen schönen Blick auf die Christuskirche. Und man sieht, es könnte sich genauso gut um eine europäische Großstadt handeln. Das Gefühl in Afrika zu sein, kommt in Windhoek wohl eher nicht auf.

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Jetzt bin ich auch bzgl. eines Safarihutes fündig geworden. Safariland Holtz ist eine der besten Anlaufstellen für Outdoorbekleidung in Windhoek und Swakopmund. Die Auswahl an Hüten war sehr groß. Schließlich entschied ich mich für einen Hut der Marke Rogue. Ich schwankte länger zwischen den Farben Khaki und Beige, entschied mich aber dann letztendlich für den beigen Hut. Allerdings hatte dieser aber keine Schnur, was bei Wind sehr unpraktisch ist. Der Laden war aber sehr flexibel und schnell war eine Schnur angebracht. Perfekt. Im Verlauf der Reise sollte es sich noch herausstellen, dass ich sehr gut daran getan hatte, eine zu kaufen.

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Zum Sundowner ging es dann noch mit dem Auto zur Heinitzburg über der Stadt.

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Wir hatten einen tollen Sonnenuntergang mit Blick über die Stadt. Hier hab ich dann auch das erste Mal Savanna Dry probiert, was hier in Namibia sehr beliebt ist. Es handelt sich um einen Apfel Cider, vielleicht ein bisschen vergleichbar mit unserem Apfelwein in Hessen. Mir hat’s geschmeckt. Das Windhoek Lager Bier, natürlich gebraut nach Deutschem Reinheitsgebot, wurde von meinem Freund ebenso als gut befunden.

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Danach nochmal ausruhen in der Pension, wobei noch ein paar Fotos entstanden.

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Und dann ab zum Abendessen ins Nice Restaurant. Das Restaurant kann ich nur weiterempfehlen. Ich hatte ein sehr leckeres Beef Filet, Medium bis Well Done, und ich kann sagen, es war genau richtig durch. Sehr, sehr lecker, dazu gebratenes Wurzelgemüse und Rosmarinkartoffeln und das zu dem unschlagbaren Preis von 145 Namibia Dollars (kurz NAD), knapp über 10 Euro. Ok, beim Oryx hatte das mit „Medium“ nicht ganz so gut geklappt. Vom Alkohol hab ich heute Abend die Finger gelassen, der bestellte Merlot kam aber bei allen anderen sehr gut an.

Danach war dann wirklich das Bett fällig. Die letzte Nacht in einem richtigen Bett……bevor es jetzt für ein paar Tage ab zum Zelten geht…..